Spanien kämpft gegen aufeinanderfolgende Stürme, während Marta Verwüstung anrichtet
Spanien steht vor einer beispiellosen Wetterkrise, da Sturm Marta die Iberische Halbinsel mit sintflutartigen Regenfällen, schweren Überschwemmungen und großflächigen Evakuierungen heimsucht. Dies geschieht nur wenige Tage, nachdem Sturm Leonardo erhebliche Schäden verursacht hat, was die Behörden als 'verheerende Kaskade' von Wetterextremen bezeichnen.
Massen-Evakuierungen und Notfallhilfe
In der südlichen Region Andalusien haben Rettungskräfte etwa 11.000 Menschen aus ihren Häusern evakuiert, da Flüsse über die Ufer treten und der Wasserstand weiter ansteigt. Der Fluss Guadalquivir hat gefährliche Pegelstände erreicht, was zu weiteren Evakuierungen in der Provinz Córdoba führte. 'So etwas haben wir noch nie gesehen,' sagte die lokale Notfallkoordinatorin María López. 'Das Wasser hört nicht auf zu kommen, und wir können mit den Evakuierungen kaum Schritt halten.'
Mehrere Dörfer sind vollständig von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem Straßen weggespült oder unpassierbar wurden. In einigen Gebieten ist das spanische Militär im Einsatz, um eingeschlossene Bewohner zu retten. In Galicien wurden Windböen von bis zu 146 Kilometern pro Stunde gemessen, während für nördliche Regionen Schneewarnungen ausgegeben wurden.
Landwirtschaftskrise entfaltet sich
Der Agrarsektor steht vor dem, was Landwirte eine 'natürliche Katastrophe' mit möglicherweise lang anhaltenden Folgen nennen. Tausende Hektar Ackerland stehen unter Wasser, was Kulturen wie Brokkoli, Karotten, Blumenkohl und Olivenbäume betrifft. Laut landwirtschaftlichen Organisationen belaufen sich die Schäden bereits auf Millionen Euro, wobei die volle Auswirkung möglicherweise noch monatelang zu spüren sein wird.
'Das ist katastrophal für unsere Region,' erklärte Landwirt Antonio García aus der Provinz Cádiz. 'Unsere Felder stehen seit Tagen unter Wasser, und wir sehen vollständigen Ernteverlusten entgegen. Die Lebensmittelproduktionskette ist ernsthaft bedroht.'
Historische Wettermuster
Dieses extreme Wetter folgt auf den nassesten Januar seit 25 Jahren auf der Iberischen Halbinsel, mit Niederschlägen, die deutlich über den normalen Werten lagen. Wissenschaftler weisen auf den Klimawandel als einen begünstigenden Faktor für die zunehmende Intensität und Häufigkeit solcher Stürme hin. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Klimaprojektionen für die Region deutet darauf hin, dass Starkniederschlagsereignisse durch den Klimawandel voraussichtlich um 7-15% zunehmen werden.
Die Situation im Nachbarland Portugal ist ebenso ernst, wo das Landwirtschaftsministerium die Verluste im Agrar- und Forstsektor auf etwa 750 Millionen Euro schätzt. Mehr als 26.500 Rettungskräfte sind in Portugal im Einsatz, und drei Städte haben Präsidentschaftswahlen aufgrund der extremen Bedingungen verschoben.
Anhaltende Bedrohung und Ausblick
Meteorologische Dienste warnen, dass das schlechte Wetter noch lange nicht vorbei ist. Für die kommende Woche werden weitere Niederschläge vorhergesagt, was die bereits kritischen Zustände möglicherweise verschlimmern könnte. Rettungsdienste bleiben sowohl in Spanien als auch in Portugal in Alarmbereitschaft.
'Wir haben es mit einem perfekten Zusammenspiel von Faktoren zu tun,' erklärte Klimawissenschaftlerin Dr. Elena Rodríguez. 'Der Klimawandel macht diese Ereignisse intensiver, und die aufeinanderfolgende Natur der Stürme bedeutet, dass der Boden zwischen den Ereignissen keine Zeit zur Erholung hat.'
Quellen
Reuters: Landwirte melden katastrophale Schäden
The Weather Network: Schadensbericht Sturm Marta
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