Vier Tage nach der katastrophalen Nepal-Flutkatastrophe, die am 26. August 2026 durch das Trishuli-Tal tobte, warten die Bewohner des am stärksten betroffenen Distrikts Nuwakot immer noch auf Hilfe. Mindestens 682 Menschen sind bestätigt tot, mehr als 1.473 verletzt und fast 3.000 noch vermisst. Überlebende beschreiben einen Fluss, den sie nicht wiedererkennen, und eine Evakuierung, die für viele zu spät kam.
Was geschah im Trishuli-Tal in Nepal?
Die Katastrophe begann am Morgen des 26. August, als ein etwa 610 Meter breiter Gletscher nahe Langtang Lirung im Himalaya kollabierte und eine Lawine aus Eis und Geröll das Flusssystem Lende Khola–Bhote Koshi–Trishuli hinunterschickte. Die Flutwelle erreichte bis zu 180 km/h, legte in etwa sieben Minuten 20 Kilometer zurück und zerstörte den Grenzübergang Gyirong Port nach China. Die Fluten breiteten sich über 72 Kilometer in sieben Distrikten aus, darunter Rasuwa, Nuwakot und Dhading. Der Gletscherkollaps in Nepal 2026 wird von Wissenschaftlern mit der durch den Klimawandel verursachten Permafrostschwächung in Verbindung gebracht.
Vier Tage danach: Überlebende warten auf Hilfe
Im Talort Trishuli sitzen Einwohner am Straßenrand und beobachten, wie Bagger langsam Schlamm und Geröll beseitigen. Sie können ihre Häuser noch nicht erreichen, um nach Habseligkeiten zu suchen. Der Helfer Lieuwe Siebe de Jong der niederländischen NGO ZOA, der mit dem Motorrad abgeschnittene Gemeinden erreicht, sagte: „Wir stießen auf Menschen, die tagelang vergeblich auf Evakuierung gewartet hatten. Was einst eine belebte Stadt war, ist jetzt komplett von Schlamm und Steinen weggespült.“
Sari: „Der Fluss fühlt sich wie ein Fremder an“
Sari, eine Hindu-Frau, die den Trishuli seit ihrer Kindheit verehrt, sitzt vor ihrem Haus mit roten Armbändern und einem roten Bindi. „Der Fluss fühlt sich nicht mehr wie ein Freund an, sondern wie ein Fremder“, sagte sie. „Ich sehe das Wasser weiter steigen. Eigentlich möchte ich hier weg.“ Sie bleibt nur, weil sie Angst hat, ihren Möbelladen aufzugeben.
Prabin Dhunge: Flucht in Minuten
Prabin Dhunge zeigt auf ein Gebäude ohne Dach und mit fehlenden Außenwänden. „Das ist mein Haus, und mein Geschäft war hier mit fünf Lagerräumen, aber alles wurde in wenigen Minuten weggespült.“ Sein Vater, ein erfolgreicher Geschäftsmann, ging erst, nachdem die Polizei vor steigendem Wasser gewarnt hatte. „Die Warnung war zu vage; wir haben nicht erkannt, welche Katastrophe uns erwartete. Zum Glück ist meine Familie jetzt sicher, aber meine Freunde und Nachbarn wurden alle weggespült.“
Lali Maya, 65: „Ich habe alles verloren“
Die 65-jährige Lali Maya sitzt in einer Ladenöffnung und weint. „Ich habe alles verloren. Ich habe nicht einmal Kleidung zum Anziehen.“ Sie hat schon früher Überschwemmungen erlebt, aber nie in diesem Ausmaß. „Die ganze Nacht habe ich Angst, weil die Leute sagen, dass eine neue Flutwelle kommt. Ich bin alt, und es spielt für mich keine Rolle mehr, ob ich sterbe.“
Warum kam es zur Trishuli-Flut?
Behörden und Wissenschaftler führen die Katastrophe auf einen Gletscherkollaps in großer Höhe zurück, nicht auf Monsunregen. Ein nahe der Grenze registriertes seismisches Signal der Stärke 5,2 wurde vom USGS später als der Gletscherkollaps selbst eingestuft, nicht als tektonisches Erdbeben. Da der Klimawandel im Himalaya das Auftauen des Permafrosts und die Instabilität der Gletscher beschleunigt, warnen Experten, dass solche Ereignisse häufiger auftreten könnten. Die Frühwarnsysteme versagten teilweise, weil flussaufwärts gelegene Überwachungsstationen weggespült wurden, bevor Warnungen ausgelöst werden konnten; SMS-Warnungen erreichten 679.295 Einwohner erst, nachdem die Flut bereits in den Trishuli gelangt war.
Auswirkungen und Reaktion
Der Schaden in Nepal wird auf mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ganze Siedlungen wurden unter grauem Schlamm begraben, und Bagger bergen weiterhin Leichen. Internationale Hilfsorganisationen und die nepalesische Regierung liefern Lebensmittel und Hygieneprodukte nach Nuwakot und darüber hinaus, wo die Straßen es zulassen. Die humanitäre Hilfe in Nepal wird jedoch weiterhin durch zerstörte Straßen und anhaltende Erdrutschgefahr behindert.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Menschen starben bei der Nepal-Flut 2026?
Mindestens 682 Menschen wurden bestätigt tot, mehr als 2.980 werden Ende August 2026 noch vermisst.
Was verursachte die Trishuli-Flut?
Ein Gletscherkollaps nahe Langtang Lirung löste einen Schuttstrom und eine Sturzflut aus, die wahrscheinlich mit der klimabedingten Schwächung des Permafrosts zusammenhängt.
Welche Distrikte waren betroffen?
Sieben Distrikte: Rasuwa, Nuwakot, Dhading, Gorkha, Tanahun, Nawalparasi und Chitwan.
Warum versagten die Frühwarnungen?
Flussaufwärts gelegene Überwachungsstationen wurden zerstört, bevor Warnungen herausgegeben werden konnten, und SMS-Warnungen kamen an, nachdem das Wasser bereits den Flusskorridor erreicht hatte.
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