Stromnetz-Sabotage: Dritter Anschlag in Deutschland

Stromnetz-Sabotage in Deutschland: Dritter Anschlag bei Köln entdeckt. Polizei prüft Klimaaktivisten und russische Hybridkriegsführung. Zeitleiste und Analyse.

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Ausgabe: DE

Hintergrund: Eine Serie von Sabotageakten

Die deutsche Polizei untersucht einen dritten mutmaßlichen Sabotageversuch am deutschen Stromnetz, nachdem am Abend des 3. September 2026 drei Zündmechanismen nahe einer Umspannstation zwischen Köln und Düsseldorf gefunden wurden. Der Fund am Umspannwerk Dormagen-Gohr folgt auf eine Welle von Angriffen, die Ängste vor Hybridkriegsführung gegen die größte Volkswirtschaft Europas geschürt hat.

Der jüngste Fund ist Teil eines sich rasch zuspitzenden Musters. Am Dienstag, dem 2. September, erschütterte eine Explosion die Hochspannungsstation Jänschwalde in Brandenburg, ein weiterer Vorfall wurde in Bergheim-Rheidt im Westen gemeldet. Die Polizei vermutet eine koordinierte Kampagne gegen die Sicherheit der deutschen Energieinfrastruktur, auch wenn sich bislang keine Gruppe zu allen drei Vorfällen bekannt hat.

Was geschah an den einzelnen Standorten?

Die Ermittler haben Details zu drei verschiedenen Orten veröffentlicht:

  • Jänschwalde (Brandenburg): Im Braunkohlekraftwerk kam es zu einer Explosion. Mehr als zwölf selbst gebaute Geschosse, die Feuerwerksraketen ähneln, wurden sichergestellt. Netzbetreiber Amprion bestätigte, dass kein Stromausfall auftrat.
  • Bergheim-Rheidt (Nordrhein-Westfalen): Nach einer Störung, die fünf Braunkohleblöcke (rund 4.200 Megawatt) vom Netz nahm, wurden sechs Sprengsätze auf einem nahe gelegenen Feld gefunden. Die Stromversorgung blieb erhalten.
  • Dormagen-Gohr (zwischen Köln und Düsseldorf): Drei Zündmechanismen wurden am 3. September nahe der Umspannstation entdeckt. Die Polizei erklärte, es gebe keine Anzeichen für Schäden oder Eingriffe in die Anlage.

Ein Polizeisprecher sagte dem deutschen Magazin Focus: „Wir haben derzeit keinen Hinweis darauf, dass in die Anlage eingegriffen wurde.“ Die Umspannwerke Dormagen-Gohr und Bergheim-Rheidt gehören zu Amprion, einem der größten Übertragungsnetzbetreiber Deutschlands mit Sitz in Dortmund.

Möglicher Täter und Verbindung zu Klimaaktivisten

Im Fall Jänschwalde verfolgt die Polizei einen möglichen Tatverdächtigen. Die Person soll einen Brief an die Behörden geschickt haben, in dem sie die Verantwortung übernahm und sich als Klimaaktivist bezeichnete, der gegen die Industrie für fossile Brennstoffe kämpft. Zudem wird das Gebiet um die Umspannstation Weisweiler bei Aachen durchsucht, die in dem Schreiben erwähnt wurde. Ein Sprecher warnte: „Es muss noch geklärt werden, ob er tatsächlich ein Tatverdächtiger oder ein Nachahmer ist.“

Sorgen vor russischer Hybridkriegsführung

Die Behörden schließen nicht aus, dass es sich um russische Hybridkriegstaktiken handelt. Innenminister Alexander Dobrindt sagte, die Sabotage „passe in das bekannte Muster russischer Hybridoperationen in Europa“. Hintergrund ist auch ein versuchter Drohnenangriff auf ein ukrainisches Frachtflugzeug am Flughafen Leipzig/Halle im August 2026, den Berlin Moskau zuschreibt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nannte den Vorfall einen möglichen Akt staatlich geförderten Terrorismus.

Auswirkungen und Implikationen

Die Angriffe erfolgen zu einem politisch heiklen Zeitpunkt: Die rechtsextreme, russlandfreundliche AfD liegt in Umfragen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vorn. Sicherheitsexperten warnen, dass ein vollständiger Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland extrem schwierig ist. Die Netzbetreiber haben ihre Überwachung verstärkt, doch die dezentrale Lage von Umspannwerken macht sie zu verwundbaren Zielen.

FAQ: Sabotage am deutschen Stromnetz

Was ist der jüngste Sabotageversuch am deutschen Stromnetz?
Am 3. September 2026 wurden drei Zündmechanismen nahe der Umspannstation Dormagen-Gohr zwischen Köln und Düsseldorf entdeckt – der dritte derartige Vorfall innerhalb weniger Tage.

Wer steckt hinter den Angriffen?
Keine Gruppe hat sich zu allen drei Anschlägen bekannt. Die Polizei untersucht einen möglichen Klimaaktivisten für die Explosion in Jänschwalde; zugleich schließen die Behörden russische Hybridoperationen nicht aus.

Gab es einen Stromausfall?
Nein. Netzbetreiber Amprion bestätigte, dass die Stromversorgung trotz der Vorfälle stabil blieb, auch wenn einige Braunkohleblöcke vorübergehend vom Netz genommen wurden.

Wie reagiert Deutschland?
Die Polizei hat ihre Patrouillen um kritische Energieanlagen verstärkt, und die Bundesbehörden koordinieren mit den Landesermittlern und Netzbetreibern die Bewertung von Schwachstellen.

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