Großer SCO-Gipfel in China: mehr Symbolik als Substanz

China hostet größten SCO-Gipfel mit Führungskräften aus Russland, Indien, Iran und anderen, aber Experten erwarten hauptsächlich symbolische Ergebnisse.
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Größter Shanghai Cooperation Organisation Gipfel in China

Die Shanghai Cooperation Organisation (SCO) hält ihren größten Gipfel aller Zeiten in China ab, bei dem Führungskräfte aus Russland, Indien, dem Iran und Dutzenden anderen Nationen und internationalen Organisationen zusammenkommen. Trotz der beeindruckenden Teilnahme deuten Experten darauf hin, dass die Veranstaltung hauptsächlich symbolisch ist mit wenigen konkreten politischen Ergebnissen.

Wachsender regionaler Einfluss

Die SCO hat sich in den letzten Jahren erheblich erweitert, von ihrer ursprünglichen "Shanghai Five"-Formation im Jahr 1996 auf zehn Vollmitgliedstaaten, die etwa 24% der gesamten Weltfläche und 42% der Weltbevölkerung abdecken. Die Organisation repräsentiert etwa 23% des nominalen globalen BIP und 36% des BIP basierend auf Kaufkraftparität.

Interne Spaltungen und Herausforderungen

Trotz ihrer wachsenden Mitgliedschaft steht die SCO vor erheblichen internen Herausforderungen. Indien bleibt skeptisch gegenüber der anti-westlichen Haltung, die von einigen Mitgliedstaaten, insbesondere China, gefördert wird. Die Mitgliedsländer sind auch über die Unterstützung Russlands im Ukraine-Konflikt gespalten, was die Fähigkeit der Organisation einschränkt, eine geschlossene Front zu präsentieren.

Regionale Anti-Terrorismus-Struktur

Die Regionale Anti-Terrorismus-Struktur (RATS) der SCO koordiniert den Informationsaustausch und die Terrorismusbekämpfung unter den Mitgliedstaaten, mit Fokus auf die "drei Übel": Terrorismus, Separatismus und religiösen Extremismus. Menschenrechtsorganisationen haben jedoch kritisiert, wie einige Mitgliedstaaten, insbesondere China, diesen Rahmen genutzt haben, um Crackdowns gegen religiöse Minderheiten zu rechtfertigen.

Strategische Bedeutung für China

Für China stellt der Gipfel eine Gelegenheit dar, sich als regionale Führungsmacht zu positionieren und eine Alternative zu westlich geführten internationalen Institutionen zu präsentieren. Der "Shanghai-Geist" betont Werte wie Gleichheit und Souveränität, obwohl Kritiker anmerken, dass China diese Prinzipien oft nicht in der Praxis umsetzt.

Begrenzte konkrete Ergebnisse erwartet

Experten wie Claus Soong vom deutschen Merics-Institut deuten darauf hin, dass der SCO die bindenden gegenseitigen Beistandsverpflichtungen von Organisationen wie der NATO fehlen, was koordinierte Maßnahmen erschwert. Die Organisation wird voraussichtlich eine Umstrukturierung mit neuen Ausschüssen durchlaufen, um Konflikte effizienter zu behandeln, wobei China eine führende Rolle in dieser Reorganisation einnehmen wird.

Evelyn Nakamura
Evelyn Nakamura

Evelyn Nakamura ist eine preisgekrönte Journalistin, die sich auf Technologieinnovationen und Startup-Ökosysteme spezialisiert hat. Ihre aufschlussreichen Berichte beleuchten die sich wandelnde Technologielandschaft Japans.

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