UN beschließt neue Richtlinien gegen Weltraumschrott

Die UN verabschiedete verbindliche Richtlinien gegen Weltraumschrott mit Deorbitierungspflicht, Kollisionsstandards und aktiven Säuberungsinitiativen. Das Abkommen adressiert Orbit-Verschmutzung und schafft Finanzierungsmechanismen.

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Globales Abkommen zur Orbit-Säuberung

Der UN-Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums (COPUOS) hat bahnbrechende Richtlinien zur Weltraumschrott-Bekämpfung verabschiedet. Nach monatelangen Verhandlungen billigten 102 Mitgliedstaaten Maßnahmen gegen die wachsende Gefahr von Orbit-Schrott.

Bedrohung durch Kessler-Syndrom

Mit über 40.000 erfassten Objekten - außer Betriebe Satelliten bis Raketenteile - warnen Experten vor kritischer Dichte. "Bei diesem Tempo riskieren wir das Kessler-Syndrom", so Dr. Elena Rostova zum Dominoeffekt von Kollisionen, die Orbits unbrauchbar machen könnten. Vorfälle wie die SpaceX-Starship-Fragmentierung 2025 unterstreichen die Dringlichkeit.

Schlüsselbestimmungen des Abkommens

Das Rahmenwerk schafft drei Kernpflichten: Obligatorisches Deorbiting binnen 25 Jahren, Kollisionsvermeidungsstandards für neue Satelliten und aktive Beseitigungsziele. Bemerkenswert ist die finanzielle Verantwortung, bei der Betreiber nach Startmasse in Säuberungsfonds einzahlen.

Die Richtlinien bauen auf den Standards von 2007 auf, fügen aber Durchsetzungsmechanismen hinzu. "Dies wandelt freiwillige Empfehlungen in verbindliche Vorgaben um", betonte COPUOS-Vorsitzender Arjun Mehta bei der Wiener Sitzung.

Umsetzungsherausforderungen

Trotz des Meilensteins bleiben Hürden. Entwicklungsländer äußerten Kostensorgen, während kommerzielle Betreiber wie SpaceX und OneWeb gestaffelte Einführung forderten. Das Abkommen schafft eine internationale Überwachungsstelle, überlässt die Durchsetzung aber nationalen Regulierern.

Technologische Herausforderungen bestehen weiter. "Aktive Schrottbeseitigung bleibt experimentell", räumte ESA-Ingenieur Markus Fischer mit Verweis auf Netz- und Harpunentests ein. "Die Hochskalierung erfordert beispiellose Investitionen."

US-TraCSS-System im Fokus

Parallel kündigte das US Office of Space Commerce den Start seines Traffic Coordination System for Space (TraCSS) in diesem Jahr an. Die Plattform wird weltweit Kollisionswarnungen teilen und unterstützt UN-Bemühungen. "Internationale Koordination ist nicht verhandelbar", erklärte OSC-Direktor Gabriel Swiney.

Die ESA-Mission ClearSpace-1 zur Schrottbeseitigung 2026 erhielt nach dem Abkommen neue Finanzierungszusagen.

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