Am 1. Januar 2026 trat die endgültige CBAM-Phase in Kraft. Importeure von Stahl, Aluminium, Zement, Düngemitteln, Strom und Wasserstoff müssen CO2-Zertifikate zum EU-ETS-Preis (€75,36/tCO2) kaufen. Dies löst Vergeltungsdrohungen aus und zwingt Lieferketten zur Umstrukturierung.
Was ist CBAM und wie funktioniert es?
CBAM verhindert Kohlenstoffleckage durch CO2-Grenzausgleich. Importeure melden Emissionen und kaufen Zertifikate. Abgedeckt: sechs Sektoren (Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Strom, Wasserstoff), Ausweitung bis 2030. Nach Übergangsphase ohne Kosten (2023-2025) gilt ab 2026 die Zahlungspflicht. Der EU-Emissionshandel bestimmt die Preise.
Globale Handelserschütterungen: Vergeltung und Umstrukturierung
Wichtige Handelspartner lehnen sich auf
USA, China, Indien, Südafrika kritisieren CBAM scharf. USA warnten, Indien droht Zöllen, Südafrika erwägt WTO-Beschwerde. Die EU beruft sich auf GATT Artikel XX. Das WTO-Streitbeilegungsverfahren könnte Jahre dauern.
Lieferketten unter Druck
Entwicklungsländer wie Mosambik und Vietnam sind stark betroffen. Weltbank schätzt BIP-Verluste bis 0,91% in Afrika. Exporteure müssen dekarbonisieren. China weitet ETS auf Stahl und Aluminium aus, Indien pilotiert CO2-Kredite. Die globale CO2-Bepreisungslandschaft verändert sich.
Wettlauf um Nachahmung: CBAMs Verbreitung
UK führt CBAM am 1.1.2027 ein. Kanada, Japan, Südkorea, Australien entwickeln eigene Systeme. USA prüfen Vorschläge. Diese Vielfalt schafft komplexe Kosten für multinationale Konzerne. Die Harmonisierung der CO2-Grenzmaßnahmen ist eine Herausforderung.
Auswirkungen auf EU-Industrie und Klimaziele
CBAM gleicht Wettbewerbsbedingungen aus. Freie Zertifikate werden bis 2034 durch CBAM-Zertifikate ersetzt. EU-Kommission erwartet 30% weniger Kohlenstoffleckage und Beitrag zum 55%-Emissionsziel. Industrie warnt vor Bürokratie. Die industrielle Dekarbonisierungsstrategie der EU nutzt CBAM-Einnahmen (€1,5 Mrd. jährlich bis 2030).
Expertenmeinungen
Dr. Helena Bergström: 'CBAM ist das ambitionierteste Klimahandelsinstrument. Sein Erfolg wird die Zukunft der Klimadiplomatie bestimmen.'
Botschafter Rakesh Sharma: 'CBAM bestraft Entwicklungsländer für ein Problem der Industrienationen. Das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung wird missachtet.'
Häufig gestellte Fragen
Welche Produkte sind abgedeckt?
Sechs Sektoren; Ausweitung bis 2030 auf alle ETS-Sektoren.
Wie viel kosten CBAM-Zertifikate?
€75,36/tCO2 im Q1 2026; wöchentliche Preise ab 2027.
Wer zahlt für CBAM?
EU-Importeure, geben Kosten an Exporteure weiter.
Ist CBAM WTO-konform?
EU beruft sich auf GATT XX; Handelspartner widersprechen.
Welche Länder führen ähnliche Politiken ein?
UK ab 2027; Kanada, Japan, Südkorea, Australien in Planung.
Fazit: Ein Präzedenzfall für die Klimahandelspolitik
CBAM ist ein Präzedenzfall. Ob es eine Welle globaler CO2-Bepreisung auslöst oder Handelskonflikte, hängt von Verhandlungen und WTO-Entscheidungen ab. Die Zukunft der Klimahandelspolitik wird heute in Brüssel geschrieben.
Quellen
- CBAM Offizielle Seite der EU-Kommission
- Preis der CBAM-Zertifikate
- CNBC: CO2-Grenzsteuer: USA, China und Indien kritisieren EU-Klimapolitik
- Weltbank: Messung der CBAM-Exposition für Entwicklungsländer
- UK CBAM Sammlung der britischen Regierung
- Borden Ladner Gervais: Was CBAM für Kanada bedeutet
- African Climate Wire: Hat eine rechtliche Anfechtung des CBAM Aussicht auf Erfolg?
- EY: EU verabschiedet CBAM-Omnibus-Verordnung
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