Öl aus dem leckgeschlagenen Tanker Caroline Bezengi hat die Festlandküste Omans erreicht und einen rund 40 Kilometer langen Abschnitt nahe der Küstenstadt Ras Madrakah verschmutzt. Die Ölpest im Oman hat auch mehrere nahe gelegene Inseln erreicht, und Satellitenanalysen deuten darauf hin, dass der Ölteppich weit größer ist als offiziell angegeben – es handelt sich um einen der schwersten Umweltvorfälle in der Region seit Jahren.
Was ist die Ölpest der Caroline Bezengi?
Die Caroline Bezengi ist ein von der EU sanktionierter Tanker, der zu Russlands Schattenflotte gehörte – ein Netz alter Schiffe, die russisches Rohöl transportieren und westliche Sanktionen umgehen. Das Schiff verließ im April 2026 den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk und hatte Berichten zufolge bis zu eine Million Barrel Rohöl mit Ziel Indien an Bord. Vor mehr als sechs Wochen lief es vor der omanischen Insel Al-Qibliyyah auf Grund, nach Explosionen an Bord, deren Ursache unklar bleibt. Der Vorfall bestätigt die seit langem bekannten Warnungen vor den Umweltrisiken der russischen Schattenflotte durch unversicherte, alternde Tanker ohne angemessene Aufsicht.
Ölteppich wächst über offizielle Schätzungen hinaus
Am vergangenen Montag gaben omanische Behörden an, rund 400 Quadratkilometer seien mit Öl bedeckt. Greenpeace schätzte den Teppich auf etwa 600 Quadratkilometer. Doch laut Reuters ist die Katastrophe vermutlich weit schlimmer: Satellitenbilder, von Experten analysiert, deuten darauf hin, dass der Teppich inzwischen mehr als 2.000 Quadratkilometer umfasst – dies würde ihn zu den größten Ölverschmutzungen der letzten Jahre zählen. Der erste bestätigte Landfall auf dem omanischen Festland ereignete sich diese Woche, als Öl die Strände bei Ras Madrakah erreichte. Behörden meldeten einen 40 Kilometer langen verschmutzten Küstenstreifen; die südlichen Strände der Insel Masirah könnten innerhalb von Stunden betroffen sein.
Warum ist die Ölpest schwer einzudämmen?
Der Khareef-Monsun hat den Zugang zum havarierten Schiff stark eingeschränkt und Bergungsarbeiten verzögert. „Der Monsun hat den Zugang zum Schiff eingeschränkt und die Bergung verzögert“, sagte ein Sprecher der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) gegenüber Reuters. Die UN-Organisation bestätigte, dass Rohöl an die Festlandküste gespült wurde, obwohl unklar bleibt, ob bereits Öl beseitigt wird oder ein Bergungsversuch läuft. Omans Umweltbehörde setzt Luftüberwachung, technisches Monitoring und numerische Modelle ein, doch raue See zwingt die Einsatzkräfte, sich auf schwimmende Barrieren und Absorptionsmittel zu verlassen.
Bedrohung für ein geschütztes Meeresschutzgebiet
Das betroffene Gebiet liegt nahe der Hallaniyat-Inseln, ein von Oman 2025 ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Der Archipel ist bekannt für unberührte Korallenriffe, Nistplätze der gefährdeten Unechten Karettschildkröte und der Suppenschildkröte sowie den seltenen Arabischen Buckelwal. Experten warnen, dass die Korallenriff-Ökosysteme Omans langfristige Schäden erleiden könnten, da die gemischten Korallen-Algen-Lebensräume und endemischen Arten sehr empfindlich auf Ölverschmutzung reagieren.
Welche Wildtiere sind gefährdet?
- Unechte Karettschildkröten, Suppenschildkröten und Echte Karettschildkröten, die auf den Inseln nisten
- Der gefährdete, nicht wandernde Arabische Buckelwal
- Endemische Oculinidae-Korallen und gemischte Korallen-Algen-Riffe
- Seevogelkolonien, darunter Rotschnabel-Tropikvögel und Maskentölpel
Geopolitische Spannungen und die Schattenflotte
Falls ein Angriff die Explosion verursachte, wurde er nie bekannt. Die Explosion ereignete sich vor Omans Küste, wo sowohl die Huthi als auch der Iran zahlreiche Schiffe angegriffen haben. Auch die Ukraine hat mehrfach Schiffe der russischen Schattenflotte getroffen, doch keine Gruppe hat sich zu diesem Vorfall bekannt. Die umfassenderen Sanktionen gegen russisches Öl haben Moskau dazu gezwungen, auf eine Schattenflotte zurückzugreifen, die laut ukrainischen Geheimdiensten inzwischen über 1.300 Schiffe umfasst – was das Risiko weiterer Ölverschmutzungen in sensiblen Gewässern erhöht.
FAQ
Wo ereignete sich die Ölpest im Oman?
Die Ölpest ging vom Tanker Caroline Bezengi aus, der vor der Insel Al-Qibliyyah im Gouvernement Dhofar im Süden Omans auf Grund gelaufen ist. Öl hat inzwischen das Festland bei Ras Madrakah erreicht.
Wie groß ist der Ölteppich?
Oman meldete offiziell rund 400 Quadratkilometer am vergangenen Montag, aber die Analyse von Satellitenbildern durch Reuters deutet darauf hin, dass der Teppich auf über 2.000 Quadratkilometer angewachsen ist.
Was ist die russische Schattenflotte?
Die Schattenflotte besteht aus alternden, oft unversicherten Tankern, die Rohöl für sanktionierte Länder wie Russland, Iran und Venezuela außerhalb westlicher Aufsicht transportieren. Die Caroline Bezengi steht unter EU-Sanktionen.
Warum ist die Ölpest schwer zu beseitigen?
Der Khareef-Monsun bringt raue See, die den Zugang zum Schiff einschränkt; Einsatzkräfte müssen auf schwimmende Barrieren und Absorptionsmittel ausweichen statt größere Geräte einzusetzen.
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