Wichtiger Meilenstein im Quantencomputing erreicht
In einer bahnbrechenden Entwicklung, die den Zeitplan für praktisches Quantencomputing beschleunigen könnte, haben Forscher der Harvard University, des MIT und von QuEra Computing einen Durchbruch in der Quantenfehlerkorrektur erzielt, der fehlertolerante Quantensysteme in greifbare Nähe rückt. Veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift Nature, zeigt die Forschung ein System, das Fehler unter der kritischen Schwelle, die für skalierbare Quantenberechnungen erforderlich ist, erkennen und entfernen kann.
Der technische Durchbruch
Das Team führte erfolgreich komplexe korrigierte Quantenalgorithmen auf 48 logischen Qubits aus – weit über frühere Demonstrationen hinaus, die typischerweise nur 1-3 logische Qubits umfassten. Mithilfe eines fortschrittlichen Neutral-Atom-Quantencomputersystems mit 448 physikalischen Qubits erzeugten sie logische Qubits mit einem Codeabstand von 7, was die Erkennung und Korrektur zufälliger Fehler während verschränkender logischer Gatteroperationen ermöglichte.
'Dies stellt die bisher fortschrittlichste Quantenplattform dar und bietet eine wissenschaftliche Grundlage für praktische, großskalige Quantencomputer,' sagte einer der Hauptforscher von Harvard. 'Wir haben gezeigt, dass wir Fehler unter den Punkt unterdrücken können, an dem das Hinzufügen weiterer Qubits Fehler verringert statt erhöht – das ist die Schwelle, die wir seit Jahrzehnten anstreben.'
Branchenauswirkungen und parallele Entwicklungen
Gleichzeitig hat IBM seinen eigenen Meilenstein in der Quantenfehlerkorrektur angekündigt, mit einer 10-fachen Beschleunigung bei der Quantenfehlerkorrektur-Decodierung – ein Jahr vor dem Zeitplan. Das Unternehmen enthüllte sein FPGA-basiertes Quantenfehlerkorrektursystem, das Fehler in weniger als 480 Nanosekunden decodiert, weit innerhalb der 1-Mikrosekunden-Fehlerkorrekturzykluszeit, die für praktische Anwendungen benötigt wird.
IBMs Quantum Developer Conference zeigte zwei neue Prozessoren: den IBM Quantum Nighthawk mit 120 Qubits und einer quadratischen Topologie, die 30 % komplexere Schaltkreise ermöglicht, und den IBM Quantum Loon, einen experimentellen Prozessor, der alle Schlüsselkomponenten demonstriert, die für fehlertolerantes Quantencomputing erforderlich sind.
'Wir zielen auf Quantenüberlegenheit bis 2026 und fehlertolerantes Quantencomputing bis 2029 ab,' erklärte ein IBM-Sprecher. 'Unsere FPGA-Lösung ist eine Größenordnung besser als GPU-basierte Ansätze und nutzt kommerziell verfügbare Hardware, was sie für die praktische Implementierung zugänglicher macht.'
Weg zur skalierbaren Quantenüberlegenheit
Quantenfehlerkorrektur (QEC) war die grundlegende Herausforderung, die Quantencomputer davon abhielt, ihr volles Potenzial zu erreichen. Im Gegensatz zu klassischen Bits, die als 0 oder 1 existieren, können Quantenbits (Qubits) in Superpositionszuständen existieren, was sie extrem anfällig für Umgebungsrauschen und Dekohärenz macht. Laut Wikipedia umfasst QEC Techniken, die in Quantenspeichern und Quantencomputern verwendet werden, um Quanteninformation vor Fehlern zu schützen, die durch Dekohärenz und andere Quellen von Quantenrauschen entstehen.
Die Harvard-MIT-QuEra-Kooperation nutzte eine integrierte Architektur, die physikalische Verschränkung, logische Verschränkung und Quantenteleportationstechniken kombiniert. Ihr paralleles Kontrollsystem reduziert den Kontroll-Overhead erheblich und adressiert damit eine der großen Skalierbarkeitsherausforderungen im Quantencomputing.
Zukünftige Anwendungen und Implikationen
Der Durchbruch hat bedeutende Auswirkungen auf mehrere Branchen. Fehlertolerante Quantencomputer könnten Bereiche revolutionieren wie:
- Arzneimittelentdeckung und molekulare Simulation
- Kryptographie und Cybersicherheit
- Finanzmodellierung und Optimierung
- Materialwissenschaft und Batterieentwicklung
- Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen
Beide Forschungsgruppen betonen, dass, obwohl technische Herausforderungen bleiben, um die Millionen von Qubits zu erreichen, die für vollständige Quantenüberlegenheit nötig sind, dieser Durchbruch einen klaren Weg nach vorne bietet. Die Harvard-geführte Forschung wurde mit Bundesmitteln mehrerer Agenturen durchgeführt, während IBM mit Forschungspartnern zusammenarbeitet, um eine offene Community-Organisation zu schaffen, um Quantenüberlegenheitsforschung zu verfolgen.
Die Konvergenz dieser Entwicklungen deutet darauf hin, dass die Quantencomputing-Branche einen Wendepunkt erreicht. Wie ein Branchenanalyst bemerkte: 'Wir bewegen uns über die Ära des Noisy Intermediate-Scale Quantum (NISQ) hinaus zu zuverlässigeren, korrigierten Systemen, die praktische Lösungen innerhalb dieses Jahrzehnts liefern können.'
Da sowohl akademische als auch Unternehmensforschungsgruppen gleichzeitig Durchbrüche erzielen, scheint das Rennen um skalierbare Quantenüberlegenheit Fahrt aufzunehmen, was transformative Rechenleistung bringen könnte, um bisher unlösbare Probleme zu lösen.
Nederlands
English
Deutsch
Français
Español
Português