UK Bodycam: Student trotz Stichwunden gefesselt

Bodycam-Aufnahmen zeigen sterbenden Studenten Henry Nowak gefesselt von Polizei nach falschen Behauptungen des Mörders. PM Starmer nennt es 'ekelerregend'. IOPC ermittelt.

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Bodycam-Aufnahmen lösen nationale Empörung in Großbritannien aus

Die Veröffentlichung von Polizei-Bodycam-Aufnahmen, die einen sterbenden 18-jährigen Studenten gefesselt und um Hilfe flehend zeigen, hat eine heftige politische Debatte im Vereinigten Königreich ausgelöst. Henry Nowak, ein Student der Buchhaltung an der University of Southampton, wurde am 3. Dezember 2025 von dem 23-jährigen Vickrum Digwa erstochen. Als die Beamten eintrafen, behauptete Digwa fälschlicherweise, das Opfer eines rassistischen Angriffs zu sein, woraufhin die Polizei den blutenden Nowak fesselte. Die Aufnahmen, die nach Digwas Verurteilung wegen Mordes am 28. Mai 2026 veröffentlicht wurden, zeigen, wie Nowak neunmal sagt 'Ich kann nicht atmen' und viermal 'Ich wurde erstochen', während ein Beamter abweisend antwortet: 'Glaube ich nicht, Kumpel.'

Der Fall wirft ernste Fragen zum Polizeiverhalten, zu rassistischen Vorurteilen und zur Behandlung von Opfern durch die Strafverfolgung auf. Premierminister Keir Starmer erklärte, ihm sei beim Ansehen der Aufnahmen 'übel' geworden, während Innenministerin Shabana Mahmood die Tötung als 'böswillige Tat' verurteilte und eine gründliche Untersuchung versprach.

Was in der Tatnacht geschah

Am Abend des 3. Dezember 2025 war Nowak nach einem Ausgehabend allein zu Fuß nach Hause unterwegs. Er traf auf Digwa, der einen 21 cm langen zeremoniellen Dolch (Kirpan) trug. Es kam zu einem verbalen Streit, der auf Nowaks Handy aufgezeichnet wurde. Digwa fügte fünf Stichwunden zu, darunter eine tödliche in der Brust. Digwa rief seine Eltern, die vor der Polizei eintrafen. Seine Mutter Kiran Kaur nahm das Messer an sich und versteckte es zu Hause – sie wurde später wegen Beihilfe verurteilt. Bei Eintreffen der Polizei behauptete Digwa, Nowak habe ihn rassistisch beleidigt und geschlagen, worauf die Beamten den sterbenden Studenten fesselten. Die Bodycam zeigt, wie die Beamten Nowaks Hilferufe etwa drei Minuten lang ignorierten, bevor sie die Schwere seiner Verletzungen erkannten. Nowak starb um 00:37 Uhr am Tatort.

Politische Folgen und öffentliche Reaktion

Der UK police racial bias controversy wurde durch den Fall Nowak neu entfacht. Premierminister Starmer erklärte, die Polizei habe 'ernste Fragen zu beantworten'. Innenministerin Mahmood warnte davor, den Fall zur Anheizung von Spannungen zu nutzen. Reform-UK-Chef Nigel Farage löste weitere Kontroversen aus, indem er behauptete, der Fall zeige ein 'Zwei-Klassen-Justizsystem'. Nowaks Vater hingegen forderte die Öffentlichkeit auf, den Tod seines Sohnes nicht zur weiteren Spaltung zu nutzen. Die Polizei von Hampshire hat sich entschuldigt und sich an die unabhängige Polizeibehörde IOPC verwiesen. Einer der beteiligten Beamten ist zurückgetreten, drei andere sind im Dienst. Die IOPC-Ermittlungen laufen.

Rechtliche und religiöse Dimensionen

Der Fall hat auch die Debatte über religiöse Ausnahmen für das Tragen von Klingenwaffen in der Öffentlichkeit neu entfacht. Digwa trug einen Kirpan, einen zeremoniellen Dolch getaufter Sikhs. Der Richter lehnte Digwas Notwehr-Argument ab und erklärte, er habe Schande über seine Familie, Gemeinschaft und Religion gebracht. Donna Jones, Polizeikommissarin von Hampshire, hat eine nationale Überprüfung der Ausnahmen für das Tragen von Klingenwaffen angefordert. Digwa wurde zu lebenslanger Haft mit einer Mindeststrafe von 21 Jahren verurteilt. Seine Mutter erhielt eine Bewährungsstrafe. Die UK knife crime epidemic bleibt ein drängendes nationales Problem.

Vergleich mit früheren Polizeiskandalen

Der institutional racism in British policing ist ein wiederkehrendes Problem. Der Fall Nowak erinnert an den Missbrauchsskandal von 2011, bei dem die Polizei versagte, aus Angst, als rassistisch zu gelten. Kritiker argumentieren, dass dieselbe Dynamik dazu beigetragen haben könnte, dass die Beamten Digwas falsche Behauptungen akzeptierten. Allerdings ist der Fall komplex: Das Opfer war weiß, der Täter gehörte einer ethnischen Minderheit an, und die Polizei stellte sich zunächst auf die Seite des Täters.

Was als Nächstes passiert

Die IOPC-Untersuchung wird klären, ob Beamte disziplinarisch oder strafrechtlich belangt werden. Der Generalstaatsanwalt prüft Digwas Strafe auf mögliche Milde. Elon Musk hat angeboten, eine private Strafverfolgung gegen die beteiligten Beamten zu finanzieren.

Häufig gestellte Fragen

Wer war Henry Nowak?

Henry Nowak war ein 18-jähriger britisch-polnischer Student der Buchhaltung an der University of Southampton. Er wurde am 3. Dezember 2025 in Southampton erstochen.

Was zeigten die Bodycam-Aufnahmen?

Die Aufnahmen zeigen den gefesselten Nowak, der wiederholt sagt, er sei erstochen worden und könne nicht atmen. Ein Beamter entgegnet abweisend: 'Glaube ich nicht, Kumpel.' Es dauerte drei Minuten, bis die Beamten die Schwere der Verletzungen erkannten.

Wurde Vickrum Digwa verurteilt?

Ja. Digwa wurde am 28. Mai 2026 des Mordes für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft mit einer Mindeststrafe von 21 Jahren verurteilt. Seine Mutter wurde ebenfalls der Beihilfe für schuldig befunden.

Warum fesselte die Polizei Henry Nowak?

Die Beamten fesselten Nowak, nachdem Digwa fälschlich behauptet hatte, Nowak habe ihn angegriffen und rassistisch beleidigt. Die Polizei behandelte Nowak zunächst als Tatverdächtigen.

Worum geht es bei der IOPC-Untersuchung?

Die unabhängige Polizeibehörde IOPC untersucht, ob die Beamten der Polizei von Hampshire angemessen gehandelt haben, einschließlich der Entscheidung, Nowak zu fesseln und der Verzögerung bei der medizinischen Hilfe.

Quellen

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