KI-gestützter Online-Betrug: Betrüger werden immer raffinierter

KI-gestützte Online-Betrügereien nehmen rasant zu. ABN Amro warnt vor Deepfakes und Datenlecks. Erfahren Sie 5 Warnsignale, um KI-Betrug zu erkennen und sich zu schützen.

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KI macht Online-Betrug schwerer erkennbar, warnt ABN Amro

Online-Betrüger werden immer raffinierter und nutzen künstliche Intelligenz sowie Datenlecks, um ihre Opfer zu täuschen. Laut ABN Amro ist es heute schwieriger denn je, echte Kommunikation von Betrug zu unterscheiden. Betrugsexperte Marco Hendriks von ABN Amro warnt, dass KI Betrügern eine beispiellose Professionalität verleiht. ‚Es wird immer schwerer zu erkennen, was echt ist und was gefälscht ist‘, so Hendriks.

Laut einer Studie von CSIS und McAfee aus dem Jahr 2018 kostet Cyberkriminalität die Weltwirtschaft schätzungsweise 600 Milliarden US-Dollar pro Jahr, etwa 0,8 % des globalen BIP. Allein in den Niederlanden fallen täglich 10 bis 15 Menschen dem sogenannten Helpdesk-Betrug zum Opfer, so der niederländische Bankenverband. Der Aufstieg generativer KI-Tools hat die Raffinesse dieser Angriffe beschleunigt.

Wie KI den Online-Betrug verändert

Deepfakes und Sprachklonen

KI-gestützte Deepfake-Technologie ermöglicht es Betrügern, realistische Audio- und Video-Imitationen zu erstellen. Sie können die Stimme eines Familienmitglieds klonen, um eine dringende Geldüberweisung zu fordern, oder das Aussehen eines CEO in Videogesprächen nachahmen. Diese Technologie wird immer zugänglicher und erfordert kaum technisches Know-how.

Automatisierte Phishing-Kampagnen

Generative KI-Tools wie ChatGPT helfen Betrügern, hochgradig überzeugende Phishing-E-Mails ohne Grammatikfehler zu verfassen. Diese personalisierten Nachrichten können selbst aufmerksame Nutzer dazu bringen, Passwörter oder Bankdaten preiszugeben. Das Aufkommen KI-generierter Phishing-Mails macht traditionelle Spam-Filter weniger effektiv.

Anlagebetrug und Boiler-Room-Betrug

Anlagebetrug, auch bekannt als ‚Boiler-Room-Betrug‘, bleibt eine große Bedrohung. Betrüger geben sich als Influencer oder Prominente aus, um für gefälschte Kryptowährungsinvestitionen zu werben und die Angst der Opfer auszunutzen, etwas zu verpassen (FOMO). Hendriks betont, dass begrenztes Wissen in Kombination mit der Aussicht auf schnelle Gewinne Menschen anfällig macht.

Fünf Warnsignale für KI-gestützten Betrug

ABN Amro hat fünf Warnsignale identifiziert, die auf einen Betrug hindeuten:

  • Unerwarteter Kontakt: Betrug kommt immer aus heiterem Himmel – ein unaufgeforderter Anruf, eine E-Mail oder Nachricht.
  • Dringlichkeit: Betrüger bestehen darauf, sofort zu handeln, und erzeugen Panik, die das rationale Denken ausschaltet.
  • Plattformwechsel: Kriminelle versuchen, Gespräche von seriösen Plattformen wie Marktplaats oder Vinted auf private Kanäle wie WhatsApp zu verlagern.
  • Zu gut, um wahr zu sein: Angebote, die außergewöhnlich lukrativ erscheinen, sind fast immer betrügerisch.
  • Skript-Vorlesen: Die Aufforderung, ein Skript laut vorzulesen, um die ‚Identität zu überprüfen‘, ist ein klassisches Betrugsmerkmal.

Hendriks betont, dass diese Zeichen offensichtlich erscheinen mögen, aber Betrüger hochqualifiziert in Manipulation sind.

Helpdesk-Betrug: Die häufigste Bedrohung

Helpdesk-Betrug bleibt die häufigste Form des Online-Betrugs in den Niederlanden. Betrüger geben sich als Bankmitarbeiter, Technik-Support oder Beamte aus, um Zahlungsdaten zu erlangen. Trotz weit verbreiteter Warnungen fallen täglich 10 bis 15 Menschen darauf herein. Die Betrugspräventionsmaßnahmen des niederländischen Bankensektors werden ständig aktualisiert, aber Betrüger passen sich schnell an.

Warum Betrugsopfer zweimal geschädigt werden

Ein besonders tragisches Muster, so Hendriks, ist die wiederholte Viktimisierung. Betrüger überwachen frühere Opfer und nehmen erneut Kontakt auf, um – gegen eine Gebühr – vermeintliche Wiederherstellungsdienste anzubieten. ‚Jemand, der bereits Geld verloren hat, wird von einem Fremden kontaktiert, der behauptet, das Geld zurückholen zu können, aber nur nach einer Zahlung. Dann wird das Opfer ein zweites Mal betrogen‘, erklärt Hendriks.

Was tun, wenn Sie betrogen wurden?

Wenn Sie den Verdacht haben, betrogen worden zu sein, rät ABN Amro zu sofortigem Handeln: Kontaktieren Sie Ihre Bank, um eine Rückbuchung zu versuchen, und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Je schneller Sie handeln, desto höher ist die Chance, das verlorene Geld zurückzubekommen.

Die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Cyberkriminalität unterstreicht die Notwendigkeit ständiger Wachsamkeit, digitaler Kompetenz und robuster Sicherheitspraktiken. Mit fortschreitenden KI-Tools wird die Grenze zwischen authentischer und betrügerischer Kommunikation weiter verschwimmen.

Häufig gestellte Fragen zu KI-Betrug

Was ist KI-gestützter Betrug?

KI-gestützter Betrug nutzt künstliche Intelligenz wie Deepfakes, Sprachklonen und generative Texte, um überzeugende Betrugsmaschen zu erstellen, die Opfer dazu bringen, Geld zu senden oder sensible Daten preiszugeben.

Wie kann ich mich vor KI-Betrug schützen?

Überprüfen Sie unerwartete Anfragen immer über einen separaten Kanal, geben Sie niemals Passwörter oder PINs preis, seien Sie misstrauisch bei Dringlichkeit und legen Sie bei unaufgeforderten Anrufern, die sich als Ihre Bank ausgeben, sofort auf.

Was ist Helpdesk-Betrug?

Helpdesk-Betrug liegt vor, wenn Betrüger sich als Bankmitarbeiter, Technik-Support oder Beamte ausgeben, um Opfer zur Preisgabe von Anmeldedaten oder Überweisungen zu bewegen. Es ist die häufigste Form des Online-Betrugs in den Niederlanden.

Sind KI-Betrugsmaschen auf dem Vormarsch?

Ja. Die Zugänglichkeit generativer KI-Tools hat zu einer Flut von raffinierten Phishing-, Deepfake- und Anlagebetrugsfällen weltweit geführt. Banken und Behörden haben Mühe, Schritt zu halten.

Was soll ich tun, wenn ich auf einen Betrug hereingefallen bin?

Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank, um die Transaktion zu stoppen, und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Schnelles Handeln erhöht die Chance, Ihr Geld zurückzubekommen.

Quellen

BNR Nieuwsradio: ‚Online oplichters steeds geraffineerder door AI‘ (30. April 2025). Interview mit Marco Hendriks, Betrugsexperte bei ABN Amro. Wikipedia: Internetbetrug. Niederländischer Bankenverband (NVB) Statistiken.

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