Irans oberster Führer greift Demonstranten und Trump an
In einer scharfen Fernsehansprache hat Irans oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei einen vernichtenden Angriff auf regierungsfeindliche Demonstranten und den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gestartet. Er beschuldigt Demonstranten, Chaos zu schaffen, 'um dem Präsidenten eines anderen Landes zu gefallen'. Die Rede erfolgt vor dem Hintergrund der größten Protestwelle, die Iran seit den Demonstrationen von 2022 nach dem Tod von Mahsa Amini erlebt hat.
Harte Rhetorik und Vorwürfe ausländischer Einmischung
Khamenei, Irans höchste Autorität, behauptete, Demonstranten würden 'ihre eigenen Straßen in ein Chaos verwandeln, um dem Präsidenten eines anderen Landes zu gefallen', in einer klaren Anspielung auf Trump. Der ehemalige US-Präsident hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social erklärt, die Vereinigten Staaten seien 'bereit zum Handeln', wenn Iran nicht aufhöre, 'Demonstranten gewaltsam zu töten'. 'Wir werden kommen, um sie zu retten,' schrieb Trump und trieb damit die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter in die Höhe.
Trotz Trumps Warnungen versprach Khamenei, dass die Behörden 'hart gegen Demonstranten vorgehen' würden, und erklärte, Iran 'toleriere keine Menschen, die sich wie Söldner für Ausländer verhalten'. Während seiner Rede skandierten Anhänger 'Tod den USA', während er 'Vandalen und Randalierer' verurteilte, die Zerstörung angerichtet hatten. Er sagte Trump unverblümt, er solle 'bei seinem eigenen Land bleiben'.
Proteste erreichen kritische Masse
Die Proteste, die nun ihren 13. aufeinanderfolgenden Tag andauern, stellen die hartnäckigste Herausforderung für Irans theokratisches Regime seit Jahren dar. Was als wirtschaftliche Unzufriedenheit über explodierende Inflation und Währungszusammenbruch begann, hat sich zu einer breiteren Bewegung entwickelt, die die Islamische Republik selbst ins Visier nimmt. Laut BBC-Berichten haben sich Demonstrationen auf mehr als 50 Städte und Dörfer ausgebreitet, wobei Demonstranten in von internationalen Medien verifizierten Videos 'Tod dem Diktator' skandierten.
Die iranischen Behörden haben mit einer landesweiten Internetstörung reagiert, die 85 Millionen Menschen betrifft und Kommunikation und Organisation ernsthaft behindert. Zum ersten Mal erkannte das staatliche Fernsehen die Proteste in seiner Morgennachrichtensendung an, wenn auch mit minimalen Details.
Steigende Opferzahlen und internationale Besorgnis
Die menschlichen Verluste steigen weiter. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden mindestens 45 Demonstranten getötet und mehr als 2.270 festgenommen. Amnesty International berichtet, dass Sicherheitskräfte Gewehre, Schrotflinten mit Metallkugeln, Wasserwerfer und Tränengas gegen größtenteils friedliche Demonstranten eingesetzt haben, wobei mindestens drei Kinder unter den Toten sind.
Die Nahost-Korrespondentin Daisy Mohr bemerkt: 'Die Meinungen gehen auseinander, was diese Proteste letztendlich bewirken werden. Wir haben in den letzten Jahren in Iran häufiger große Protestwellen gesehen, die letztendlich doch mit harter Hand niedergeschlagen wurden. Aber gestern Abend scheint sich etwas verändert zu haben. Der Kontext ist natürlich auch anders als bei den vorherigen Malen - neben Wut, wachsender Unzufriedenheit und der sich ständig verschlechternden Wirtschaft gibt es auch Druck von außen.'
Wirtschaftskrise schürt Unruhen
Die Proteste brachen vor dem Hintergrund einer ernsten wirtschaftlichen Verschlechterung aus, wobei die Inflation im Dezember 2025 42,2% erreichte und der iranische Rial Rekordtiefs gegenüber dem US-Dollar erreichte. Die Lebensmittelpreise sind um 72% gestiegen, während Gesundheits- und medizinische Güter um 50% im Jahresvergleich gestiegen sind, was für gewöhnliche Iraner unhaltbare Zustände schafft.
Während die Proteste andauern, beobachtet die Welt, ob diese Bewegung einen Wendepunkt in der politischen Landschaft Irans darstellt oder ein neues Kapitel in der Geschichte des Regimes, das Dissens mit Gewalt unterdrückt.