
Tödlicher bakterieller Ausbruch breitet sich in Belgien aus
Gesundheitsbehörden in Belgien kämpfen mit einem besorgniserregenden Ausbruch des gefährlichen EHEC-Bakteriums (Enterohämorrhagisches Escherichia coli), der bereits mehrere Todesopfer in Pflegeheimen im ganzen Land gefordert hat. Der Ausbruch, der erstmals am 18. August 2025 entdeckt wurde, hat sich von Flandern nach Wallonien ausgebreitet und Alarm über Lebensmittelsicherheit und Infektionskontrollmaßnahmen in Gesundheitseinrichtungen ausgelöst.
Aktuelle Situation und Opfer
Sechs Pflegeheime in Flandern haben etwa zwanzig bestätigte Infektionen gemeldet, die zu fünf Todesfällen unter älteren Bewohnern mit Vorerkrankungen führten. Der Ausbruch hat jetzt Wallonien erreicht, wo in Ottignies acht Verdachtsfälle identifiziert wurden, darunter ein Todesfall und zwei Krankenhauseinweisungen. Labortests sind im Gange, um EHEC-Infektionen in den wallonischen Fällen zu bestätigen.
Verständnis des EHEC/STEC-Bakteriums
EHEC, in Belgien als STEC bekannt, stellt eine besonders gefährliche Variante von E. coli-Bakterien dar, die Shiga-Toxine produziert. Im Gegensatz zu gewöhnlichen E. coli-Stämmen kann EHEC schwere Erkrankungen verursachen, einschließlich hämorrhagischer Kolitis und potenziell tödlichem hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS), das zu Nierenversagen führt.
Genetische Analysen haben ergeben, dass alle flämischen Fälle den gleichen Bakterienstamm betreffen, was auf eine einzige Kontaminationsquelle hindeutet. Die Bundesagentur für die Sicherheit der Lebensmittelkette (FAVV) führt intensive Untersuchungen der Lebensmittellieferketten der betroffenen Pflegeheime durch, während die wallonische Agentur für Lebensqualität (AViQ) feststellt, ob derselbe Stamm für beide regionalen Ausbrüche verantwortlich ist.
Symptome und Übertragungsrisiken
EHEC-Infektionen zeigen sich typischerweise mit Durchfall (oft blutig), Bauchkrämpfen, Kopfschmerzen und Fieber. Die Bakterien verbreiten sich hauptsächlich durch kontaminierte Lebensmittelprodukte, einschließlich unzureichend gegartem Rindfleisch, unpasteurisierter Milch, rohem Gemüse und verunreinigtem Wasser. Die niedrige Infektionsdosis—weniger als 100 Organismen—macht sie in institutionellen Settings besonders gefährlich.
Notfallmaßnahmen umgesetzt
Betroffene Einrichtungen haben externe Essenslieferdienste ausgesetzt und auf interne Küchen umgestellt, um potenzielle Kontaminationsquellen zu kontrollieren. Gesundheitsbehörden führen gründliche epidemiologische Untersuchungen durch, einschließlich Tests von Bewohnern und Personal, um den Ursprung des Ausbruchs zu identifizieren und weitere Ausbreitung zu verhindern.
Historischer Kontext und globale Bedenken
Dieser Ausbruch erinnert an die verheerende EHEC-Epidemie in Deutschland 2011, die über 3.800 Menschen infizierte und 40 Todesfälle verursachte, mit zusätzlichen Fällen in den Niederlanden. Die aktuelle Situation unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen in der Lebensmittelsicherheit und die besondere Vulnerabilität älterer Bevölkerungsgruppen in Pflegeeinrichtungen gegenüber solchen bakteriellen Bedrohungen.