EU verschärft Regeln gegen Fast-Fashion-Müll

EU führt strenge neue Gesetze ein, die Kleidungsmarken verpflichten, langlebige, reparierbare Kleidung herzustellen und Verantwortung für Textilabfälle zu übernehmen. Fast Fashion steht vor neuen Designregeln, Recyclinganforderungen und Mikroplastikgrenzwerten.

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Europa geht gegen Modeverschmutzung vor

Die Europäische Union hat eine große Offensive gegen Fast-Fashion-Abfälle gestartet und strenge neue Gesetze zur Bekämpfung der Textilverschmutzung umgesetzt. Da der Kleidungskonsum nach Nahrung, Wohnen und Mobilität die viertgrößte Umweltbelastung in der EU darstellt, sagen Beamte, dass dringendes Handeln erforderlich ist.

Neue Regeln für die Modeindustrie

Die EU-Strategie für nachhaltige und kreislauforientierte Textilien verlangt, dass alle in Europa verkauften Kleidungsstücke langlebig, reparierbar und recycelbar sind. Fast Fashion soll nach EU-Plänen bis 2030 "aus der Mode" sein. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), bei der Marken für die Abfallbewirtschaftung zahlen
  • Digitale Produktpässe, die Umweltauswirkungen zeigen
  • Verbot der Vernichtung unverkaufter Textilien
  • Strenge Grenzwerte für Mikroplastikverschmutzung aus synthetischen Stoffen
  • Designanforderungen für einfacheres Recycling

Warum das jetzt wichtig ist

Textilien verursachen etwa 10% der globalen Kohlenstoffemissionen - mehr als internationale Flüge und Schifffahrt zusammen. Der durchschnittliche Europäer entsorgt jährlich 12kg Kleidung, wovon weniger als 1% zu neuer Kleidung recycelt wird. Synthetische Fasern wie Polyester setzen beim Waschen Mikroplastik frei und verschmutzen Gewässer.

Die Gesetzgebung folgt wachsendem Druck von Umweltgruppen. "Das ist ein Wendepunkt für die Branche", sagte Greenpeace-EU-Expertin für Kreislaufwirtschaft Marta Cerdà. "Marken können ihre Verschmutzung nicht länger ignorieren."

Welche Änderungen zu erwarten sind

Ab 2026 müssen Bekleidungsmarken:

  • Kosten für Sammlung und Recycling gebrauchter Kleidung tragen
  • Sicherstellen, dass Kleidung mindestens recycelten Inhalt enthält
  • Klare Reparaturanleitungen bereitstellen
  • Gefährliche Chemikalien eliminieren

Die EU wird auch den Export von Textilabfällen in Entwicklungsländer einschränken. Neue Kennzeichnungen helfen Verbrauchern, wirklich nachhaltige Optionen zu identifizieren und Greenwashing zu vermeiden.

Reaktion der Industrie

Große Einzelhändler wie H&M und Zara haben Unterstützung zugesagt, obwohl einige kleinere Marken Bedenken hinsichtlich der Compliance-Kosten äußern. Der Europäische Bekleidungsverband warnt, die Regeln müssten "pragmatisch sein, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten".

Unterdessen verzeichnen Secondhand-Plattformen wie Vinted eine steigende Nachfrage. "Menschen wollen qualitativ hochwertige Kleidung, die lange hält", sagte CEO Thomas Plantenga. "Diese Gesetzgebung beschleunigt diesen Wandel."

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