Tödliche Kollision in der Ägäis fordert Migrantenleben
Ein verheerender Seeunfall vor der griechischen Insel Chios hat mindestens 14 Migranten das Leben gekostet und Dutzende verletzt, nachdem ein griechisches Küstenwachboot mit einem Migranten-Schnellboot kollidierte. Der Vorfall, der sich am 3. Februar 2026 ereignete, stellt eine der tödlichsten jüngsten Tragödien in der anhaltenden Migrationskrise im Mittelmeer dar.
Such- und Rettungsaktion im Gange
Laut griechischen Behörden ereignete sich die Kollision während einer Patrouillenfahrt in der östlichen Ägäis. Das Küstenwachboot hatte ein Migrantenschmuggelschnellboot ohne Navigationslichter entdeckt, das sich aus türkischen Gewässern auf Chios zubewegte. Als das Schnellboot nicht auf Signale reagierte und angeblich seinen Kurs änderte, rammte es die Steuerbordseite des Patrouillenboots, kenterte und sank schnell.
'Wir führen eine umfassende Suchaktion mit allen verfügbaren Mitteln durch,' erklärte ein Sprecher der griechischen Küstenwache. 'Unsere Priorität ist es, mögliche Überlebende zu finden und die Opfer zu bergen.'
Die Rettungsaktion umfasste vier Küstenwachpatrouillenboote, einen Luftwaffenhubschrauber und private Taucher. Bisher wurden 24 Migranten gerettet und in ein Krankenhaus auf Chios gebracht, darunter 11 Kinder und zwei schwangere Frauen. Zwei Besatzungsmitglieder der Küstenwache wurden ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert, von denen einer bereits entlassen wurde.
Humanitäre Krise hält an
Diese Tragödie unterstreicht die anhaltenden Gefahren, denen Migranten bei der gefährlichen Überfahrt von der Türkei zu nahegelegenen griechischen Inseln ausgesetzt sind. Trotz rückläufiger Migrationszahlen im Vergleich zu den Spitzenjahren 2015-2016 bleibt die östliche Mittelmeerroute aktiv und tödlich.
'Diese Todesfälle sind eine erschütternde Erinnerung an die menschlichen Kosten der europäischen Migrationspolitik,' sagte Maria Papadopoulos, Migrationsforscherin an der Universität Athen. 'Menschen riskieren weiterhin alles für eine Chance auf Sicherheit und Chancen.'
Laut UNHCR-Daten gab es 2024 etwa 69.400 irreguläre Grenzübertritte über die östliche Mittelmeerroute, ein Anstieg von 14% gegenüber dem Vorjahr. Griechenland bleibt ein primärer Zugangspunkt zur Europäischen Union für Migranten, die vor Konflikten, Verfolgung und Armut fliehen.
Untersuchung und internationale Reaktion
Die griechischen Behörden haben eine Untersuchung zu den genauen Umständen der Kollision eingeleitet. Erste Berichte deuten darauf hin, dass das Migrantenboot versuchte, Chios zu erreichen, eine von mehreren griechischen Inseln nahe der türkischen Küste, die als häufige Ziele für Migrantenüberfahrten dienen.
Der Vorfall hat internationale Aufmerksamkeit erregt, wobei Menschenrechtsorganisationen sicherere Migrationsrouten fordern. 'Diese Tragödie war vermeidbar,' erklärte die griechische Direktorin von Amnesty International. 'Wir brauchen umfassende Lösungen, die menschliches Leben über Grenzkontrollen stellen.'
Während die Suchaktionen nach möglichen vermissten Passagieren fortgesetzt werden, wurden die geborgenen Leichen zur Identifizierung nach Chios überführt. Die Nationalitäten der Opfer wurden noch nicht bekannt gegeben, obwohl Migranten auf dieser Route typischerweise aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und verschiedenen afrikanischen Ländern stammen.
Diese Kollision reiht sich in eine wachsende Liste maritimer Tragödien im Mittelmeer ein, wo laut dem Missing Migrants Project in den letzten Jahren Tausende Menschen bei dem Versuch, die europäischen Küsten zu erreichen, ums Leben gekommen sind.
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