Fünf Chronotypen entdeckt: Mehr als nur Frühaufsteher und Nachteulen

Eine Studie der McGill University identifiziert fünf Chronotypen jenseits der einfachen Einteilung in Frühaufsteher und Nachteulen. Jeder Typ zeigt einzigartige Gesundheits- und Verhaltensprofile, basierend auf der Analyse von Hirnscans und Gesundheitsdaten von über 27.000 Teilnehmern.

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Neue Studie enthüllt fünf verschiedene Schlaf-Wach-Muster

Jahrzehntelang ging die Schlafforschung von einer einfachen Zweiteilung aus: Man ist entweder ein Frühaufsteher oder eine Nachteule. Doch bahnbrechende Forschung der McGill University, veröffentlicht in Nature Communications, zeigt, dass diese Einteilung viel zu simpel ist. Mithilfe künstlicher Intelligenz, die Hirnscans, Fragebögen und medizinische Daten von mehr als 27.000 UK Biobank-Teilnehmern analysierte, haben Forscher fünf verschiedene Chronotypen identifiziert – drei Arten von Nachteulen und zwei Arten von Frühaufstehern, jeweils mit einzigartigen Gesundheits- und Verhaltensprofilen.

Die komplexe Realität unserer biologischen Uhr

Ein Chronotyp repräsentiert Ihre natürliche Präferenz für Schlaf- und Wachzeiten innerhalb eines 24-Stunden-Zyklus. Während frühere Studien oft nahelegten, dass Morgenmenschen gesünder waren und länger lebten, erklärt die neue Studie, warum diese Befunde inkonsistent waren. 'Anstatt zu fragen, ob Nachteulen ein größeres Risiko haben, ist eine bessere Frage, welche Nachteulen anfälliger sind und warum,' erklärt Hauptautor Le Zhou, Doktorand an der McGill University, in einem Interview mit Medical Xpress.

Die fortschrittliche KI-Analyse der Studie kombinierte drei verschiedene Hirnscan-Modalitäten mit fast 1.000 Verhaltens- und Gesundheitsmessungen. 'Diese Subtypen werden nicht nur durch die Zeit bestimmt, zu der Menschen schlafen gehen oder aufstehen. Sie spiegeln eine komplexe Wechselwirkung von genetischen, umweltbedingten und Lebensstilfaktoren wider,' sagt Forscher Danilo Bzdok von McGill.

Die fünf Chronotypen erklärt

Morgen-Typ 1: Diese Gruppe hat im Allgemeinen die wenigsten Gesundheitsprobleme, mit minimalem Substanzkonsum und wenig Risikoverhalten. Sie repräsentiert das klassische 'gesunde Frühaufsteher'-Profil.

Morgen-Typ 2: Häufiger bei Frauen vorkommend, zeigt dieser Subtyp starke Assoziationen mit depressiven Symptomen, hormonellen Merkmalen wie niedrigen Testosteronwerten und der Verwendung von Antidepressiva.

Abend-Typ 1: Diese Nachteulen schneiden bei kognitiven Tests besser ab, haben aber Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation. Sie zeigen mehr Risikoverhalten und Lebensstilfaktoren wie Alkohol- und Cannabiskonsum.

Abend-Typ 2: Stark verbunden mit Depressionen, Rauchen und erhöhten kardiovaskulären Risiken einschließlich Bluthochdruck und Diabetes. Diese Gruppe verwendet mehr Antidepressiva und Herz-Kreislauf-Medikamente.

Abend-Typ 3: Häufiger bei Männern vorkommend, zeigt dieser Subtyp erhöhte kardiovaskuläre Risiken, höheren Alkohol- und Zigarettenkonsum und Assoziationen mit prostata-bedingten Erkrankungen.

Implikationen für personalisierte Gesundheit

Die Forschung geht über die Einordnung von Schlaftypen als 'besser' oder 'schlechter' hinaus und betont stattdessen, wie Risiken und Stärken unterschiedlich über die fünf Profile verteilt sind. Dieses nuancierte Verständnis kann erklären, warum dasselbe Schlafschema Menschen unterschiedlich beeinflusst und warum allgemeine Schlafempfehlungen oft scheitern.

'Im digitalen und post-pandemischen Zeitalter sind Schlafmuster vielfältiger denn je,' bemerkt Zhou. 'Das Verständnis dieser biologischen Vielfalt kann letztlich zu personalisierteren Ansätzen für Schlaf, Arbeitspläne und psychische Gesundheitsunterstützung beitragen.'

Das Team konzentriert sich nun auf genetische Daten, um zu bestimmen, ob Chronotypen bereits von Geburt an eine biologische Basis haben. Diese Forschung könnte zu gezielteren Interventionen für Menschen mit einem höheren Risiko für Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder kognitive Herausforderungen basierend auf ihrem spezifischen Chronotyp-Profil führen.

Die Studie validiert in 10.550 amerikanischen Kindern aus der ABCD-Studien-Kohorte, dass diese Chronotyp-Unterschiede bereits früh im Leben beginnen, was darauf hindeutet, dass diese Muster nicht nur Lebensstilentscheidungen sind, sondern tiefere biologische Wurzeln haben.

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