Was ist die französische Digitalsteuer?
Die 2019 eingeführte Digitalsteuer (DST) erhebt eine 3%ige Abgabe auf Einnahmen von Technologieunternehmen mit weltweiten Einnahmen über 750 Millionen Euro und mindestens 25 Millionen Euro in Frankreich. Kritiker sagen, sie trifft vor allem US-Giganten wie Amazon, Meta und Alphabet. Die USA betrachten die Steuer als diskriminierend.
Trumps neue Drohung: 100% Zoll auf französischen Wein
Gegenüber der New York Post sagte Trump: „Ich habe (Präsident Macron) gebeten, keine Steuern auf US-Unternehmen zu erheben. Wenn doch, bleibt mir nichts anderes übrig, als einen 100%igen Zoll auf alle Champagner und Weine aus Frankreich zu erheben.“ Die Drohung wird als Verhandlungstaktik vor dem G7-Gipfel gesehen. Bereits 2019 drohte Trump mit Weinzöllen. Damals antwortete der französische Finanzminister Bruno Le Maire: „Frankreich ist souverän und bestimmt seine eigenen Steuerregeln.“ Im März 2025 drohte Trump erneut mit 200% Zoll auf europäischen Wein als Reaktion auf EU-Zölle auf US-Whiskey, Jeans und Motorräder – Maßnahmen als Vergeltung für Trumps Stahl- und Aluminiumzölle. Auch diese Drohung wurde nie umgesetzt.
Auswirkungen auf die französische Weinindustrie
Der französische Wein- und Spirituosenexportverband (FEVS) bedauerte die Unruhe und forderte „verantwortungsvolles Verhalten“ und „ausgewogene und konstruktive Handelsbeziehungen“. Französische Weine und Spirituosen wurden 2025 bereits durch US-Basiseinfuhrzölle von erst 10%, dann 15% getroffen. Ein 100%iger Zoll würde die Preise im US-Markt verdoppeln und die Exporte drastisch senken. Die Auswirkungen des US-EU-Handelskriegs auf europäische Luxusgüter könnten schwerwiegend sein. Frankreich exportierte 2024 rund 3,6 Milliarden Euro Wein und Champagner in die USA – der größte Markt. Ein 100%iger Zoll würde kleine Weingüter und große Häuser gleichermaßen treffen.
Frühere Zolldrohungen: Ein Bluff-Muster?
Trotz drei großer Drohungen seit 2019 hat Trump nie tatsächlich einen gezielten Weinzoll verhängt. Analysten halten die Drohungen für rhetorisch – um Druck auf Frankreich und die EU auszuüben. Die kumulative Wirkung der Basiszollanhebungen hat jedoch bereits Schaden angerichtet. Der FEVS ruft beide Seiten zur Deeskalation und zu einer Verhandlungslösung im OECD-Rahmen für die Digitalbesteuerung auf.
Was steht für die US-Frankreich-Handelsbeziehungen auf dem Spiel?
Der Streit verdeutlicht breitere Spannungen in den US-EU-Handelsbeziehungen. Die globalen Digitalsteuerverhandlungen bei der OECD sind ins Stocken geraten, sodass Länder wie Frankreich einseitige Maßnahmen ergreifen. Die USA argumentieren, dass solche Steuern US-Unternehmen unfair treffen, und drohen mit Vergeltungszöllen nach Section 301 des Trade Act von 1974. Französische Beamte beharren darauf, nicht nachzugeben. Präsident Macron bezeichnet die Digitalsteuer als Frage der Steuergerechtigkeit. Der G7-Gipfel in Évian-les-Bains bietet eine Bühne für beide Seiten, um den Stillstand zu überwinden – oder für Trump, seine Drohung wahr zu machen.
Häufig gestellte Fragen
Warum droht Trump mit Zöllen auf französischen Wein?
Trump reagiert auf die französische Digitalsteuer von 3%, die seiner Ansicht nach US-Tech-Konzerne wie Amazon, Meta und Google unfair trifft.
Hat Trump bereits Weinzölle verhängt?
Nein. Trotz Drohungen 2019, März 2025 und jetzt hat Trump noch keinen spezifischen Weinzoll umgesetzt, obwohl die US-Basiszölle auf EU-Wein 2025 auf 15% gestiegen sind.
Was ist die französische Digitalsteuer?
Eine 3%ige Steuer auf digitale Dienstleistungseinnahmen für Unternehmen mit weltweiten Einnahmen über 750 Mio. € und französischen Einnahmen über 25 Mio. €, eingeführt 2019.
Wie würde ein 100%iger Zoll die Preise beeinflussen?
Er würde die Preise für französischen Wein und Champagner in den USA etwa verdoppeln, was zu einem starken Nachfragerückgang und Schäden für französische Exporteure führen würde.
Könnte dies zu einem breiteren Handelskrieg führen?
Ja. Die Zeitleiste des US-EU-Handelskonflikts zeigt, dass Vergeltungszölle weiter eskalieren könnten und andere Güter wie Käse, Spirituosen und Industrieprodukte betreffen.
Quellen
BNR Nieuwsradio, New York Post, Reuters, French Wine and Spirits Export Federation (FEVS).
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