UN-Sicherheitsrat tagt nach russischem Hyperschallraketenangriff

Der UN-Sicherheitsrat hält eine Dringlichkeitssitzung ab, nachdem Russland die Oresjnik-Hyperschallrakete gegen die Ukraine eingesetzt hat, in der Nähe der polnischen Grenze. Der Angriff fällt mit europäischen Verhandlungen über Sicherheitsgarantien zusammen.

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Dringende Sitzung nach Einsatz fortschrittlicher Oresjnik-Rakete durch Russland

Der UN-Sicherheitsrat hält am Montag eine Dringlichkeitssitzung ab, nachdem Russland die fortschrittliche Oresjnik-Hyperschallrakete gegen die Ukraine eingesetzt hat. Dies ist erst das zweite Mal, dass Russland diese fortschrittliche Waffe im fast vier Jahre andauernden Konflikt verwendet, was in europäischen Hauptstädten Alarm auslöst und zu dringenden diplomatischen Maßnahmen führt.

Die Rakete schlug in der Nähe von Lwiw ein, nur wenige Dutzend Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, was der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als 'eine klare Warnung an die Hauptstädte Warschau, Bukarest und Budapest' beschrieb. Europäische Führungspersönlichkeiten haben den Angriff als 'eskalierend und inakzeptabel' verurteilt, während der ukrainische Vizeaußenminister Andrii Sybiha die Mitglieder des Sicherheitsrates aufforderte, 'durch die Forderung nach einem Ende der Aggression Geschlossenheit zu zeigen'.

Die Oresjnik: Russlands Hyperschall-Game-Changer

Die Oresjnik (was im Russischen 'Haselnuss' bedeutet) stellt eine bedeutende Eskalation der russischen militärischen Fähigkeiten dar. Laut Wikipedia kann diese Mittelstreckenrakete Geschwindigkeiten von mehr als Mach 10 (über 12.000 km/h) erreichen und mehrere unabhängig lenkbare Gefechtsköpfe tragen, was sie mit aktuellen Abwehrsystemen außergewöhnlich schwer abzufangen macht.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat geprahlt, die Waffe sei 'unmöglich abzufangen' aufgrund ihrer Geschwindigkeit, obwohl westliche Experten diese Behauptungen anzweifeln. Die Rakete wurde erstmals im November 2024 eingesetzt, als sie Dnipro traf, und ihr Einsatz in der Nähe der NATO-Grenzen stellt eine gefährliche neue Phase im Konflikt dar.

Zeitpunkt und strategische Implikationen

Der Angriff erfolgt zu einem kritischen diplomatischen Zeitpunkt. Nur Tage zuvor führte ein Treffen der 'Koalition der Willigen' in Paris zur Pariser Erklärung mit umfassenden Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister unterzeichneten mit Selenskyj eine Absichtserklärung über einen möglichen Truppeneinsatz im Falle eines Waffenstillstands.

Laut dem Institute for the Study of War scheint der Start der Hyperschallrakete darauf abzuzielen, die Verbündeten der Ukraine einzuschüchtern, während diese ihre Sicherheitsverpflichtungen festigen. 'Russland sendet die Botschaft, dass keine europäische Hauptstadt sicher ist,' sagte ein europäischer Sicherheitsanalyst anonym.

Humanitäre und diplomatische Folgen

Die nächtlichen Angriffe töteten laut CBC News mindestens vier Menschen in Kiew und verletzten 25 weitere. Die Angriffe beschädigten die katarische Botschaft in Kiew und ließen fast 6.000 Wohngebäude bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ohne Heizung.

Russland behauptet, der Angriff sei Vergeltung für einen angeblichen ukrainischen Drohnenangriff auf Putins Residenz gewesen, obwohl sowohl die Ukraine als auch die Vereinigten Staaten diese Behauptung als Desinformation zurückgewiesen haben. Die UN-Sitzung wird prüfen, ob die Mitglieder des Sicherheitsrates eine geschlossene Front gegen das bilden können, was die Ukraine als Kriegsverbrechen eingestuft hat.

Wie Selenskyj in seiner täglichen Ansprache betonte: 'Wir brauchen einen gemeinsamen Verteidigungsmechanismus, denn in ganz Europa herrscht der gleiche Zweifel: ob ihre Hauptstadt verteidigt wird, wenn Putin plötzlich durchdreht.' Die kommenden Tage werden zeigen, ob die internationale Diplomatie mit der Geschwindigkeit der russischen Hyperschall-Eskalation Schritt halten kann.

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