EU plant Reform des Cookie-Gesetzes, das Internet überflutet

EU-Kommission plant Reform der Cookie-Zustimmungsregeln, die seit 2009 Websites mit Pop-ups überflutet haben, bei Erhalt des Datenschutzes.

EU plant Reform des Cookie-Gesetzes, das Internet überflutet
Facebook X LinkedIn Bluesky WhatsApp
de flag en flag es flag fr flag nl flag pt flag

Brüssel will Cookie-Zustimmungsregeln vereinfachen

Die Europäische Kommission bereitet eine größere Überarbeitung der umstrittenen e-Privacy-Richtlinie vor, die seit 2009 Websites mit Cookie-Zustimmungsbannern gefüllt hat. Die Maßnahme zielt darauf ab, regulatorische Belastungen zu reduzieren und gleichzeitig den Datenschutz für europäische Bürger zu erhalten.

Cookies, die kleinen Textdateien, die Websites auf Benutzergeräten speichern, erfüllen wesentliche Funktionen wie das Speichern von Anmeldedaten und Warenkorbartikeln. Die Änderung von 2009, die explizite Zustimmung für nicht wesentliche Cookies erfordert, hat jedoch das geschaffen, was viele als Internetbelästigung betrachten.

Industrie und Datenschutzbefürworter kollidieren

Der Vorschlag der Kommission, der im Dezember 2025 als Teil eines "Omnibus"-Deregulierungspakets erwartet wird, würde es Nutzern ermöglichen, Cookie-Einstellungen einmal in ihren Browsereinstellungen festzulegen, anstatt bei jedem Website-Besuch auf Pop-ups zu stoßen. Dänemark, das derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, hat vorgeschlagen, Zustimmungsanforderungen für "harmlose" Cookies zu eliminieren.

"Zu viel Zustimmung tötet im Grunde die Zustimmung. Die Menschen sind es gewohnt, für alles Zustimmung zu geben, daher lesen sie Dinge möglicherweise nicht mehr so genau," sagte Peter Craddock, Datenschutzanwalt bei Keller und Heckman.

Industriegruppen befürworten die Verlagerung der Cookie-Regulierung unter den flexibleren "risikobasierten Ansatz" der DSGVO, während Datenschutzbefürworter vor einem Abbau von Schutzmaßnahmen warnen. "Sich auf Cookies zu konzentrieren ist wie das Umstellen von Liegestühlen auf der Titanic, wobei das Schiff Überwachungswerbung ist," sagte Itxaso Domínguez de Olazábal, Politikberaterin bei European Digital Rights.

Hintergrund und zukünftige Gesetzgebung

Die e-Privacy-Richtlinie wurde ursprünglich 2002 verabschiedet und 2009 geändert, um aufkommende digitale Datenschutzbedenken zu adressieren. Ein Vorschlag für eine e-Privacy-Verordnung aus dem Jahr 2017 wurde im Februar 2025 nach jahrelanger Debatte zurückgezogen. Das kommende Digital Fairness Act im Jahr 2026 wird Online-Werbepraktiken weiter behandeln.

Quellen: POLITICO Europe, Wikipedia

Verwandt

EU erleichtert Wolfsjagd nach Populationswachstum
Natur
AI relevance 94.4%

EU erleichtert Wolfsjagd nach Populationswachstum

Die EU hat den Wolfschutz herabgestuft, um Jagd zu erleichtern, mit Verweis auf Populationserholung und Konflikte....

EU Ersetzt Passstempel durch Digitales Grenzsystem
Politik
AI relevance 88.9%

EU Ersetzt Passstempel durch Digitales Grenzsystem

Die EU ersetzt Passstempel durch ein digitales Ein-/Ausreisesystem ab Oktober 2025, mit biometrischer Erfassung von...

Slowakisches Anti-LGBTQ+-Gesetz löst EU-Rechtskrise aus
Politik
AI relevance 83.3%

Slowakisches Anti-LGBTQ+-Gesetz löst EU-Rechtskrise aus

Slowakisches Verfassungsgesetz schränkt Rechte gleichgeschlechtlicher Partner ein und löst EU-weite Besorgnis über...

Ukraine: 90 Mrd. € EU-Darlehen trotz Ungarn-Veto
Ausland
AI relevance 77.8%

Ukraine: 90 Mrd. € EU-Darlehen trotz Ungarn-Veto

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sagt 90 Mrd. € Darlehen für Ukraine trotz Ungarn-Veto zu, plus 1,02 Mrd. €...

EU setzt nächsten Schritt der Zollreform mit neuer Behörde
Politik
AI relevance 72.2%

EU setzt nächsten Schritt der Zollreform mit neuer Behörde

Die EU genehmigt eine 3-€-Zollgebühr für E-Commerce-Pakete und richtet eine neue Zollbehörde ein. Neun Städte...