EU-Feuerwerkgesetz versagt bei kriminellen Explosionen

Das EU-Feuerwerkgesetz verhindert den kriminellen Missbrauch schwerer Sprengstoffe nicht. Die Kommission erkennt 'erhebliche Mängel', während die Niederlande, Frankreich und Schweden mehr Anschläge verzeichnen. Bürgermeister fordern ein europäisches Verbot für gefährliches Feuerwerk.

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Europäische Kommission erkennt 'erhebliche Mängel' in Feuerwerkrichtlinie

Die Europäische Kommission hat eingeräumt, dass die 12 Jahre alte EU-Feuerwerkgesetzgebung 'erhebliche Mängel' bei der Verhinderung des Einsatzes gefährlicher Pyrotechnik für kriminelle Anschläge auf Rettungskräfte, bei Sprengstoffanschlägen und im organisierten Verbrechen aufweist. Die Bewertung der Richtlinie 2013/29/EU, bekannt als Pyro-Richtlinie, zeigt, dass der derzeitige Rechtsrahmen unzureichend ist, um das wachsende Problem des schweren Feuerwerkmissbrauchs in Europa zu bewältigen.

'Es hat sich gezeigt, dass es anhaltende Gesundheits- und Sicherheitsrisiken gibt,' schrieb die Kommission in ihrer offiziellen Bewertung. Das Feuerwerk gefährdet nicht nur die Sicherheit von Zündern und Umstehenden, sondern auch die der gesamten Gesellschaft, da Kriminelle es für gewalttätige Zwecke missbrauchen.

Weitverbreiteter krimineller Missbrauch in Europa

Die Herstellung schwerer Knallfeuerwerkartikel bleibt innerhalb der Europäischen Union legal, aber diese F4-Kategorie-Feuerwerk, die für den professionellen Einsatz bestimmt ist, gelangt zunehmend in kriminelle Hände. Länder wie die Niederlande, Frankreich und Schweden kämpfen mit dem, was Behörden als 'Epidemie' von Feuerwerksanschlägen bezeichnen.

Allein in den Niederlanden registrierte die Polizei 2024 1.543 explosive Anschläge - die höchste Zahl in Europa - mit 678 Vorfällen in der ersten Hälfte des Jahres 2025. Das Problem ist so ernst geworden, dass die Europaabgeordnete Raquel García Hermida-van der Walle die Bewertung der Kommission als 'vernichtend, insbesondere in Bezug auf die Sicherheit' beschrieb.

Rotterdamer Bürgermeisterin führt europäischen Aufruf zum Handeln an

Bürgermeisterin Carola Schouten von Rotterdam ist zu einer führenden Stimme in der europäischen Kampagne für strengere Feuerwerkregeln geworden. Sie leitet eine Koalition besorgter Bürgermeister aus ganz Europa, die diesen Sommer einen gemeinsamen Brief an die Europäische Kommission über die 'Welle von Angriffen und Vorfällen' mit schweren Sprengstoffen schrieben.

'Wir sehen jeden Tag, wie leicht schweres Feuerwerk wie Cobras erhältlich ist,' sagte Schouten. 'Es wird dann zur Einschüchterung und zur Sachbeschädigung eingesetzt. Das Wort 'Feuerwerk' trifft in diesen Fällen nicht den Kern - es sind Bomben.'

Die Bürgermeisterkoalition umfasst Vertreter aus den Niederlanden, Belgien, Schweden, Portugal, Frankreich, Deutschland, Norwegen und Bulgarien. Sie plädieren für strengere Gesetze, ein europäisches Verbot von Knallfeuerwerk der schwersten Kategorie und bessere Kontrollen, ob Käufer die richtigen Genehmigungen haben.

Niederländische Lobby gewinnt an Schwung

Die Niederlande setzen sich seit Jahren dafür ein, Feuerwerkprobleme auf der europäischen Agenda höher zu platzieren, aber die Fortschritte waren langsam, da viele andere EU-Länder weniger Probleme mit explosivem Feuerwerk haben. Länder wie Italien und Portugal, wo mit der Herstellung von schwerem Feuerwerk erheblich Geld verdient wird, zeigten weniger Begeisterung für strengere Vorschriften.

Die Niederlande haben jedoch nun Verbündete in Schweden und Frankreich gefunden, die ebenfalls mit zahlreichen Feuerwerksanschlägen zu kämpfen haben. Anfang dieses Jahres schrieben Frankreich und die Niederlande einen gemeinsamen Brief an die Kommission über Probleme mit illegalem Handel und kriminellem Missbrauch. Nächste Woche veranstalten Schweden, Frankreich und die Niederlande eine Sonderveranstaltung in Brüssel zu Feuerwerkproblemen mit Vertretern der Europäischen Kommission und Bürgermeisterin Schouten.

Langer Weg zur Reform

Die Frage bleibt, wie schnell diese Bemühungen tatsächlich zu Anpassungen der Feuerwerkregeln oder sogar zu einem vollständigen Verbot der Herstellung von schwerem Knallfeuerwerk in der EU führen werden. Selbst mit ausreichender Unterstützung anderer Mitgliedstaaten für Gesetzesänderungen muss zunächst noch der gesamte Gesetzgebungsprozess durchlaufen werden.

Die Europäische Kommission hat angegeben, derzeit zu prüfen, wie sie die festgestellten Probleme am besten angehen kann. Eine Anpassung der Pyro-Richtlinie ist eine der erwogenen Optionen. Wenn die Kommission beschließt, einen Vorschlag zur Änderung der Feuerwerkregeln vorzulegen, werden Änderungen frühestens 2027 in Kraft treten.

Die Situation unterstreicht die anhaltende Herausforderung, den freien Handel innerhalb des EU-Binnenmarktes mit der Notwendigkeit auszugleichen, die öffentliche Sicherheit vor immer raffinierterem kriminellem Missbrauch legaler Produkte zu schützen.

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