
UN meldet alarmierenden Anstieg von Hinrichtungen im Iran
Das UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR) hat enthüllt, dass iranische Behörden in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 mindestens 841 Menschen hingerichtet haben, was einen dramatischen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Diese Zahl markiert ein systematisches Muster der Nutzung der Todesstrafe als Mittel der staatlichen Einschüchterung, insbesondere gegen ethnische Minderheiten und politische Dissidenten.
Ethnische Minderheiten unverhältnismäßig betroffen
Laut dem UN-Bericht sind Frauen, afghanische Migranten und ethnische Minderheiten einschließlich Belutschen, Kurden und arabischen Bürgern unverhältnismäßig stark von der Hinrichtungswelle betroffen. Allein im Juli 2025 exekutierten iranische Behörden 110 Menschen—doppelt so viele wie im Juli 2024. Die OHCHR-Sprecherin Ravina Shamdasani erklärte, dies stelle "ein systematisches Muster der Nutzung der Todesstrafe als Mittel der staatlichen Einschüchterung" dar.
Politische Kontext und historischer Hintergrund
Der Anstieg der Hinrichtungen folgt auf die massiven Proteste von 2022, die durch den Tod von Mahsa Amini ausgelöst wurden, einer 22-jährigen kurdischen Frau, die in Gewahrsam starb, nachdem sie von der iranischen Sittenpolizei wegen angeblichen falschen Tragens des Hijabs verhaftet worden war. Die aus diesen Protesten entstandene "Frau, Leben, Freiheit"-Bewegung wurde schwer unterdrückt, wobei viele Teilnehmer jetzt mit Hinrichtung bedroht werden.
Internationale Verurteilung und Handlungsaufforderungen
UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk hat den Iran aufgefordert, ein sofortiges Moratorium für die Todesstrafe zu verhängen und auf deren vollständige Abschaffung hinzuarbeiten. "Die Todesstrafe ist unvereinbar mit dem Recht auf Leben und der menschlichen Würde," betonte das OHCHR. Der Iran ignoriert solche internationalen Appelle jedoch konsequent.
Globaler Kontext der Todesstrafe
Der Iran gehört seit langem zu den Ländern mit den meisten Hinrichtungen weltweit. Im Jahr 2023 war das Land für etwa 75% aller weltweit registrierten Hinrichtungen verantwortlich, gefolgt von Saudi-Arabien mit 15%. Die derzeitige Eskalation stellt den Iran in den Mittelpunkt internationaler Menschenrechtsbedenken, wobei elf Personen derzeit unmittelbar von Hinrichtung bedroht sind, darunter sechs, die wegen "bewaffneten Widerstands" für angebliche Mitgliedschaft in der verbotenen Oppositionsgruppe MEK angeklagt sind.