Die italienische Influencerin Chiara Ferragni wurde in einem Betrugsverfahren wegen irreführender Wohltätigkeitsaktionen mit Kuchen freigesprochen. Das Gericht erklärte das Verfahren für unzulässig, nachdem sie Entschädigungszahlungen geleistet hatte.
Ende des 'Pandorogate'-Albtraums: Influencerin nach Freispruch entlastet
Die italienische Mode-Influencerin Chiara Ferragni wurde in einem aufsehenerregenden Gerichtsverfahren wegen schweren Betrugs im Zusammenhang mit irreführenden Wohltätigkeitsaktionen für Weihnachtskuchen und Ostereier freigesprochen. Die 38-jährige Social-Media-Ikone, einst Italiens einflussreichste digitale Persönlichkeit, verließ das Mailänder Gericht als freie Frau, nachdem das Verfahren für unzulässig erklärt worden war – aufgrund ihrer Bemühungen um Entschädigungszahlungen.
Der Kuchenskandal, der Italien erschütterte
Die Kontroverse, von italienischen Medien 'Pandorogate' getauft, brach 2022 aus, als Ferragni einen rosa Pandoro-Kuchen – ein traditionelles italienisches Weihnachtsdessert – für 9 Euro bewarb, das Dreifache des normalen Preises. Verbraucher hatten den Eindruck, dass ihre Käufe dem Regina-Margherita-Kinderkrankenhaus in Turin zugutekämen. Ermittlungen zeigten jedoch, dass der Hersteller Balocco bereits vor der Kampagne eine feste Spende von 50.000 Euro geleistet hatte, während Ferragnis Unternehmen etwa 1 Million Euro mit der Promotion verdienten.
'Der Albtraum ist vorbei,' sagte Ferragni zu Reportern vor dem Gerichtsgebäude in Mailand. 'Ich bin froh, jetzt mein Leben zurückzuhaben. Es waren sehr schwierige Jahre.'
Juristische Konsequenzen und Entschädigung
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und acht Monaten wegen schweren Betrugs gefordert, doch das Gericht entschied, dass Ferragni ausreichende Korrekturmaßnahmen ergriffen hatte. Sie hatte Kunden zurückerstattet und akzeptierte hohe Geldstrafen. 2023 verhängte die italienische Wettbewerbsbehörde eine Geldstrafe von 1 Million Euro gegen sie wegen unlauterer Geschäftspraktiken, während Balocco 420.000 Euro zahlte. Ferragni versprach zudem, äquivalente Beträge an wohltätige Zwecke zu spenden.
Der Fall legte problematische Praktiken im Influencer-Marketing offen. Wie Reuters berichtete, führte der Skandal zu strengeren Regulierungen für Influencer in Italien, einschließlich transparenterer Offenlegungspflichten für kommerzielle Beziehungen.
Aufstieg und Fall eines digitalen Imperiums
Ferragnis Weg von der Modebloggerin zur Medienmogulin war bemerkenswert. Beginnend mit ihrem Blog 'The Blonde Salad' im Jahr 2009 baute sie ein Imperium auf, das Social Media, Modemarken und Fernsehen umfasste. Mit über 28 Millionen Instagram-Followern wurde sie Italiens erste Influencerin auf dem Cover der Vogue und saß im Aufsichtsrat der Luxusmarke Tod's.
Pandorogate zerstörte jedoch ihre Marke. Sie verlor große Sponsoren wie Coca-Cola, sah ihre Ehe mit dem Rapper Fedez scheitern und verlor erheblich an Followern. Der Skandal führte auch zur Einführung des italienischen 'Ferragni-Gesetzes' im Jahr 2024, das Influencer mit mehr als 1 Million Followern verpflichtet, Wohltätigkeitspartnerschaften und Spendenangaben klar zu kennzeichnen.
Breitere Auswirkungen auf die Influencer-Industrie
Der Fall unterstreicht wachsende Bedenken hinsichtlich Transparenz im digitalen Marketing. 'Dieser Freispruch macht Verantwortung im Influencer-Marketing nicht überflüssig,' sagte Verbraucherschützerin Maria Rossi. 'Verbraucher verdienen Ehrlichkeit darüber, wohin ihr Geld bei Produkten fließt, die als Unterstützung für wohltätige Zwecke beworben werden.'
Trotz des Freispruchs bleibt Ferragnis Ruf angeschlagen. Ihre Geschichte dient als Warnung vor den Verantwortlichkeiten, die mit digitalem Einfluss einhergehen, und den rechtlichen Konsequenzen irreführender Werbepraktiken.
Nederlands
English
Deutsch
Français
Español
Português