EU Erwägt Verbot von Gesichtserkennung in Öffentlichen Räumen

Die EU führt Beschränkungen für Gesichtserkennung in öffentlichen Räumen gemäß ihrer neuen KI-Verordnung ein. Die Regeln erlauben begrenzte Ausnahmen für schwere Verbrechen, erfordern jedoch richterliche Aufsicht. Die Umsetzung wird bis 2026 gestaffelt erfolgen.

EU Erwägt Verbot von Gesichtserkennung in Öffentlichen Räumen
Teilen
Ausgabe: DE

Europa Positioniert sich gegen Biometrische Überwachung

Die Europäische Union erwägt ein Verbot von Gesichtserkennungstechnologie in öffentlichen Räumen als Teil ihres wegweisenden KI-Gesetzes. Dieser kontroverse Vorschlag stellt Datenschützer gegen Strafverfolgungsbehörden, die argumentieren, die Technologie helfe bei der Bekämpfung von Kriminalität. Das Verbot würde Echtzeit-Biometrie-Systeme in öffentlich zugänglichen Bereichen untersagen, mit nur eng begrenzten Ausnahmen für schwere Verbrechen wie Terrorismus oder Menschenhandel.

Abwägung zwischen Rechten und Sicherheit

Datenschutzaktivisten begrüßen die Einschränkungen und verweisen auf Studien, die zeigen, dass Gesichtserkennungsalgorithmen rassistische und geschlechtsspezifische Verzerrungen aufweisen. "Dies schützt Bürger vor ständiger Überwachung", sagte Ella Jakubowska von European Digital Rights. Polizeivertreter argumentieren jedoch, die Technologie helfe bei der Suche nach Vermissten und der Identifizierung von Verdächtigen. Das deutsche Bundeskriminalamt meldete kürzlich, dass Gesichtserkennung allein 2024 zur Aufklärung von 235 Fällen beigetragen habe.

Technische Anforderungen und Ausnahmen

Gemäß den vorgeschlagenen Regeln würde jede zulässige Nutzung eine richterliche Genehmigung erfordern und auf folgende Fälle beschränkt sein:

  • Terrorermittlungen
  • Menschenhandelsfälle
  • Suche nach bestimmten Gewaltverbrechern
  • Abwendung unmittelbarer Gefahren

Die nachträgliche Analyse mit aufgezeichnetem Material unterliegt weniger Einschränkungen, muss aber dennoch strenge Datenschutzstandards einhalten.

Umsetzungszeitplan

Die Bestimmungen zur Gesichtserkennung traten im Februar 2025 als Teil der umfassenden EU-KI-Verordnung in Kraft. Die Mitgliedstaaten haben bis August 2026 Zeit, nationale Aufsichtsbehörden einzurichten. Mehrere Länder, darunter Frankreich und die Niederlande, entwickeln bereits alternative Crowd-Überwachungstechnologien, die Personen anonymisieren und gleichzeitig Menschenmengenbewegungen verfolgen.

Eng verwandt

EU führt KI-Transparenzgesetz ein: Was es für Entwickler und Nutzer bedeutet
Ai
Ai
Eng verwandt

EU führt KI-Transparenzgesetz ein: Was es für Entwickler und Nutzer bedeutet

Die EU-KI-Verordnung, die 2025 in Kraft trat, führt ein risikobasiertes Rahmenwerk für die KI-Regulierung ein, das...

EU-KI-Verordnung 2026: Leitfaden für Westbalkan
Ai
Ai
Eng verwandt

EU-KI-Verordnung 2026: Leitfaden für Westbalkan

Implementierungsleitfaden der EU-KI-Verordnung für Westbalkan: Regionale Digitalpolitik bis August 2026 EU-konform....

EU KI-Verordnung tritt in Kraft: Neue Compliance-Anforderungen gelten
Ai
Ai
Eng verwandt

EU KI-Verordnung tritt in Kraft: Neue Compliance-Anforderungen gelten

EU's umfassende KI-Verordnung Durchsetzung beginnt, verbietet inakzeptable Risiko-KI-Systeme und verhängt strenge...

EU-KI-Verordnung tritt in Kraft: Neue Compliance-Anforderungen
Ai
Ai
Eng verwandt

EU-KI-Verordnung tritt in Kraft: Neue Compliance-Anforderungen

EU's umfassende KI-Verordnung Durchsetzung beginnt, mit risikobasierter Regulierung, verbotenen Anwendungen und...

EU-KI-Gesetz 2026: Durchsetzungswelle für globale Tech
Ai
Ai
Eng verwandt

EU-KI-Gesetz 2026: Durchsetzungswelle für globale Tech

Die EU-KI-Verordnung tritt am 2. August 2026 vollständig in Kraft und droht Geldstrafen bis zu 35 Mio. € oder 7 %...

EU KI-Verordnung: Vollständige Durchsetzung rückt näher
Ai
Ai
Eng verwandt

EU KI-Verordnung: Vollständige Durchsetzung rückt näher

Finnland aktiviert als erster EU-Staat die vollständige KI-Aufsicht. Die Frist für die vollständige Durchsetzung der...