EU genehmigt verarbeitete Tiermist als Düngemittelalternative

EU genehmigt verarbeiteten Tiermist (Renure) als Düngemittelalternative nach niederländischem Lobbying, löst Mistüberschuss und reduziert russische Abhängigkeit.

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Europäische Union gibt grünes Licht für Renure-Dünger nach niederländischem Lobbying

Die Europäische Union hat verarbeiteten Tiermist, bekannt als Renure, offiziell als legitime Alternative zu chemischen Düngemitteln genehmigt. Dieser Meilenstein folgt auf Jahre intensiver Lobbyarbeit aufeinanderfolgender niederländischer Regierungen, die um Anerkennung für diese innovative landwirtschaftliche Lösung kämpften.

"Dies ist ein enormer Meilenstein für die niederländische Landwirtschaft," erklärte die scheidende Landwirtschaftsministerin Femke Wiersma und feierte den regulatorischen Durchbruch, der die Mistbewirtschaftung in Europa transformieren könnte.

Bewältigung der Mistüberschusskrise

Niederländische Landwirte kämpfen seit langem mit Mistüberschüssen aufgrund strenger europäischer Umweltvorschriften, die begrenzen, wie viel roher Tiermist auf Feldern ausgebracht werden darf. Der überschüssige Mist verursacht erhebliche Entsorgungskosten, die manchmal zehntausende Euro pro Betrieb erreichen. Renure bietet eine potenzielle Lösung, indem problematischer Abfall in wertvollen Dünger umgewandelt wird.

Die Technologie umfasst anspruchsvolle Verarbeitungsmethoden, die rohen Mist in ein stabiles, nährstoffreiches Produkt verwandeln, das mit konventionellen Düngemitteln vergleichbar ist. Laut Forscherin Inge Regelink von der Wageningen University: "Es handelt sich um teure Anlagen und komplexe Techniken, die die Kosten zunächst hoch halten, aber das langfristige Potenzial ist signifikant."

Reduzierung der Abhängigkeit von russischen Düngemitteln

Über die Lösung von Mistmanagementproblemen hinaus adressiert Renure strategische Bedenken bezüglich der europäischen Düngemittelversorgungskette. Russland bleibt ein wichtiger Exporteur von chemischen Düngemitteln, und die EU erhöht seit Juli 2025 schrittweise die Zölle auf russische Importe, um die Abhängigkeit nach der Invasion in der Ukraine zu reduzieren.

Die Genehmigung der Europäischen Kommission spezifiziert, dass nur bestimmte Verarbeitungstechniken erlaubt sind, mit strengen Sicherheits- und Umweltanforderungen. Unternehmen müssen Compliance mit europäischen Standards nachweisen, bevor ihre Renure-Produkte den Markt erreichen können.

Implementierungsherausforderungen bleiben bestehen

Trotz der regulatorischen Genehmigung bleiben erhebliche Hürden bestehen. Der hohe Energiebedarf und die spezialisierte Ausrüstung für die Renure-Produktion bedeuten, dass unmittelbare Vorteile für Landwirte begrenzt sein können. Zusätzlich verbieten EU-Vorschriften ausdrücklich die Nutzung von Renure als Rechtfertigung für die Erweiterung von Tierbeständen oder erhöhte Mistproduktion.

Ministerin Wiersma bestätigte, dass die Niederlande "schnell mit der praktischen Implementierung" der neuen Vorschriften beginnen werden, obwohl Experten warnen, dass Renure allein Europas Düngemittelherausforderungen nicht vollständig lösen kann.

Quelle: NOS.nl

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