Vierte Tag der GenZ 212 Proteste eskaliert in Marokko

Gewaltsame Zusammenstöße halten vierten Tag in Marokko an, während GenZ 212 Jugendproteste bessere Gesundheitsversorgung, Bildungsreformen und Anti-Korruptionsmaßnahmen fordern. 263 Polizisten und 23 Zivilisten verletzt, 409 festgenommen bei weitverbreiteten Sachschäden.

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Vierte Tag der GenZ 212 Proteste eskaliert in Marokko

Marokko erlebt seinen vierten aufeinanderfolgenden Tag gewaltsamer, von Jugendlichen geführter Proteste, während die GenZ 212-Bewegung weiterhin bessere Gesundheitsversorgung, Bildung und ein Ende der Korruption fordert. Laut offiziellen Berichten des marokkanischen Innenministeriums wurden 263 Polizeibeamte und 23 Zivilisten verletzt bei Zusammenstößen, die sich über mehrere Städte einschließlich Rabat, Casablanca, Marrakesch und Oujda ausbreiteten.

Weitverbreitete Schäden und Festnahmen

Die Proteste führten zu erheblichen Sachschäden mit 142 zerstörten Polizeifahrzeugen und 20 zivilen Fahrzeugen. Sicherheitskräfte haben 409 Demonstranten festgenommen seit Beginn der Proteste am 27. September. In einem der schwersten Vorfälle fuhr ein Polizeifahrzeug in eine Menge Demonstranten in Oujda, wobei ein Mann schwer verletzt wurde.

Forderungen und Hintergrund der Bewegung

Die GenZ 212-Bewegung, die über dezentrale soziale Mediennetzwerke operiert, organisiert Proteste in mindestens 11 marokkanischen Städten. Ihre Forderungen konzentrieren sich auf drei Kernbereiche: verbesserte öffentliche Gesundheitsversorgung nach jüngsten Tragödien, bei denen acht schwangere Frauen in einem unterfinanzierten Krankenhaus in Agadir starben, bessere Bildungsinfrastruktur und umfassende Anti-Korruptionsmaßnahmen.

"Wir wollen Krankenhäuser, keine Stadien" ist zum Schlachtruf von Demonstranten geworden, die die Millardeninvestitionen der Regierung in Infrastruktur für die WM 2030 kritisieren, während essentielle Dienstleistungen leiden. Die Bewegung entstand vor dem Hintergrund einer Jugendarbeitslosigkeit von 35,8% und wachsender Frustration über soziale Ungleichheit.

Internationale Reaktionen und Menschenrechtsbedenken

Amnesty International hat die marokkanischen Behörden aufgefordert, das Recht auf friedliche Versammlung zu respektieren. "Jeder, der festgenommen wurde, weil er von seinem Recht auf friedliche Versammlung Gebrauch gemacht hat, muss sofort und bedingungslos freigelassen werden", erklärte die Organisation in einem kürzlichen Social-Media-Post. Sie haben auch zu einem Dialog mit Jugendvertretern gedrängt und gewarnt, dass die Proteste keine Anzeichen eines Nachlassens zeigen.

Die Menschenrechtsorganisation betonte, dass "Behörden maximale Zurückhaltung üben und unverhältnismäßige oder illegale Gewalt vermeiden müssen" im Umgang mit Demonstranten. Dies geschieht, während online kursierende Videos zeigen, dass Sicherheitskräfte Tränengas und physische Gewalt gegen Demonstranten einsetzen.

Regierungsreaktion und Zukunftsperspektive

Obwohl die marokkanische Regierung die sozialen Forderungen hinter den Protesten anerkannt und Dialogbereitschaft signalisiert hat, hat sie auch das Vorgehen ihrer Sicherheitskräfte verteidigt. Die Regierungskoalition hat das, was sie als "ausgewogene Reaktion" des Sicherheitspersonals bezeichnet, gelobt.

Allerdings bleiben die Spannungen hoch, da 37 Demonstranten bereits angeklagt wurden und Prozesse ab dem 7. Oktober geplant sind. Die Bewegung hat geschworen, ihre Demonstrationen fortzusetzen, bis ihre Forderungen nach grundlegenden sozialen Reformen erfüllt werden, was den Weg für mögliche weitere Konfrontationen in den kommenden Tagen ebnet.

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