Israel-Iran Seekonflikte stören globalen Schiffsverkehr

Maritime Spannungen zwischen Israel und Iran stören den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus durch elektronische Interferenz. Ein Waffenstillstand bringt vorübergehende Entspannung, doch die regionale Bedrohungslage bleibt hoch.

israel-iran-seekonflikte-schiffsverkehr-stoerung
Image for Israel-Iran Seekonflikte stören globalen Schiffsverkehr

Zunehmende maritime Spannungen in der Straße von Hormus

Die strategische Straße von Hormus ist zu einem Brennpunkt im anhaltenden Konflikt zwischen Israel und dem Iran geworden, wobei maritime Behörden erhebliche Störungen der globalen Schifffahrtsrouten melden. Laut dem Joint Maritime Information Center (JMIC) der von den USA geführten Combined Maritime Force hat sich die elektronische Interferenz, die vom iranischen Hafen Bandar Abbas ausgeht, im gesamten Golfgebiet intensiviert. Dies beeinträchtigt die Fähigkeit von Schiffen, Positionsdaten über automatische Identifikationssysteme (AIS) genau zu übermitteln. 'Die Interferenz verursacht ernsthafte operative und navigatorische Probleme für den maritimen Verkehr,' sagte ein JMIC-Sprecher gegenüber Reportern.

Eskalation und Waffenstillstand

Die aktuelle Krise begann am 13. Juni 2025, als Israel eine große Militäroperation gegen iranische Nuklearanlagen, Militärstandorte und Regierungsinfrastruktur startete. Dies folgte auf fast zwei Jahre Konflikt zwischen Israel und von Iran unterstützten militanten Gruppen. Die Operation führte zum Tod mehrerer hochrangiger iranischer Militärführer, darunter Hossein Salami, Oberhaupt der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), und Mohammed Bagheri, Stabschef der iranischen Streitkräfte.

Am 22. Juni 2025 führten die Vereinigten Staaten Angriffe auf drei wichtige iranische Nuklearanlagen durch, darunter die tief unterirdische Urananreicherungsanlage Fordow, unter Verwendung von GBU-57 Massive Ordnance Penetrator-Waffen und B-2 Spirit-Bombern. Präsident Trump erklärte, die US-Angriffe seien 'zur Förderung amerikanischer nationaler Interessen und in kollektiver Selbstverteidigung Israels' durchgeführt worden.

Ein fragiler Waffenstillstand wurde am 24. Juni 2025 verkündet, der den 12-tägigen Krieg beendete, der zu mehr als 600 Toten im Iran und 29 in Israel führte. Beide Seiten haben sich jedoch das Recht auf Selbstverteidigung vorbehalten, was die Region in einer angespannten Pattsituation belässt.

Auswirkungen auf globale Schifffahrt und Energiemärkte

Die Straße von Hormus ist einer der weltweit kritischsten maritimen Engpässe, durch den etwa 20 % des globalen Flüssigerdgases und 25 % des weltweiten Seeölhandels jährlich fließen. Die jüngsten Störungen haben erhebliche Besorgnis unter Reedereien und Energiehändlern ausgelöst.

'Jede Schließung der Straße von Hormus könnte die Ölpreise auf 80 bis 110 US-Dollar pro Barrel treiben,' warnte Energieanalystin Sarah Chen von Al Jazeera Economics. Nach der Ankündigung des Waffenstillstands fielen die Brent-Rohölpreise um mehr als 5,6 % auf etwa 66 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie während des Konflikts Fünfmonatshochs erreicht hatten.

Die britische Agentur UK Maritime Trade Operations hat zunehmende Navigationsstörungen in dem Gebiet gemeldet, während griechische Behörden ihre Handelsflotte aufgefordert haben, alle Fahrten durch die Straße zu registrieren. Griechische Betreiber gehören zu den weltweit größten Tankeranbietern, was ihre Einhaltung besonders bedeutsam macht.

Jüngste maritime Vorfälle

Am 17. Juni 2025 kollidierten zwei Öltanker – die Adalynn und die Front Eagle – in der Straße von Hormus. Die Front Eagle transportierte 2 Millionen Barrel irakisches Rohöl nach China, während die Adalynn leer war und auf dem Weg zum Suezkanal in Ägypten. Obwohl der britische maritime Sicherheitsmonitor Ambrey erklärte, der Vorfall sei nicht sicherheitsrelevant, ereignete er sich vor dem Hintergrund erhöhter regionaler Spannungen.

Ein Brand auf der Front Eagle wurde gelöscht und 24 Personen wurden von der Adalynn evakuiert. Maritime Experten stellen eine zunehmende Zurückhaltung bei Schiffseignern fest, die die Straße aufgrund der elektronischen Interferenz und anhaltender Konflikte nutzen.

Geopolitische Implikationen und Zukunftsperspektive

Der Konflikt hat seinen Ursprung in jahrzehntelanger Feindschaft seit der Iranischen Revolution von 1979, wobei das iranische Nuklearprogramm ein primärer Spannungspunkt ist. Das Atomabkommen Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) von 2015 hatte das iranische Programm eingeschränkt, doch die USA zogen sich 2018 zurück, was Iran dazu veranlasste, die Urananreicherung wieder aufzunehmen.

Laut einem Bericht des Congressional Research Service verursachten die US-Angriffe erheblichen Schaden an iranischen Nuklearanlagen, wobei CIA-Direktor John Ratcliffe angab, dass einige Anlagen Jahre zum Wiederaufbau benötigen würden. Israelische Angriffe beschädigten iranische Militär-, Regierungs- und Energieanlagen und zerstörten Berichten zufolge einen erheblichen Teil der iranischen ballistischen Raketenstartvorrichtungen.

Das regionale maritime Bedrohungsniveau bleibt erhöht, während beide Länder weiterhin militärisch Stellung beziehen. Obwohl Iran mit der Schließung der Straße von Hormus als Vergeltung für westlichen Druck gedroht hat, hat es diesen drastischen Schritt nicht unternommen, was Analysten zufolge darauf hindeutet, dass wirtschaftliche Vergeltung nicht ihr primärer Fokus ist.

Die Marktvolatilität hat seit dem Waffenstillstand nachgelassen, wobei wichtige Aktienindizes um mehr als 1 % stiegen, als Investoren positiv auf die Deeskalation reagierten. Experten warnen jedoch, dass die Spannungen wieder aufflammen könnten, was die jüngsten Preisrückgänge möglicherweise umkehren und globale Handelsmuster stören könnte.

Das könnte ihnen auch gefallen