Studie zeigt wirtschaftlichen Wert von städtischem Grün
Eine bahnbrechende neue Studie hat quantifiziert, was Stadtplaner schon lange vermutet haben: Investitionen in städtisches Grün sind nicht nur gut für die Umwelt – sie sind eine wirksame wirtschaftliche Strategie, die Milliarden an Gesundheitskosten einspart. Die Studie, die Daten von Städten auf mehreren Kontinenten analysierte, zeigt, dass jeder Euro, der für Parks, Kleingärten und Stadtwälder ausgegeben wird, erhebliche Einsparungen in Form niedrigerer medizinischer Kosten, weniger Krankheitsausfälle und verbesserter öffentlicher Gesundheit bringt.
'Wir sind über die bloße Messung des ästhetischen Werts hinausgegangen – wir quantifizieren nun, wie grüne Infrastruktur sich direkt auf kommunale Haushalte und Gesundheitssysteme auswirkt,' sagt Dr. Maria Chen, Hauptforscherin der Studie. 'Die Zahlen sind überzeugend: Städte mit robusten Grünflächennetzwerken verzeichnen 15-25% niedrigere Gesundheitskosten in umliegenden Stadtteilen.'
Die Gesundheitsökonomie der städtischen Begrünung
Die Studie, veröffentlicht in Nature Cities, untersuchte, wie städtisches Grün zu dem beiträgt, was Forscher 'präventive Gesundheitsinfrastruktur' nennen. Durch die Förderung körperlicher Aktivität, die Verringerung der Luftverschmutzung, die Milderung von Hitzeinseln und die Bereitstellung von Vorteilen für die psychische Gesundheit fungieren diese natürlichen Gebiete als Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung, die Krankheiten verhindern, bevor sie auftreten.
Laut dem umfassenden Bericht der Weltgesundheitsorganisation 'Assessing the value of urban green and blue spaces for health and well-being' bieten städtische Grünflächen multifunktionale Vorteile, die von politischen Entscheidungsträgern bewertet werden müssen. Die WHO betont, dass die Stadtplanung den Wert der Natur in ökologischen, sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Begriffen berücksichtigen muss, insbesondere angesichts der Knappheit an Land und konkurrierender Landnutzung in wachsenden Städten.
'Was an dieser Forschung revolutionär ist, ist, dass sie Stadtplanern harte Zahlen an die Hand gibt,' erklärt der Stadtökonom James Rodriguez. 'Anstatt dass Grünflächen als 'nice-to-have'-Einrichtungen angesehen werden, werden sie nun als wesentliche Infrastruktur mit messbarer Rendite anerkannt.'
Politikempfehlungen für kommunale Führungskräfte
Die Studie skizziert mehrere wichtige Politikempfehlungen für Städte, die Gesundheitseinsparungen durch grüne Investitionen maximieren möchten:
1. Implementieren Sie Grünflächen-Gerechtigkeitskarten: Verwenden Sie georäumliche Daten, um 'grüne Wüsten' zu identifizieren – Gebiete mit unzureichendem Zugang zu Parks und natürlichen Räumen – und priorisieren Sie Investitionen in diese unterversorgten Gemeinschaften.
2. Entwickeln Sie öffentlich-private Finanzierungsmodelle: Schaffen Sie innovative Finanzierungsmechanismen, die es Gesundheitssystemen ermöglichen, in grüne Infrastruktur zu investieren, in der Erkenntnis, dass präventive Gesundheitsmaßnahmen ihre langfristigen Kosten senken.
3. Integrieren Sie Gesundheitsfolgenabschätzungen: Verlangen Sie, dass alle städtischen Entwicklungsprojekte Gesundheitsfolgenabschätzungen enthalten, die potenzielle Auswirkungen auf das Gemeinwohl quantifizieren.
4. Etablieren Sie Wartungsstandards: Stellen Sie sicher, dass bestehende Grünflächen gut gepflegt werden, da Forschung zeigt, dass schlecht gewartete Parks weniger gesundheitliche Vorteile bieten.
Eine aktuelle Studie aus Brasilien zeigt eine erhebliche Zahlungsbereitschaft der Öffentlichkeit für die Wartung und Verbesserung städtischen Grüns, hauptsächlich getrieben durch die Anerkennung ihrer gesundheitlichen Vorteile. Diese Forschung schließt eine bemerkenswerte Lücke in Entwicklungsländern und bietet praktische Implikationen für Stadtplaner und politische Entscheidungsträger.
Pilotprogramme mit vielversprechenden Ergebnissen
Mehrere Städte haben bereits Pilotprogramme auf der Grundlage dieser wirtschaftlichen Prinzipien mit beeindruckenden frühen Ergebnissen gestartet:
• Medellín, Kolumbien: Das 'Green Corridors'-Projekt hat 30 Straßen und 18 Wasserwege in üppige Grünflächen verwandelt, was zu einem Temperaturrückgang von 2-3°C führte und mit einer 20%igen Reduzierung der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Hitze korrelierte.
• Singapur: Die 'City in a Garden'-Initiative des Stadtstaats hat Grünflächen in fast jeden Aspekt des städtischen Designs integriert, wobei Studien verbesserte psychische Gesundheitsergebnisse und reduzierten Gesundheitsdienstgebrauch in Gebieten mit üppigem Grün zeigen.
• Portland, Oregon: Das 'Healthy Parks, Healthy Portland'-Programm verfolgt die Einsparungen bei den Gesundheitskosten durch Parkinvestitionen, wobei frühe Daten zeigen, dass für jeden in Parkwartung und -entwicklung investierten Dollar 3 Dollar an medizinischen Kosten eingespart werden.
'Wir sehen einen Paradigmenwechsel darin, wie Städte ihre natürlichen Vermögenswerte bewerten,' sagt Chloe Nowak, Autorin der Studie. 'Städtische Grünflächen sind nicht länger nur Erholungsgebiete – sie werden als kritische öffentliche Gesundheitsinfrastruktur anerkannt, die sich vielfach amortisiert.'
Die Zukunft der Stadtplanung
Da Städte weiter wachsen – mit voraussichtlich 68% der Weltbevölkerung, die bis 2050 in städtischen Gebieten leben wird – wird das wirtschaftliche Argument für grüne Investitionen immer dringlicher. Die Studie empfiehlt, dass die zukünftige Stadtplanung Gesundheitsökonomie als Kernüberlegung integriert, wobei Grünflächen als wesentliche Einrichtungen und nicht als optionale Annehmlichkeiten behandelt werden.
Das UN-Habitat-Dokument 'Public Space and Urban Health' untersucht die kritische Beziehung zwischen öffentlichen Räumen und städtischer Gesundheit, mit Fokus auf die Schaffung gesünderer Städte und Gemeinschaften. Der Bericht untersucht, wie gut gestaltete öffentliche Räume zum physischen und mentalen Wohlbefinden, zum sozialen Zusammenhalt und zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen.
Da der Klimawandel städtische Hitzeinseln verschärft und psychische Gesundheitsprobleme weltweit zunehmen, legt die Forschung nahe, dass Investitionen in städtisches Grün eine der kosteneffektivsten Strategien für den Aufbau widerstandsfähiger, gesunder Städte für das 21. Jahrhundert sein könnte.
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