Massenproteste in Frankreich gegen Macrons Sparmaßnahmen

Tausende protestieren in Frankreich gegen Macrons Sparmaßnahmen, mit Zusammenstößen, Festnahmen und landesweiten Störungen während politischer Krise.

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Landesweite Demonstrationen lähmen Frankreich

Frankreich erlebte am Donnerstag massive Proteste im ganzen Land, als Tausende auf die Straße gingen, um sich gegen die umstrittenen Sparmaßnahmen von Präsident Emmanuel Macron zu wehren. Die von vereinten Gewerkschaften organisierten Demonstrationen brachten Großstädte zum Stillstand, wobei die Behörden landesweit mit bis zu 800.000 Teilnehmern rechneten.

Gewaltsame Auseinandersetzungen und Festnahmen

In Paris und Marseille kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, die Tränengas einsetzte, um Menschenmengen zu zerstreuen. Bis zum Vormittag wurden Dutzende Festnahmen vorgenommen, als die Spannungen eskalierten. "Wir kämpfen für unsere Zukunft und gegen Politik, die nur den Reichen nützt," sagte ein Demonstrant in Reims, wo sich Protestierende trotz starker Polizeipräsenz versammelten.

Transport und Dienstleistungen gestört

Der landesweite Streik beeinträchtigte den öffentlichen Verkehr erheblich, wobei U-Bahn-Dienste in Paris erhebliche Störungen aufwiesen. Fast alle Apotheken blieben geschlossen, während Unternehmen und Schulen von Demonstranten blockiert wurden. Bei der "Opération escargot" fuhren Fahrzeuge im Schritttempo auf Autobahnen, was massive Staus verursachte.

Politische Krise vertieft sich

Die Proteste kommen inmitten einer sich vertiefenden politischen Krise in Frankreich. Letzte Woche trat Premierminister François Bayrou zurück, nachdem er keine parlamentarische Unterstützung für das Sparpaket erhalten hatte. Macron ernannte daraufhin den 39-jährigen Sébastien Lecornu zum fünften Premierminister in weniger als zwei Jahren.

Demonstranten bleiben skeptisch gegenüber Lecornus Fähigkeit, den Kurs zu ändern. Die vorgeschlagenen Kürzungen von 43,8 Milliarden Euro zielen auf Sozialleistungen und Gesundheitsversorgung ab, während Unternehmenssubventionen erhalten bleiben - ein Schritt, der nach Ansicht von Kritikern die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößern wird. Laut Wikipedia hat die "Bloquons tout"-Bewegung seit Mitte 2025 an Schwung gewonnen und organisiert sich über Social-Media-Plattformen.

Die französischen Staatsfinanzen stehen unter unhaltbarem Druck, da die Regierung um wirtschaftliche Stabilität und soziale Wohlfahrtsforderungen ringt. Die anhaltenden Proteste signalisieren eine wachsende öffentliche Unzufriedenheit, die die politische Landschaft des Landes für Jahre prägen könnte.

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