Schweizer lehnen Wehrpflicht für Frauen und Vermögenssteuer ab

Schweizer Wähler haben Vorschläge für verpflichtenden Militärdienst für Frauen und eine 50% Erbschaftssteuer auf Vermögen über 50 Millionen Franken abgelehnt.

Schweizer lehnen Wehrpflicht für Frauen und Vermögenssteuer ab
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Schweizer Referendum bewahrt Status quo bei Wehrpflicht und Steuern

In einem entscheidenden nationalen Referendum am 30. November 2025 haben Schweizer Wähler zwei wichtige Vorschläge mit überwältigender Mehrheit abgelehnt, die das soziale und steuerliche Gefüge des Landes grundlegend verändert hätten. Die erste Initiative, die eine verpflichtende militärische oder zivile Dienstleistung für Frauen einführen wollte, wurde mit 84% der Stimmen abgelehnt, während der zweite Vorschlag für eine Erbschaftssteuer von 50% auf Vermögen über 50 Millionen Schweizer Franken (etwa 54 Millionen Euro) von 78% der Wähler abgelehnt wurde.

Wehrpflicht-Vorschlag scheitert vollständig

Der Vorschlag, den nationalen Dienst für Frauen verpflichtend zu machen, stieß auf besonders starken Widerstand und erhielt in keinem der 26 Schweizer Kantone Unterstützung. Derzeit unterhält die Schweiz ein geschlechtsspezifisches Wehrpflichtsystem, bei dem nur Männer zum Dienst verpflichtet sind, während Frauen freiwillig militärische Funktionen wählen können. Laut der Service Citoyen Organisation argumentierten Befürworter, dass die Ausweitung der Dienstverpflichtungen die Gleichstellung der Geschlechter fördern und Personalmängel in den Streitkräften beheben würde.

Die Schweizer Regierung war jedoch vehement gegen die Maßnahme und verwies auf ausreichend militärisches Personal und die hohen Implementierungskosten. 'Dieser Vorschlag hätte unsere jährlichen Wehrpflichtzahlen von 35.000 auf 70.000 Menschen verdoppelt, was unnötige administrative Belastungen und Kosten geschaffen hätte,' erklärte Sprecherin Anna Müller vom Verteidigungsministerium.

Erbschaftssteuer trotz Klimazielen abgelehnt

Der Erbschaftssteuer-Vorschlag, der von der Jugendorganisation der Sozialdemokraten (JUSOs) beworben wurde, hätte eine Steuer von 50% auf Erbschaften und Schenkungen über 50 Millionen Franken erhoben. Die Einnahmen sollten Klimaschutzprojekte finanzieren und der Schweiz helfen, ihr Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen.

Gegner, darunter Finanzexperten und wohlhabende Bürger, warnten, dass die Steuer eine Abwanderung vermögender Personen aus der Schweiz auslösen könnte. 'Vermögende Menschen sind sehr mobil und haben viele Optionen zur Steueroptimierung. Dieser Vorschlag hätte den Ruf der Schweiz als stabiles Finanzzentrum geschädigt,' bemerkte Finanzberater Markus Weber aus Zürich.

Politische und soziale Kontext

Die Referendumsergebnisse spiegeln das einzigartige System der direkten Demokratie in der Schweiz wider, bei dem Bürger regelmäßig über wichtige politische Entscheidungen abstimmen. Beide Vorschläge benötigten die Zustimmung sowohl einer Mehrheit der Wähler als auch einer Mehrheit der Kantone, um angenommen zu werden.

Die Wehrpflichtdebatte unterstrich die anhaltenden Diskussionen über Geschlechtergleichstellung in der Schweiz, während der Erbschaftssteuer-Vorschlag vor dem Hintergrund wachsender Bedenken hinsichtlich Vermögensungleichheit und Klimafinanzierung entstand. Trotz dieser Bedenken bevorzugten Schweizer Wähler die Beibehaltung des Status quo, was ihre vorsichtige Herangehensweise an tiefgreifende soziale und steuerliche Veränderungen demonstriert.

Die Schweiz bleibt eines der wenigen europäischen Länder mit verpflichtendem Militärdienst für Männer, eine Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Das Land unterhält auch ein dezentralisiertes Steuersystem, bei dem Erbschaftssteuern hauptsächlich auf kantonaler Ebene geregelt werden, wobei viele Regionen überhaupt keine derartigen Steuern erheben.

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