Niederlandes WM-Traum endet in Monterrey
Die niederländische Nationalmannschaft ist bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ausgeschieden. Im Achtelfinale in Monterrey, Mexiko, unterlag sie Marokko nach einem dramatischen Elfmeterschießen mit 3:2. Nach 120 Minuten stand es 1:1. Damit verlängert sich die Durststrecke der Oranje gegen eine Top-Nation. Marokko trifft nun im Viertelfinale auf Gastgeber Kanada. Die Niederlande waren als Gruppensieger angereist, doch Trainer Ronald Koeman überraschte mit einer Fünferkette, die erstmals seit zwei Jahren zum Einsatz kam. Diese Taktik sollte Marokkos Konter unterbinden, ließ aber den niederländischen Angriff ideenlos wirken.
Taktische Schlacht und torlose erste Hälfte
Koemans Entscheidung für eine Fünferkette mit Nathan Aké und Micky van de Ven als Schienenspieler war eine Reaktion auf die vier Gegentore in der Gruppenphase. Das System opferte die Mittelfeldkontrolle – Tijjani Reijnders saß auf der Bank. Ryan Gravenberch war gegen das überlegene marokkanische Mittelfeld isoliert.
Marokko, der Afrikameister, dominierte die erste Hälfte. Torwart Bart Verbruggen parierte zweimal glänzend gegen Neil El Aynaoui und Achraf Hakimi. Die Niederlande kamen zu keiner echten Chance, Brian Brobbey war gut bewacht. Ein Schuss von Van de Ven wurde kurz vor der Pause von Yassine Bounou gehalten.
Zweite Hälfte: Gakpos emotionales Tor
Nach der Pause drängte Marokko weiter. Hakimi traf die Latte, Dumfries lenkte eine Ecke fast ins eigene Tor. Koeman brachte Wout Weghorst und Teun Koopmeiners und stellte auf eine Viererkette um. Der Wechsel zahlte sich sofort aus: Weghorst verlängerte einen langen Ball, Crysencio Summerville sprintete rechtsaußen und flankte flach zu Cody Gakpo, der in der 74. Minute aus kurzer Distanz einschoss.
Gakpos Jubel war tief emotional. Der Liverpool-Stürmer und seine Partnerin hatten zuvor ihr ungeborenes Kind in der Schwangerschaft verloren. Sein drittes WM-Tor widmete er seiner Familie. „Es war ein Moment purer Erlösung“, sagte ein Insider später.
Marokkos später Ausgleich und Verlängerung
In der Nachspielzeit schlug Marokko zurück. Chemsdine Talbi flankte, Issa Diop köpfte über Virgil van Dijk hinweg zum 1:1. Das Spiel ging in die Verlängerung. Dort zeigte Verbruggen die Parade des Turniers, als er Soufiane Rahimis Schuss mit Knie und Hand abwehrte. Das Elfmeter-Drama der Niederlande setzte sich fort: Justin Kluivert, Quinten Timber und Summerville vergaben, Ismael Saibari verwandelte zum Sieg für Marokko.
Auswirkungen und Nachwirkungen
Die Niederlage wirft Fragen zu Koemans taktischer Starrheit auf. Die Niederlande haben seit über einem Jahrzehnt keinen bedeutenden Sieg gegen eine Top-10-Nation mehr erzielt. Koemans Zukunft ist ungewiss, der Verband wird die Kampagne überprüfen. Für Marokko ist der Sieg ein weiterer Meilenstein. Nach dem Halbfinale 2022 treffen sie nun auf Kanada. Die K.o.-Runde der WM 2026 bleibt unberechenbar. Für die Niederlande beginnt der Neuaufbau. Schlüsselspieler wie Van Dijk und Depay könnten nicht mehr dabei sein. Der WM-Kader der Niederlande 2026 zeigte Ansätze, aber nicht die nötige Geschlossenheit.
Häufig gestellte Fragen
Wie endete das Spiel Niederlande gegen Marokko?
1:1 nach Verlängerung, Marokko gewann 3:2 im Elfmeterschießen.
Wer traf für die Niederlande?
Cody Gakpo erzielte das Tor in der 74. Minute.
Warum änderte Koeman die Formation?
Er wechselte zu einer Fünferkette, um Marokkos Angriffe abzuwehren, nachdem die Niederlande in der Gruppenphase vier Tore kassiert hatten.
Wer vergab Elfmeter für die Niederlande?
Justin Kluivert traf den Pfosten, Quinten Timber schoss daneben, Crysencio Summerville scheiterte am Torwart.
Gegen wen spielt Marokko im Viertelfinale?
Marokko trifft auf Gastgeber Kanada.
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