Ukrainische Journalisten bei Drohnenangriff getötet, Saporischschja erhält Strom

Zwei ukrainische Journalisten wurden bei einem russischen Drohnenangriff in Kramatorsk getötet, während das Kernkraftwerk Saporischschja nach monatelanger Störung wieder Strom erhält. Internationale Verurteilung wächst angesichts von Kriegsverbrechen-Vorwürfen.

Ukrainische Journalisten bei Drohnenangriff getötet, Saporischschja erhält Strom
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Zwei ukrainische Journalisten bei gezieltem Drohnenangriff getötet

Zwei ukrainische Journalisten wurden bei einem russischen Drohnenangriff auf die Stadt Kramatorsk am 23. Oktober 2025 getötet. Die Opfer wurden als Journalistin Olena Hoebanowa und Kameramann Jevhen Karmazin vom russischsprachigen Fernsehsender Freedom identifiziert, der vom ukrainischen Staat subventioniert wird. Ein dritter Journalist, Oleksandr Kolitschev, wurde bei dem Angriff verletzt.

Laut dem Sender befanden sich die Journalisten während des Angriffs in einem Auto an einer Tankstelle. Sie wurden von einer Lancet-Drohne getroffen, sagte Gouverneur Vadim Filaschkin. Die Lancet ist eine teure und leistungsstarke Drohne, die häufig gegen Panzer und gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt wird, was diesen Angriff aufgrund des Einsatzes gegen Journalisten besonders besorgniserregend macht.

Niederländische Verbindungen und Dokumentararbeit

Die Journalisten arbeiteten in der Ukraine regelmäßig mit den Niederländern Franky van Hintum und Coen van Oosten zusammen, die seit Jahren mit ihrem Pommesbuden-Foodtruck an die Front fahren, um dort Essen zu verteilen. Karmazin drehte die Dokumentation Patatje Oorlog, die kürzlich ausgestrahlt wurde, und Videos für YouTube.

Van Hintum und Van Oosten reagierten in einem Beitrag in den sozialen Medien bestürzt auf die Nachricht aus der Ukraine: 'Wir können kaum in Worte fassen, wie groß unser Schmerz ist.' Es handelt sich um ihre Freunde, mit denen sie täglich Kontakt hatten. 'Wir haben zusammen so viele intensive, aber auch wunderschöne Momente geteilt.'

Das Duo fügte hinzu: 'Ehrlich gesagt wissen wir nicht, wie es jetzt weitergehen soll. Aber eines ist sicher: Wir werden nicht aufgeben.'

Internationale Empörung und Kriegsverbrechen-Vorwürfe

Der ukrainische Präsident Selenskyj verurteilte den Angriff: 'Das sind keine Unfälle oder Fehler, sondern eine bewusste russische Strategie, um alle unabhängigen Stimmen, die über russische Kriegsverbrechen in der Ukraine berichten, zum Schweigen zu bringen.' Der Menschenrechtsbeauftragte Dmitro Lubinez spricht von 'weiteren Beweisen für systematische Kriegsverbrechen Russlands gegen Zivilisten.'

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 sind mindestens zwanzig Journalisten getötet worden. Anfang dieses Monats kam ein französischer Fotograf ums Leben bei einem Drohnenangriff südlich von Kramatorsk. Sein ukrainischer Kollege wurde schwer verletzt. Der Franzose war laut der Europäischen Föderation der Journalisten der erste Journalist in der Ukraine, der durch eine Drohne getötet wurde.

Kernkraftwerk Saporischschja erhält wieder Strom

Unterdessen meldet die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), dass das Kernkraftwerk Saporischschja wieder Strom erhält, nachdem ein wichtiges Stromkabel repariert wurde. Das größte Kernkraftwerk Europas war einen Monat lang vom Stromnetz abgeschnitten, da Energiekabel beschädigt waren, und war seitdem auf Notstromaggregate angewiesen. Das war im Krieg noch nie zuvor geschehen. Die Atomaufsichtsbehörde IAEA machte sich ernsthafte Sorgen um die Sicherheit.

Das Kernkraftwerk in Saporischschja wurde kurz nach Kriegsbeginn von Russland besetzt. Die sechs Reaktoren wurden abgeschaltet und erzeugen seitdem keinen Strom mehr. Das ukrainische Personal wurde gezwungen, die Reaktoren zu kühlen. Das letzte von drei Stromkabeln zum Kraftwerk selbst war Ende letzten Monats durch Angriffe außer Betrieb gesetzt worden.

Die IAEA meldet, dass die Arbeiten an der Stromversorgung aufgrund eines lokalen Waffenstillstands durchgeführt werden konnten. Das schwerste Hochspannungskabel ist jetzt repariert, an den anderen beiden wird noch gearbeitet.

Austausch vereinbart

Weiterhin haben Russland und die Ukraine erneut einen Austausch von Leichen gefallener Soldaten vereinbart. Laut dem ukrainischen Koordinator für Kriegsgefangene wurden tausend Leichen an die Ukraine zurückgegeben. Der russische Fernsehsender RBC meldet, dass Russland im Gegenzug 31 Leichen zurückerhalten hat.

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