Portable Leistungen erreichen kritische Masse
In einem Meilenstein für die wachsende Gig-Economy in Amerika weiten Bundes- und Landesinitiativen Pilotprogramme für portable Leistungen dramatisch aus. Dies könnte grundlegend verändern, wie Solo-Selbstständige Zugang zu Gesundheitsversorgung, Altersvorsorge und anderen essenziellen Absicherungen erhalten. Da Gig-Worker nun 36 % der amerikanischen Erwerbsbevölkerung ausmachen – ein Anstieg von nur 27 % im Jahr 2016 – hat der Druck für Leistungen, die mit den Arbeitnehmern mitwandern, anstatt an bestimmte Arbeitgeber gebunden zu sein, ein beispielloses Momentum erreicht.
Bipartisaner Gesetzesvorstoß beschleunigt sich
Die Ausweitung erfolgt, während der Kongress mehrere Gesetzesvorlagen prüft, darunter Senator Mark Warners Portable Benefits for Independent Workers Pilot Program Act. Dieser würde 20 Millionen US-Dollar an Bundesmitteln bereitstellen, um innovative Leistungsmodelle zu testen. 'Es geht hier nicht darum, Gig-Worker in traditionelle Arbeitnehmer zu verwandeln', erklärt Arbeitsmarktpolitik-Analyst Dr. Marcus Chen. 'Es geht darum, einen dritten Weg zu schaffen, der Flexibilität bewahrt, während essenzielle Sicherheit geboten wird.'
Republikanische Gesetzgeber haben zusätzliche Gesetze eingebracht, darunter Senator Bill Cassidys Unlocking Benefits for Independent Workers Act, der Safe Harbors schafft, die es Unternehmen ermöglichen, freiwillig Leistungen anzubieten, ohne eine Arbeitnehmerklassifizierung auszulösen. 'Wir sehen eine bemerkenswerte parteiübergreifende Übereinstimmung zu diesem Thema', bemerkt Victoria Gonzalez, die seit über einem Jahrzehnt Arbeitsmarktpolitik verfolgt. 'Beide Parteien erkennen an, dass unsere Arbeitsgesetze nicht mit der Art und Weise Schritt gehalten haben, wie Amerikaner heute tatsächlich arbeiten.'
Wie portable Leistungen wirklich funktionieren
Im Gegensatz zu traditionellen Sozialleistungen, die an bestimmte Unternehmen gebunden sind, haften portable Leistungen am individuellen Arbeitnehmer und können über mehrere Mechanismen finanziert werden: Arbeitgeberbeiträge, Arbeitnehmerbeiträge, Plattformgebühren oder staatliche Subventionen. Die vielversprechendsten Modelle schaffen individuelle Konten, auf die Arbeitnehmer zugreifen können, unabhängig davon, auf welcher Gig-Plattform sie gerade arbeiten.
DoorDash hat eines der am meisten beobachteten Pilotprogramme durchgeführt, das es Fahrern ermöglicht, Leistungen über Lieferungen hinweg anzusammeln. 'Unsere Fahrer schätzen Flexibilität über alles', sagt DoorDash-Politikdirektorin Sarah Jensen. 'Portable Leistungen erlauben es uns, Sicherheit zu bieten, ohne diesen Kernwert zu opfern.'
Bundesstaaten gehen ebenfalls voran, wobei Pennsylvania und Utah ihre eigenen experimentellen Rahmenwerke entwickeln. Das Programm von Pennsylvania, das Anfang dieses Jahres gestartet wurde, kombiniert staatliche Finanzierung mit Matching-Beiträgen von teilnehmenden Plattformen.
Analyse der Auswirkungen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Im Zentrum der Ausweitung steht eine rigorose Analyse, wie diese Modelle sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer beeinflussen. Frühe Daten aus bestehenden Pilotprojekten zeigen komplexe Abwägungen: Während Arbeitnehmer Zugang zu bisher unerreichbaren Leistungen erhalten, berichten einige Plattformen von erhöhten Betriebskosten, die Preise und Arbeitsverfügbarkeit beeinflussen könnten.
'Die Schlüsselfrage ist Nachhaltigkeit', erklärt die Ökonomin Dr. Rebecca Torres vom Brookings Institution, das kürzlich einen großen Runden Tisch zu dem Thema veranstaltete. 'Können wir Systeme entwerfen, die sinnvolle Leistungen bieten, ohne Gig-Arbeit für Plattformen wirtschaftlich untragbar oder für Arbeitnehmer unattraktiv zu machen?'
Forscher konzentrieren sich besonders auf das, was sie die 'großen fünf' Säulen nennen: Rente, Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung, Bildung und Wohnen. Umfragen zeigen, dass dies die Bereiche sind, in denen sich Gig-Worker am verletzlichsten fühlen, wobei viele berichten, dass sie nur eine medizinische Notlage von einer finanziellen Katastrophe entfernt sind.
Was als Nächstes für die Gig-Economy kommt
Die erweiterten Pilotprogramme werden verschiedene Finanzierungsmodelle in den kommenden 18-24 Monaten testen, wobei die Ergebnisse voraussichtlich die Bundesgesetzgebung im Jahr 2026 beeinflussen werden. Wichtige untersuchte Variablen sind Beitragssätze (wie viel Prozent jeder Transaktion in Leistungen fließt), Ansparungspläne und Übertragbarkeitsmechanismen über Staatsgrenzen hinweg.
Arbeitsrechtler bleiben vorsichtig optimistisch. 'Dies könnte die wichtigste arbeitspolitische Innovation seit dem New Deal sein', sagt Maria Rodriguez vom Workers' Rights Project. 'Aber der Teufel steckt im Detail – wir brauchen Leistungen, die substanziell sind, nicht nur symbolisch.'
Während sich die Pilotprojekte landesweit ausweiten, werden Millionen von Gig-Workern genau zuschauen. Für Lieferfahrer, freiberufliche Designer, Rideshare-Fahrer und unzählige andere Solo-Selbstständige stellt das Versprechen portabler Leistungen mehr als nur Politik dar – es stellt einen Weg zu der finanziellen Sicherheit dar, die ihnen in der modernen Wirtschaft lange gefehlt hat.