Mehrheit der Brandopfer in Crans-Montana kämpft ums Überleben

Die meisten Opfer des Brandes in Crans-Montana befinden sich in kritischem Zustand mit lebensbedrohlichen Verbrennungen. Das Feuer, wahrscheinlich durch Champagner-Eisfontänen ausgelöst, tötete etwa 40 Menschen und verletzte 115 in einem Lokal mit nur einem Ausgang.

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Verheerender Neujahrsbrand lässt die meisten Opfer um ihr Leben kämpfen

Die Mehrheit der Opfer, die bei dem katastrophalen Neujahrsbrand in der Le Constellation Bar in Crans-Montana, Schweiz, verletzt wurden, befindet sich in einem kritischen Zustand. Lokale Behörden geben an, dass 80 bis 100 Prozent der Verletzten lebensbedrohliche Wunden erlitten haben. Der Brand, der am 1. Januar 2026 gegen 01:30 Uhr ausbrach, forderte etwa 40 Todesopfer und verletzte 115 Menschen. Der Schweizer Präsident Guy Parmelin bezeichnete die Tragödie als 'eine der schlimmsten in der Geschichte unseres Landes'.

Medizinische Krise entfaltet sich

Stéphane Ganzer, Direktor der regionalen Sicherheitsbehörde im Kanton Wallis, sagte gegenüber dem französischen Radiosender RTL: 'Wir wissen, dass Opfer mit Verbrennungen dritten Grades auf etwa 15 Prozent ihrer Körperoberfläche das Risiko haben, innerhalb von Stunden oder Tagen zu sterben'. Die Schwere der Verletzungen ist erschütternd – allein im Universitätsspital Lausanne haben dreizehn Opfer Verbrennungen auf mehr als 60 Prozent ihrer Körperoberfläche.

Das Ausmaß des medizinischen Notfalls hat das Schweizer Gesundheitssystem überfordert, was zu internationalen Hilfsangeboten führte. Niederländische Verbrennungszentren in Beverwijk, Rotterdam und Groningen haben angeboten, sechs Patienten aufzunehmen, obwohl die Schweiz das Angebot noch nicht angenommen hat. 'Wir haben geprüft, wie viele Patienten wir übernehmen können, ohne die Akutversorgungskapazität für die niederländische Gesundheitsversorgung zu gefährden', sagte Eelke Bosma vom Verbrennungszentrum Groningen.

Wahrscheinliche Ursache: Champagner-Eisfontänen

Ermittler vermuten, dass das Feuer höchstwahrscheinlich durch sogenannte 'Eisfontänen' – an Champagnerflaschen befestigte Wunderkerzen – ausgelöst wurde. Der französische Fernsehsender BFMTV veröffentlichte zwei Fotos, auf denen Menschen Champagnerflaschen mit brennenden Fontänen hochhalten. Auf einem Foto ist zu sehen, wie die Decke über ihnen Feuer fing. Das Feuer breitete sich mit beängstigender Geschwindigkeit aus, was darauf hindeutet, dass brennbares Material in der Decke die Flammen beschleunigte.

Edmond Cocquyt, ein belgischer Besucher, der die Nachwirkungen sah, beschrieb die Szene: 'Ich sah Leichen auf der Straße liegen. Es waren weiße Laken über den toten Menschen und Aluminiumdecken über denen mit Verbrennungen. Das Schlimmste war das Geschrei – das Geschrei junger Mädchen vor Schmerzen, als sie auf Tragen gehoben wurden. Dieses Geschrei ging durch Mark und Bein, und es hielt einfach an, stundenlang'.

Tragödie mit einem einzigen Ausgang

Mehrere Zeugen bestätigen, dass das Keller-Café nur eine Treppe zum Erdgeschoss hatte, was während der Evakuierung einen tödlichen Engpass schuf. Stefan, ein niederländischer Bewohner von Crans-Montana, der die Bar regelmäßig besuchte, erklärte: 'Wenn man dreihundert Menschen über eine einzige Treppe evakuieren muss, ist das sehr schwierig. Man weiß nicht, wie es passiert ist, wie die Menschen reagiert haben. Es gab natürlich Panik'.

Cocquyt, der seit 30 Jahren nach Crans-Montana kommt, äußerte sein Erstaunen über die Sicherheitsüberschreitung: 'Es gab nur einen Ausgang, und das ist ziemlich bizarr. Die Schweiz stellt hohe Anforderungen an alles. Dass sie so etwas zugelassen haben, ist ziemlich bizarr. In Belgien muss ein Keller-Café immer zwei Ausgänge haben'.

Internationale Reaktionen und Identifikationsherausforderungen

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, dass französische Krankenhäuser Opfer aufnehmen werden. Mindestens sechs französische Staatsbürger wurden verletzt und acht werden vermisst. Italien meldet sechs vermisste Bürger und dreizehn Krankenhauseinweisungen. Das erste identifizierte Opfer ist der 16-jährige Emanuele Galeppini, ein talentierter Golfer, dessen Tod vom italienischen Golfverband bekannt gegeben wurde.

Die Identifizierung der Opfer erweist sich als schwierig, da viele vollständig verbrannt sind. DNA- und Zahnuntersuchungen werden notwendig sein, um die Identitäten festzustellen. Vierzehn Verletzte wurden nach Polen verlegt, während Belgien vier Opfer behandelt. Es wurden keine niederländischen Opfer gemeldet.

Historischer Kontext und Untersuchung

Die Tragödie weist erschreckende Ähnlichkeiten mit dem Café-Brand in Volendam im Jahr 2001 auf, bei dem Wunderkerzen während einer Neujahrsfeier eine Decke in Brand setzten und 14 Tote sowie 180 Verletzte forderten. Schweizer Behörden haben fünf Tage nationale Trauer ausgerufen und eine umfassende Untersuchung der Sicherheitsstandards des Veranstaltungsortes eingeleitet.

Während sich an provisorischen Gedenkstätten in Crans-Montana Blumen und Kerzen stapeln, dominieren Fragen zu Sicherheitsvorschriften, brennbaren Materialien in Vergnügungsstätten und Notfallvorsorge die Diskussionen. Die Untersuchung wird prüfen, ob der Veranstaltungsort den Brandschutzvorschriften entsprach und welche Rolle die Champagner-Eisfontänen bei der Entzündung des tödlichen Feuers spielten.

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