Wasserstoffzüge Starten Emissionsfreien Betrieb in Europa

Wasserstoffzüge sind in Deutschland, Italien und Frankreich in den kommerziellen Betrieb gegangen und bieten vergleichbare Leistung wie Dieselzüge ohne schädliche Emissionen. Die Technologie markiert einen wichtigen Schritt für nachhaltigen Schienenverkehr.

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Wasserstoffzüge im Kommerziellen Einsatz

Westuropa hat einen bedeutenden Nachhaltigkeitsmeilenstein erreicht: Wasserstoffzüge sind diese Woche offiziell in den kommerziellen Betrieb gegangen. Diese innovativen Züge, vollständig mit Wasserstoff betrieben, produzieren keine schädlichen Emissionen - nur Wasserdampf wird als Nebenprodukt freigesetzt. Der Start markiert einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung regionaler Schienennetze.

Saubere Technologierevolution

Die Coradia iLint-Züge von Alstom nutzen Brennstoffzellen, die chemische Energie in Strom umwandeln. Jeder Zug transportiert Wasserstoff in Dachtanks, die Brennstoffzellen speisen, die wiederum Elektrizität für die Fahrmotoren erzeugen. Überschüssige Energie wird in Lithium-Ionen-Batterien gespeichert.

"Diese Technologie eliminiert lokale Emissionen bei vergleichbarer Leistung zu Dieselzügen", erklärt Verkehrsforscherin Dr. Eva Schneider (ETH Zürich). "Eine Wasserstoffbetankung ermöglicht bis zu 1.000 km Reichweite mit einer Betankungszeit unter 20 Minuten."

Erste Einsätze und Erweiterung

Der kommerzielle Betrieb begann am 18. Juni 2025 auf drei Regionalstrecken:

  • Niedersachsen, Deutschland: 14 Züge auf der Strecke Cuxhaven-Bremervörde-Buxtehude
  • Lombardei, Italien: 6 Züge auf der Brescia-Iseo-Edolo-Route
  • Auvergne-Rhône-Alpes, Frankreich: 4 Züge um Clermont-Ferrand

Die Infrastruktur umfasst Wasserstofftankstellen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Alstom hat zusätzliche Verträge für 27 Züge in Hessen (Deutschland) und 12 Züge für vier französische Regionen erhalten, mit geplanten Einsätzen bis 2027.

Umweltauswirkungen

Jeder Wasserstoffzug reduziert den jährlichen CO2-Ausstoß um etwa 1.000 Tonnen im Vergleich zu Dieselloks. Der Umstieg unterstützt EU-Klimaziele zur 55%igen Emissionsreduktion bis 2030. "Dies ist besonders wichtig für nicht elektrifizierte ländliche Strecken", betont EU-Verkehrskommissarin Sofia Ricci.

Während die aktuelle Wasserstoffproduktion teilweise auf Erdgas basiert, werden neue Solar-Elektrolyseanlagen bis 2028 vollständig grünen Wasserstoff liefern. Die EU-Kommission hat 2,3 Milliarden Euro für Wasserstoff-Schieneninfrastruktur bereitgestellt.

Zukunft der Schienenmobilität

Andere Hersteller entwickeln ähnliche Züge, darunter Siemens Mobility in Bayern. Die Niederlande und Großbritannien planen Pilotprogramme für 2026. Analysten prognostizieren, dass Wasserstoffzüge bis 2035 15% der europäischen Regionalflotte ausmachen werden.

Herausforderungen bleiben bei Skalierbarkeit und Kosten. Aktuell kosten Wasserstoffzüge etwa 30% mehr als Dieselvarianten, aber die Preise werden voraussichtlich sinken. "Dieser Start beweist, dass emissionsfreie Schienenmobilität heute kommerziell machbar ist", sagt Alstom-CEO Henri Poupart-Lafarge.

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