Großbritannien bricht Tradition mit verpflichtender digitaler ID

Großbritannien führt verpflichtende digitale ID für Arbeitnehmer ein, um illegale Einwanderung zu bekämpfen und bricht mit Tradition gegen nationale Ausweise.

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Historische Wende in der britischen Identitätspolitik

In einer wegweisenden Entscheidung, die mit jahrhundertealten Traditionen bricht, hat der britische Premierminister Keir Starmer die Einführung einer verpflichtenden digitalen Identifikation für alle Arbeitnehmer im Vereinigten Königreich angekündigt. Dieser umstrittene Schritt stellt eine bedeutende Abkehr vom langjährigen britischen Widerstand gegen nationale Ausweisdokumente dar.

Das neue digitale ID-System, das für beschäftigte Personen verpflichtend sein wird, aber nicht für Rentner, zielt darauf ab, illegale Einwanderung zu bekämpfen und die Schattenwirtschaft zu reduzieren. Regierungsquellen zufolge wird die digitale Identifikation als Nachweis des Rechts zu arbeiten und im Vereinigten Königreich zu wohnen dienen.

Ende des 'Ausweise bitte'-Widerstands

Seit Generationen hat die britische Gesellschaft Widerstand gegen das geleistet, was viele als 'Ausweise bitte'-Kultur bezeichneten - bei der die Polizei Bürger auf der Straße anhalten und nach Identifikation fragen konnte. Dieser Widerstand war in Bedenken hinsichtlich persönlicher Freiheit und des Verhältnisses zwischen Staat und Bürgern verwurzelt.

Frühere Versuche, verpflichtende Ausweise einzuführen, darunter einer des ehemaligen Premierministers Tony Blair vor über zwanzig Jahren, scheiterten im Parlament am heftigen Widerstand von Bürgerrechtsorganisationen und politischen Parteien. 'Wir tragen heute viel mehr Identifikation in unseren Taschen als vor zwanzig Jahren,' argumentierte Starmer und deutete an, dass die psychologische Barriere abgenommen habe.

Fokus auf Einwanderungskontrolle

Die Hauptmotivation hinter der digitalen ID-Initiative ist die Einwanderungskontrolle. Viele Asylsuchende und Migranten überqueren den Ärmelkanal aus Europa in der Annahme, im Vereinigten Königreich leichter Arbeit finden zu können. Die Regierung hofft, dass das neue System es undokumentierten Migranten erschwert, Arbeit zu finden.

Laut Wikipedia haben die meisten europäischen Länder bereits verpflichtende oder semi-verpflichtende Ausweissysteme, was das Vereinigte Königreich in dieser Hinsicht zu einer Ausnahme macht.

Politische Opposition und Bedenken

Die Ankündigung hat Kritik von Oppositionsparteien hervorgerufen. Richard Tice von der rechten Reform-Partei erklärte, dass 'diese Maßnahme den Fluss illegaler Boote über den Ärmelkanal nicht stoppen wird und wir bereits Identifikation in Form von Pässen haben.'

Die konservative Abgeordnete Kemi Badenoch forderte eine nationale Debatte vor der Umsetzung, während Datenschutzbefürworter Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes in digitalen ID-Systemen äußerten. Der genaue Zeitplan für die Umsetzung bleibt unklar.

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