Trump tobt gegen Netanyahu wegen Eskalation im Libanon
US-Präsident Donald Trump hat Premierminister Benjamin Netanyahu angeblich als 'verdammt verrückt' beschimpft, während eines angespannten Telefonats am 1. Juni 2026, nachdem Netanyahu Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts angeordnet hatte. Laut einem Bericht von Axios unter Berufung auf zwei US-Beamte und eine dritte Quelle ließ Trump seinem langjährigen Verbündeten eine Tirade zukommen und warnte, dass die Bombardierung Israel international weiter isolieren würde.
Der explosive Austausch markiert einen erheblichen Bruch zwischen den beiden Führern, die seit Jahren eine enge politische Allianz pflegten. Der Anruf erfolgte, als Netanyahu die israelische Armee anwies, Hisbollah-Stellungen im Dahiyeh-Viertel von Beirut zu bombardieren, was Trump zum direkten Eingreifen veranlasste. Die US-israelischen diplomatischen Spannungen hatten sich seit Monaten aufgrund unterschiedlicher Ansätze zum Iran und zur regionalen Stabilität aufgebaut.
Was Trump zu Netanyahu sagte
Laut Axios sagte Trump zu Netanyahu: 'Du bist verdammt verrückt ... Was zum Teufel machst du da? Ohne meine Hilfe wärst du im Gefängnis. Ich habe dir den Hintern gerettet, und jetzt hasst dich jeder. Jeder hasst Israel deswegen.' Der Präsident bezog sich dabei auf seine frühere Unterstützung für Netanyahu, als der israelische Führer 2019 mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert war, und erinnerte ihn an den politischen Schutz, den Trump bot.
Trump warnte auch, dass die Angriffe auf Beirut die laufenden US-iranischen Verhandlungen gefährden und Israels Ansehen weltweit schädigen würden. 'Was machst du da?', rief Trump laut einem Beamten. 'Du bringst uns alle um.'
Der Kontext: Israel-Hisbollah-Konflikt
Das Telefonat fand während einer starken Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah statt. Netanyahu hatte die Armee angewiesen, Hisbollah-Hochburgen in Beirut zu bombardieren, nachdem die vom Iran unterstützte Miliz Raketen auf Nordisrael abgefeuert hatte. Die Angriffe drohten eine fragile Waffenruhe vom April 2026 zu zerstören und die USA tiefer in den Konflikt zu ziehen.
Trump, der sich als Vermittler zur Beendigung von Nahostkriegen positioniert hat, war Berichten zufolge wütend, dass Netanyahus Aktionen den Fortschritt eines breiteren regionalen Friedensrahmens untergraben könnten. Die Israel-Hisbollah-Waffenruhe-Verhandlungen waren eine wichtige Priorität der Trump-Administration.
Trumps Truth-Social-Antwort vs. Realität
Nach dem Anruf postete Trump auf seiner Plattform Truth Social, das Gespräch sei 'sehr produktiv' gewesen, und kündigte an, Israel habe zugestimmt, nicht auf Beirut vorzurücken. Er behauptete auch, mit Hisbollah-Vertretern über Mittelsmänner kommuniziert zu haben, und erklärte, die Miliz habe zugestimmt, die Angriffe einzustellen.
Der Axios-Bericht zeichnet jedoch ein völlig anderes Bild der Atmosphäre. Während Trumps öffentliche Erklärung auf Diplomatie setzte, beschrieben Quellen den privaten Austausch als 'einen der hitzigsten' zwischen den beiden Führern in letzter Zeit. Netanyahus Büro bestätigte später, dass Israel die Operationen im Südlibanon 'wie geplant' fortsetzen werde und sich das Recht vorbehalte, Beirut anzugreifen, falls die Hisbollah-Angriffe anhielten.
Warum Trump sich gegen Netanyahu wandte
Analysten nennen mehrere Faktoren. Erstens will Trump regionale Konflikte vor seinem geplanten diplomatischen Besuch in China deeskalieren. Zweitens erfordert die Iran-Strategie der Trump-Administration Stabilität im Libanon, um einen größeren Krieg zu verhindern. Drittens glaubt Trump, dass Netanyahu ihn über die Leichtigkeit der Iran-Kampagne Anfang 2026 getäuscht hat, als Israel auf US-Militäraktion gegen Teheran drängte.
'Die Beziehung hat sich erheblich verschlechtert', sagte ein hochrangiger US-Beamter unter der Bedingung der Anonymität. 'Trump findet Netanyahu rücksichtslos und undankbar, während Netanyahu glaubt, Trump lasse Israel im Stich.'
Netanyahus Korruptionsprozess und Trumps Unterstützung
Trumps Verweis auf Netanyahus rechtliche Probleme hebt einen zentralen Aspekt ihrer Beziehung hervor. 2019 wurde Netanyahu wegen Bestechung, Betrug und Vertrauensbruch in drei Fällen angeklagt. Trump verteidigte Netanyahu öffentlich und nannte die Untersuchung eine 'Hexenjagd'. Netanyahus Prozess begann 2020 und dauert bis heute an. Trumps Erinnerung, dass er Netanyahu 'gerettet' habe, war eine deutliche Botschaft über Loyalität und Schulden.
Regionale Folgen
Das Telefonat hat Schockwellen durch den Nahen Osten gesendet. Die Hisbollah hat nicht offiziell auf Trumps Behauptung einer Waffenruhe reagiert, aber libanesische politische Quellen deuten an, dass die Gruppe zu einer vollständigen Einstellung der Feindseligkeiten bereit ist. Der Iran hat unterdessen die Kommunikation mit den USA abgebrochen und fordert einen vollständigen israelischen Rückzug aus dem Libanon und Gaza vor weiteren Gesprächen.
Vor Ort bleiben israelische Truppen im Südlibanon, und es kommt weiterhin zu Schusswechseln entlang der Grenze. Die Situation bleibt äußerst volatil, wobei beide Seiten die Verletzung der Waffenruhe beschuldigen.
FAQ
Hat Trump Netanyahu wirklich 'verdammt verrückt' genannt?
Ja, laut Axios unter Berufung auf zwei US-Beamte und eine dritte Quelle verwendete Trump solche Ausdrücke während des Telefonats am 1. Juni 2026.
Worum ging es in dem Telefonat?
Um Netanyahus Anordnung, Hisbollah-Ziele in den südlichen Vororten Beiruts anzugreifen. Trump forderte Netanyahu auf, die Operation zu stoppen.
Hat Israel die Angriffe auf Beirut abgesagt?
Nach dem Anruf führte Israel den geplanten Großangriff auf Beirut nicht durch, aber Netanyahu erklärte, die Operationen im Südlibanon würden fortgesetzt.
Wie steht es um die Israel-Hisbollah-Waffenruhe?
Trump verkündete eine Waffenruhe, aber die Hisbollah hat sie nicht offiziell bestätigt. Es gibt weiterhin sporadische Kämpfe.
Warum ist Trump wütend auf Netanyahu?
Trump hält Netanyahu für rücksichtslos und undankbar, und seine Aktionen bedrohen Trumps Nahost-Friedensagenda.
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