BBC-Untersuchung deckt versteckte Kamera-Industrie in chinesischen Hotels auf
Eine schockierende BBC-Recherche hat eine blühende Untergrundindustrie in China aufgedeckt, bei der tausende Hotelgäste heimlich beim Sex gefilmt werden, wobei die Aufnahmen anschließend online an zahlende Abonnenten verkauft werden. Die siebenmonatige Untersuchung von BBC Eye zeigt, dass Kriminelle versteckte Kameras verwenden, die so klein wie Radiergummis sind, um intime Momente aus Hotelzimmern in ganz China live zu übertragen.
'Wir waren im Urlaub, nur ein normales Paar, das die gemeinsame Zeit genossen hat. Dann zu erfahren, dass völlig Fremde uns zugesehen, Kommentare über unsere Körper, unsere Intimität abgegeben haben – das ist zerstörerisch,' sagte Eric (Pseudonym), eines der Opfer, das Aufnahmen von sich und seiner Freundin online entdeckte.
Wie der Betrieb funktioniert
Die BBC identifizierte sechs verschiedene Websites und Apps, die auf Telegram, einer in China verbotenen, aber für illegale Inhalte weit verbreiteten Messaging-Plattform, Zugang zu Spionagekamera-Aufnahmen bewerben. Die Ermittler fanden Beweise für mehr als 180 versteckte Kameras, von denen etwa die Hälfte während ihrer Überwachungsphase aktiv war. Die Aufnahmen werden über 'Agenten' verkauft, die im Auftrag von höhergestellten Personen handeln, die die Kameras installieren und die Streaming-Infrastruktur warten.
Ein besonders aktiver Agent, nur bekannt als 'AKA', verwaltete einen Telegram-Kanal mit etwa 10.000 Mitgliedern. Für eine Zahlung von etwa 55 Euro erhielten Abonnenten Zugang zu Live-Bildern aus fünf verschiedenen Hotelzimmern. Die BBC schätzt, dass AKA allein seit April 2025 mindestens 18.000 Euro mit diesem illegalen Handel verdient hat.
Geschichten der Opfer und psychologische Auswirkungen
Die Untersuchung beleuchtet den Fall eines Mannes, der 2023, während er online nach Pornos suchte, zufällig auf ein Video stieß, das ihn und seine Freundin beim Sex in einem Hotelzimmer in Shenzhen zeigte. Die Aufnahmen waren erst drei Wochen zuvor gemacht worden. 'Ich fühlte mich verletzt, bloßgestellt und völlig machtlos. Das hat unsere Beziehung auf Weisen beeinflusst, mit denen wir immer noch kämpfen,' erzählte er BBC-Ermittlern.
Wenn Gäste ihre Zimmer betreten, diskutieren Mitglieder der Telegram-Kanäle die Live-Bilder und machen oft abfällige Bemerkungen über die Frauen, die regelmäßig als 'Schlampen' und andere erniedrigende Begriffe bezeichnet werden.
Regulatorische Herausforderungen und öffentliche Reaktion
Trotz neuer Vorschriften, die im April 2025 in Kraft traten und das Installieren von Kameras in Hotelzimmern verbieten sowie Warnschilder in Überwachungsbereichen vorschreiben, zeigt die BBC-Untersuchung, dass das Problem fortbesteht. Die Vorschriften, die Chinas Gesetz zum Schutz persönlicher Informationen ergänzen, sollten wachsende Datenschutzbedenken angehen, erweisen sich aber als unzureichend, um entschlossene Kriminelle zu stoppen.
Chinesische Frauen sind sich der Bedrohung zunehmend bewusst geworden, wobei Online-Communities Tipps zum Aufspüren versteckter Kameras teilen. Einige ergreifen sogar extreme Maßnahmen – 'Ich kenne Leute, die Zelte in Hotelzimmern aufstellen, um sicherzugehen, dass sie nicht gefilmt werden,' erzählte eine Frau der BBC.
Der BBC gelang es, eine Kamera zu einem Hotel in Zhengzhou zurückzuverfolgen, wo sie ein Gerät fanden, das in einer Lüftungseinheit versteckt, direkt an das elektrische System des Gebäudes angeschlossen und direkt auf das Bett gerichtet war.
Quellen
BBC-Untersuchung: Chinas Spionagekamera-Porno-Industrie
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