Digitale Handelserleichterungsprogramme für KMU gestartet

Regierungen starten digitale Handelserleichterungsprogramme, um Zollverfahren für KMU zu vereinfachen. Maßnahmen wie Massenuploads, Webformulare und Echtzeitverfolgung sollen Exporte fördern und Handelsbarrieren reduzieren.

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Großangelegte digitale Zollreformen zur Förderung des KMU-Exports

In einem wichtigen Schritt zur Vereinfachung des internationalen Handels für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben Regierungen und internationale Organisationen umfassende Programme zur digitalen Handelserleichterung gestartet. Diese zielen darauf ab, Zollkomplexität zu reduzieren und die Unterstützung für Exporteure zu stärken. Diese Initiativen kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da KMU weltweit 90 % aller Unternehmen ausmachen, aber unverhältnismäßige Hindernisse im grenzüberschreitenden Handel erfahren.

Digitale Transformation von Zollverfahren

Das Central Board of Indirect Taxes and Customs (CBIC) in Indien hat nach seinem ersten FM Conclave im Juni 2025 tiefgreifende digitale Reformen umgesetzt. Zu den wichtigen Maßnahmen gehören die Zulassung von GST-Vorsteuerabzug für Einkäufe in Sonderwirtschaftszonen (SEZ) ohne die Notwendigkeit eines Importer Exporter Code (IEC), die Ermöglichung von Massen-Excel-Uploads für bis zu 10.000+ Zeilenpositionen über das ICEGATE-Portal und die Einführung von 16 Webformularen zur Ersetzung manueller Einreichungen in Servicezentren. 'Diese digitalen Transformationen sollen die operative Effizienz, Transparenz und Geschäftsfreundlichkeit verbessern, indem manuelle Prozesse reduziert werden,' erklärte ein CBIC-Beamter in einer aktuellen Stellungnahme.

Das Sea Cargo Manifest & Transshipment Regulations (SCMTR)-System wurde in vier großen Häfen aktiviert: Kandla, Ennore, Katupalli und Paradeep, was Echtzeit-Frachtverfolgung und schnellere Zollabfertigung ermöglicht. Weitere Upgrades umfassen mobile Apps für Außendienstmitarbeiter, landesweiten Zugang zu Bill of Entry-Prüfungen, API-Integrationen mit großen Flughäfen und eine Verdoppelung der e-Sanchit Datei-Upload-Limits auf 2 MB.

Globale Bemühungen zur KMU-Integration

International haben die Weltzollorganisation (WCO), die Welthandelsorganisation (WTO) und die Internationale Handelskammer (ICC) einen gemeinsamen Bericht veröffentlicht, der hervorhebt, wie komplexe Handelserleichterungsprogramme den Zugang kleiner Unternehmen zum Welthandel behindern. Der Bericht konzentriert sich auf die Integration von Mikro-, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Authorized Economic Operator (AEO)-Programme unter dem WCO SAFE Framework.

'KMU stellen 90 % aller Unternehmen und mehr als die Hälfte der weltweiten Beschäftigung, sehen sich aber erheblichen Hindernissen wie begrenzter Finanzierung, regulatorischer Komplexität, unzureichender Infrastruktur und Compliance-Herausforderungen gegenüber,' stellte der gemeinsame Bericht fest. Die Organisationen fordern Zollverwaltungen auf, flexiblere und inklusivere Ansätze zu verfolgen, die auf KMU-Bedürfnisse zugeschnitten sind, weg von Einheitslösungen.

Regionale Initiativen und Partnerschaften

In Pakistan hat die Small and Medium Enterprises Development Authority (SMEDA) eine strategische Absichtserklärung mit Pakistan Single Window (PSW) unterzeichnet und eine Podiumsdiskussion zum Thema 'Digitale Handelserleichterung für KMU' in Lahore organisiert. Die Partnerschaft zielt darauf ab, KMU durch digitale Lösungen in das globale Handelsökosystem zu integrieren, Handelsverfahren zu vereinfachen, Zugang zu Marktinformationen, Datenanalyse und auf Exportbedürfnisse zugeschnittenen Ressourcen zu bieten.

'Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, Handelsbarrieren zu reduzieren, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und pakistanische KMU für eine größere Teilnahme an internationalen Märkten zu positionieren,' sagte SMEDA-CEO Socrat Aman Rana während der Veranstaltung.

Ebenso hat die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) ihren Bericht '2025 Digital and Sustainable Trade Facilitation' veröffentlicht, der hervorhebt, wie digitale Technologien die Handelseffizienz verbessern und gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele fördern können. Das Dokument behandelt papierlosen Handel, digitale Zollverfahren, grenzüberschreitenden Datenaustausch und Umweltaspekte bei der Handelserleichterung.

Auswirkungen und Zukunftsperspektive

Diese digitalen Handelserleichterungsinitiativen haben bereits messbare Ergebnisse erzielt. Das Handelserleichterungsranking Indiens hat sich in der UNESCAP-Umfrage auf 93,55 % verbessert, gegenüber 78,49 % im Jahr 2019, was die Vision des Landes von einer 5-Billionen-Dollar-Wirtschaft durch schnellere Zollabfertigung und niedrigere Verwaltungskosten unterstützt.

Es bleiben jedoch Herausforderungen bestehen. Laut der FINDEX-Datenbank der Weltbankgruppe von 2021 besteht eine Finanzierungslücke von 1,7 Billionen US-Dollar für formelle, von Frauen geführte Mikro-, kleine und mittlere Unternehmen, wobei mehr als 68 % der kleinen, von Frauen geführten Unternehmen keinen Zugang zu Finanzierung haben.

Experten betonen, dass eine erfolgreiche Umsetzung kontinuierliche öffentlich-private Partnerschaften und technologische Anpassung erfordert. 'Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor sind entscheidend, um sicherzustellen, dass kein Händler im globalen Handelsökosystem zurückbleibt,' stellte der gemeinsame WCO-WTO-ICC-Bericht fest.

Während sich digitale Handelserleichterungsprogramme weltweit ausweiten, versprechen sie, das Spielfeld für KMU zu ebnen, sodass sie effektiver auf internationalen Märkten konkurrieren und gleichzeitig zum Wirtschaftswachstum und zur Beschäftigung weltweit beitragen können.

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