Der iranische Präsident Masoud Peseschkian hat die Wiederherstellung des internationalen Internetzugangs angeordnet und damit einen der längsten landesweiten Internet-Blackouts der Geschichte beendet. Die am 25. Mai 2026 erlassene Anweisung folgt auf 88 Tage nahezu vollständiger digitaler Isolation, die während regierungsfeindlicher Proteste im Januar begann und nach US-israelischen Luftangriffen am 28. Februar verlängert wurde. Der Iran-Internet-Blackout 2026 hat der Wirtschaft schätzungsweise 1,8 Milliarden Dollar gekostet und weltweit Kritik von Menschenrechtsorganisationen hervorgerufen.
Hintergrund: Wie der Blackout begann
Die Internetsperrung begann am 8. Januar 2026, dem zwölften Tag der Proteste von 2025–2026, als die iranische Regierung versuchte, Dissens zu unterdrücken. Laut der Internet-Überwachungsorganisation NetBlocks fiel die Konnektivität Anfang März auf bis zu 1 % des Normalniveaus. Die Sperrung wurde am 28. Januar kurzzeitig gelockert, aber nach koordinierten US- und israelischen Luftangriffen auf iranische Militärziele am 28. Februar mit voller Härte wieder eingeführt. Die Todeszahl der Iran-Massaker 2026 wird von der Nachrichtenagentur der Menschenrechtsaktivisten (HRANA) unabhängig mit über 7.000 bestätigt.
Wirtschaftliche Verwüstung
Kommunikationsminister Sattar Haschemi räumte ein, dass die Sperrung die Wirtschaft 35,7 Millionen Dollar pro Tag kostete. Unabhängige Schätzungen beziffern die direkten Kosten auf 30–40 Millionen Dollar täglich, die indirekten auf 70–80 Millionen Dollar. Der Online-Handel brach um 80 % ein, die Teheraner Börse verlor 450.000 Punkte. Bis Mitte April beliefen sich die kumulierten Kosten auf 1,8 Milliarden Dollar. Für die Bürger bedeutete der Blackout eine fast vollständige Isolation: Schulen, Krankenhäuser und Unternehmen waren lahmgelegt, Telemedizin und Lieferketten gestört, viele Iraner griffen auf teure VPNs zurück.
Der Wiederherstellungsbefehl
Am 25. Mai wies Präsident Peseschkian das Kommunikationsministerium formell an, den internationalen Internetzugang wiederherzustellen. Der Entscheidung war eine 9:3-Abstimmung in der Sonderarbeitsgruppe für Cyberspace-Management vorausgegangen. Vize-Minister Ehsan Chitsaz sagte: „Wir glauben, dass das Internet ein Recht der Menschen ist und ihnen zurückgegeben werden muss.“ Die Wiederherstellung stößt jedoch auf institutionellen Widerstand – die IRGC-nahe Nachrichtenagentur Fars stellt die rechtliche Befugnis des Präsidenten in Frage. Regierungssprecherin Fatemeh Mohajerani erklärte, die Dienste könnten „in den kommenden Tagen“ wiederhergestellt werden, ohne einen genauen Zeitplan zu nennen.
Was die Wiederherstellung bedeutet
Das wiederhergestellte Internet wird auf das Niveau vor Januar 2026 zurückfallen, d. h. es bleibt eine starke Zensur bestehen. Viele internationale Websites bleiben blockiert, und das staatlich kontrollierte „Nationale Internet“ wird weiter betrieben. Digitalrechtler bleiben skeptisch, da der rechtliche und politische Rahmen für die Sperrung unverändert ist. Die iranischen Internetzensurgesetze 2026 gelten weiterhin, und künftige Einschränkungen sind ohne strukturelle Reformen möglich.
Menschenrechtsbedenken
Menschenrechtsorganisationen verurteilen den Blackout als Unterdrückungswerkzeug. Amnesty International und HRANA dokumentierten während der Sperrung Massenverhaftungen, Folter und Hinrichtungen. Der Blackout verhinderte, dass die Welt das Ausmaß des Vorgehens sah. Die inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi wurde Berichten zufolge bei ihrer Festnahme geschlagen und während der Blackout-Periode medizinisch vernachlässigt.
FAQ
Wann begann der iranische Internet-Blackout?
Er begann am 8. Januar 2026, zunächst zur Unterdrückung regierungsfeindlicher Proteste. Nach US-israelischen Luftangriffen am 28. Februar wurde er verschärft.
Wie lange dauerte der Blackout?
88 Tage – vom 8. Januar bis 25. Mai 2026 – der längste landesweite Internetausfall der Geschichte.
Wird das Internet im Iran jetzt völlig frei sein?
Nein. Die Wiederherstellung bringt die Konnektivität auf das Niveau vor Januar 2026, das immer noch starke Zensur umfasst. Viele internationale Seiten bleiben blockiert, der Staat überwacht den gesamten Verkehr.
Wie hoch waren die wirtschaftlichen Kosten?
Schätzungen reichen von 1,8 Milliarden bis über 2,5 Milliarden Dollar an direkten und indirekten Kosten, mit täglichen Verlusten von 30–80 Millionen Dollar.
Warum ordnete Präsident Peseschkian die Wiederherstellung an?
Peseschkian, der mit dem Versprechen gelockerter Internetbeschränkungen angetreten war, sah sich wachsendem wirtschaftlichen Druck und öffentlichen Forderungen ausgesetzt. Die Entscheidung spiegelt auch interne Machtkämpfe zwischen der Präsidentschaft und Hardlinern wider.
Quellen
- NetBlocks – Internet-Überwachungsorganisation
- Wikipedia: Internet-Blackout im Iran 2026
- HRANA – Nachrichtenagentur der Menschenrechtsaktivisten
- The National: Iran-Präsident ordnet Ende des Internet-Blackouts an
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