Niederländische und venezolanische Frauen behaupten Entführung, Vergewaltigung und Krypto-Erpressung in Lahore
Eine Niederländerin und ihre venezolanische Reisebegleitung wurden nach eigenen Angaben vor einem Ermittlungsrichter in Lahore, Pakistan, entführt, wiederholt sexuell missbraucht und zur Überweisung von etwa 17.000 US-Dollar in Kryptowährung gezwungen. Vier Verdächtige wurden festgenommen, darunter ein Enkel von Pakistans Vize-Premierminister und Außenminister Ishaq Dar, was eine politische Kontroverse auslöste.
Wie die Opfer nach Pakistan gelockt wurden
Die beiden Frauen – in lokalen Medien als Stephanie Adriana Mao (Niederländerin) und Astrid Robinson (Venezolanerin) identifiziert – kamen am 26. Juni 2026 in Pakistan an, eingeladen von einem Pakistaner, den sie Monate zuvor auf einer Kryptowährungskonferenz in Singapur getroffen hatten. Die Gruppe hatte über ein gemeinsames Krypto-Handelsunternehmen gesprochen. Nach anfänglichen Besichtigungen in Islamabad und Nathia Gali luden die Verdächtigen die Frauen am 29. Juni zu einer angeblichen Familien-Geburtstagsfeier nach Lahore ein. Bei Ankunft in einem Haus im gehobenen Viertel Defense Housing Authority (DHA) stellten die Frauen fest, dass es leer war. Kurz darauf stürmten vier bewaffnete Männer das Haus, fesselten sie und begannen, sie anzugreifen. Die Entführer forderten 2 Millionen Dollar Lösegeld von den Familien und drohten, sie zu töten oder ihre Organe zu verkaufen.
Kryptowährungsdiebstahl und Lösegeldforderungen
Die Täter erzwangen Zugriff auf das Handy der Niederländerin und transferierten etwa 17.000 Dollar in Kryptowährung (hauptsächlich USDT) von ihrem Wallet auf ein Wallet eines Verdächtigen. Drei Tage lang wurden die Frauen wiederholt körperlich und sexuell angegriffen; die Niederländerin wurde angeblich von mehreren Tätern vergewaltigt. Die Entführer zwangen die Frauen zu Telefonaten mit ihren Familien in Europa, um Lösegeld zu fordern. Während eines Anrufs nutzte die Niederländerin ein vorher vereinbartes Notsignalwort – „Carlitos“ – das ihre Familie alarmierte. Ihre Familie kontaktierte die niederländischen Behörden, die pakistanische Strafverfolgungsbehörden informierten.
Kühne Flucht und Rettung
Am 1. Juli, während eines Transports in einem Auto, nutzten die Frauen eine Gelegenheit zur Flucht. Nach einer kleinen Kollision sprangen beide aus dem fahrenden Auto und flohen zu einer nahe gelegenen Autowerkstatt. Ein Verkehrspolizist bemerkte ihre Not und verständigte die örtliche Polizei, die fast 48 Stunden nach dem niederländischen Alarm nach den Opfern gesucht hatte. Die Frauen wurden ins Krankenhaus gebracht. Ihre Aussagen nach § 164 der Strafprozessordnung detaillierten die Entführung, Misshandlung und Krypto-Erpressung.
Festnahmen und politischer Feuersturm
Die Polizei in Lahore registrierte ein Strafverfahren gegen fünf Verdächtige. Vier wurden festgenommen, darunter Muhammad Raza Dar, der Berichten zufolge der Enkel von Ishaq Dar ist. Ein fünfter Verdächtiger ist flüchtig. Die Anklage umfasst Entführung, Gruppenvergewaltigung, Erpressung und kriminelle Einschüchterung. Der Fall löste politischen Aufruhr aus. Senator Faisal Vawda forderte Ishaq Dars Rücktritt und beschuldigte ihn, seinen Verwandten zu schützen. Die Opposition kritisierte die Regierung, zunächst versucht zu haben, den Fall auf Erpressung zu beschränken, obwohl die Polizei die Ermittlungen zu den sexuellen Übergriffen bestätigte. Die Kryptowährungsregulierung in Pakistan steht nun im Fokus der Ermittlungen. Der Fall zeigt auch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit ausländischer Touristen in Südasien.
Reaktion der niederländischen Regierung
Das niederländische Außenministerium bestätigte konsularische Hilfe für die Opfer. Aus Datenschutzgründen wurden keine weiteren Details bekannt gegeben. Das Ministerium arbeitet mit den pakistanischen Behörden und der Botschaft in Islamabad zusammen, um die sichere Rückkehr der Frauen zu ermöglichen. Menschenrechtsorganisationen forderten eine transparente Untersuchung.
FAQ: Wichtige Fragen beantwortet
Was geschah mit der Niederländerin in Pakistan?
Eine Niederländerin und ihre Freundin wurden entführt, sexuell missbraucht und in Lahore mit einer Lösegeldforderung von 2 Millionen Dollar erpresst. Sie waren unter dem Vorwand eines Krypto-Geschäftstreffens nach Pakistan gelockt worden.
Wer wurde im Fall Lahore festgenommen?
Vier Verdächtige, darunter Muhammad Raza Dar, der Enkel von Vize-Premierminister Ishaq Dar. Ein fünfter ist auf der Flucht.
Wie entkamen die Opfer?
Sie sprangen nach einer Kollision aus einem fahrenden Auto und flohen zu einer Werkstatt, wo ein Polizist half.
Welche Rolle spielte Kryptowährung?
Etwa 17.000 Dollar in USDT wurden erzwungen transferiert. Die Frauen hatten den Hauptverdächtigen auf einer Krypto-Konferenz kennengelernt.
Welche politischen Folgen gibt es?
Oppositionelle fordern Dars Rücktritt. Der Fall verschärft die Debatte über politische Privilegien und Rechenschaftspflicht.
Quellen
Dieser Artikel basiert auf Berichten von Dawn, Pakistan Today, The Express Tribune, ARY News, India Today, News18, der Nachrichtenagentur ANP sowie offiziellen Aussagen der Polizei Lahore und des niederländischen Außenministeriums.
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