Großangelegte Ermittlungen nach Banküberfall in Gelsenkirchen
Die deutsche Polizei hat damit begonnen, etwa 2500 Opfer des Mega-Bankraubs in Gelsenkirchen zu befragen. Die Diebe hatten während des Weihnachtswochenendes 2025 durch eine Betonwand gebohrt, um zum Banktresor der Sparkasse zu gelangen. Die Täter leerten mehr als 3000 Schließfächer in einem der größten Banküberfälle der deutschen Geschichte.
Professioneller Einsatz überrascht Behörden
Laut Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, zeigte der Überfall 'eine Professionalität und Kaltblütigkeit, die an ein Drehbuch erinnern.' Die Täter drangen über einen Notausgang in der Tiefgarage ein, der normalerweise von außen nicht zu öffnen ist, bohrten sich dann durch eine Archivwand und erreichten so den Haupttresor. Bemerkenswerterweise löste der Einbruchalarm nicht aus, was Fragen aufwirft, ob das System deaktiviert, defekt oder fachmännisch umgangen wurde.
Die Polizei hat zusätzliche Büroräume angemietet für die voraussichtlich wochenlangen Gespräche mit den Opfern. 'Wir müssen genau wissen, was aus jedem Schließfach gestohlen wurde, um ein vollständiges Bild der Beute zu erhalten und mögliche Hinweise auf die Täter zu finden,' erklärte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen werden von 230 Beamten durchgeführt, die Vollzeit an dem Fall arbeiten.
Enormer finanzieller Schaden und rechtliche Konsequenzen
Erste Polizeischätzungen gingen von etwa 30 Millionen Euro gestohlener Wertsachen aus, aber Quellen innerhalb der Sicherheitsdienste deuten nun darauf hin, dass der tatsächliche Wert möglicherweise über 100 Millionen Euro liegt. Die Diskrepanz entsteht, weil, wie Minister Reul anmerkte, 'selbst die Bank nicht weiß, was in den Schließfächern liegt, denn jeder entscheidet selbst, was er oder sie dort deponiert.'
Die rechtlichen Konsequenzen sind bereits sichtbar. Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann, der betroffene Kunden vertritt, warnte, dass die Bank 'eine Welle von Gerichtsverfahren von beispiellosem Ausmaß' droht. Obwohl der Inhalt von Schließfächern bis zu 10.300 Euro versichert ist, haben viele Opfer Wertgegenstände im Wert von Hunderttausenden Euro gelagert. Eine Frau sagte der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung: 'Ich habe ein großes Schließfach mit 100.000 Euro in Bargeld und Gold. Unsere Existenz ist verloren gegangen.'
Sicherheitslücken unter der Lupe
Der Überfall hat erhebliche Sicherheitslücken aufgedeckt. Laut einem Bericht des European Business Magazine verwendeten die Diebe industrielle Bohrgeräte, die 100 Dezibel Lärm erzeugten, und blieben etwa 48 Stunden unbemerkt. Kuhlmann organisierte eine Informationsveranstaltung in Gelsenkirchen für die Opfer und sagte, dass sich bereits über 200 Kunden mit Bedenken über unzureichende Sicherheitsmaßnahmen an ihn gewandt hätten.
Der Überfall wurde erst am 29. Dezember entdeckt, als der Feueralarm im Sparkassengebäude zum zweiten Mal auslöste. Die Polizei vermutet, dass die Diebe ihren Einsatz auf die reduzierte Personalbesetzung während der Feiertage abgestimmt haben. Während die Ermittlungen andauern, bleiben die Behörden zuversichtlich, dass die umfangreichen Opferbefragungen entscheidende Hinweise in einem der komplexesten Strafverfahren der letzten Jahre in Deutschland liefern werden.
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