Monopoly-Fehler: Wie ein Tippfehler Krypto-Millionäre schuf
In einem Vorfall, der als echte "Bankfehler zu Ihren Gunsten"-Monopoly-Karte beschrieben werden kann, hat die südkoreanische Kryptowährungsbörse Bithumb versehentlich mehr als 44 Milliarden US-Dollar in Bitcoin an 695 Kunden während einer Werbeaktion am 7. Februar 2026 gesendet. Anstatt die beabsichtigten 2.000 südkoreanischen Won (etwa 1,15 Euro) an jeden Teilnehmer zu senden, gab ein Mitarbeiter versehentlich "Bitcoin" statt "Won" als Währungseinheit ein, was dazu führte, dass 2.000 Bitcoins auf jedes Konto überwiesen wurden.
Die 35-Minuten-Millionärserfahrung
Für kurze 35 Minuten hatten 695 Bithumb-Kunden Kryptowährungen im Wert von etwa 44 Milliarden US-Dollar in ihren Händen. "Es war, als hätte ich im Lotto gewonnen, aber dann gemerkt, dass alles ein Fehler war," sagte ein betroffener Nutzer, der anonym bleiben wollte. "Ich habe mein Konto dreimal aktualisiert, bevor ich glaubte, was ich sah."
Die Börse entdeckte den Fehler schnell und hatte innerhalb von 35 Minuten alle Handels- und Abhebungsmöglichkeiten für die betroffenen Konten eingefroren. Laut der offiziellen Erklärung von Bithumb konnte das Unternehmen 99,7 % der versehentlich verteilten Bitcoins zurückholen, was etwa 620.000 BTC entspricht. Die verbleibenden 0,3 % (etwa 1.860 Bitcoins) waren bereits von Nutzern abgehoben oder gehandelt worden, die schnell reagierten.
Marktauswirkungen und regulatorische Reaktion
Der enorme Fehler verursachte sofortige Marktvolatilität auf der Plattform von Bithumb. Die Bitcoin-Preise fielen zeitweise auf 81,1 Millionen Won (46.883 Euro) an der Börse, was einem Rückgang von 17 % im Vergleich zu anderen großen Börsen entsprach. Die Preise erholten sich jedoch schnell auf 104,5 Millionen Won (60.410 Euro), nachdem die Börse den Handel ausgesetzt hatte.
Südkoreanische Finanzaufsichtsbehörden haben eine dringende Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Der Financial Supervisory Service (FSS) hat ein Inspektionsteam vor Ort geschickt und den CEO von Bithumb zur Befragung vorgeladen. "Dieser Vorfall zeigt ernsthafte Schwachstellen im Betrieb von Kryptowährungsbörsen auf," erklärte ein FSS-Sprecher. "Wir werden eine gründliche Untersuchung durchführen, um festzustellen, ob es Verstöße gegen Vorschriften gab."
Entschädigung und zukünftige Sicherheitsmaßnahmen
Als Entschädigung für das, was Bithumb die "Unannehmlichkeiten" nennt, erhalten betroffene Nutzer 20.000 Won (etwa 13,66 Euro) auf ihr Konto gutgeschrieben. Die Börse hat auch versprochen, Handelsgebühren für betroffene Kunden zu erlassen und neue künstliche Intelligenz-Verifizierungssysteme zu implementieren, um ähnliche Fehler in Zukunft zu verhindern.
Bithumb, gegründet 2014 mit Sitz in Seoul, ist eine der größten Kryptowährungsbörsen Südkoreas. Das Unternehmen hatte bereits früher Kontroversen, darunter Sicherheitsverletzungen in den Jahren 2018 und 2019, bei denen Hacker Millionen an Kryptowährungen stahlen, sowie staatliche Razzien wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung.
"Wir entschuldigen uns aufrichtig für diesen Fehler und überprüfen alle unsere internen Prozesse," sagte Bithumb-CEO Lee Jae-won in einer öffentlichen Erklärung. "Obwohl dies kein Sicherheitsverstoß war, unterstreicht es die Notwendigkeit besserer Verifizierungssysteme, die wir sofort umsetzen werden."
Quellen
CNBC: Südkoreanisches Kryptounternehmen schickt versehentlich 44 Milliarden Dollar BitcoinWikipedia: Bithumb
Sedaily: Koreanische Aufsichtsbehörden untersuchen Bithumbs Bitcoin-Fehler
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