Dalai Lama bestätigt Nachfolger nach seinem Tod trotz Chinas Zustimmungsforderung

Der Dalai Lama kündigte an, dass sein Nachfolger nach seinem Tod durch eine Schweizer Stiftung gewählt wird, während China ein Zustimmungsrecht fordert. Der nächste spirituelle Führer könnte möglicherweise weiblich sein.

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Spiritueller Führer kündigt Nachfolgeplan an

Der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, hat bestätigt, dass er nach seinem Tod einen Nachfolger haben wird. Diese Ankündigung erfolgte Tage vor seinem 90. Geburtstag von seinem Wohnsitz in Dharamsala, Indien. Der spirituelle Führer bestimmte die 2015 gegründete Gaden Phodrang Stiftung in Zürich als alleinige autoritäre Instanz für die Benennung seiner Reinkarnation. Dies markiert das erste Mal, dass ein Nachfolger des Dalai Lama aus Europa bestimmt wird.

Chinas Autoritätsanspruch

Das chinesische Außenministerium reagierte umgehend und behauptete, jeder Nachfolger müsse die offizielle Zustimmung Pekings erhalten. Beamte betonten, dass die Auswahl chinesischen Gesetzen und religiösen Ritualen entsprechen müsse, was Chinas langjährigen Anspruch auf tibetische spirituelle Angelegenheiten verstärkt.

Geschlechtsneutrale Nachfolge möglich

Ein Stiftungssprecher bestätigte, dass der nächste Dalai Lama jedes Geschlechts sein könnte. 2013 hatte sich Tenzin Gyatso offen für eine weibliche Nachfolgerin gezeigt und dabei bemerkt, dass Frauen mehr Einfühlungsvermögen besitzen: "Der Zeitgeist verlangt nach einer Frau, warum sollte mein Nachfolger also keine sein? Frauen zeigen mehr Sorge um das Wohlergehen anderer."

Ende der Spekulationen

Diese Ankündigung beendet jahrelange Unsicherheit über den Fortbestand der Linie. Politischer Druck aus China und die eigenen Überlegungen des Dalai Lama über die Notwendigkeit seiner Rolle hatten Spekulationen genährt, er könnte der letzte sein.

Historischer Kontext und Spannungen

Tenzin Gyatso floh 1959 nach der chinesischen Invasion Tibets 1950 nach Indien. Die tibetische Exilgemeinschaft betrachtet mögliche chinesische Einmischung in die Nachfolge als kritische Bedrohung ihrer spirituellen Autonomie. China strebt die Kontrolle über alle tibetischen Buddhisten an, einschließlich derer im Exil.

Reinkarnationsprozess erklärt

Traditionell beginnt nach dem Tod eines Dalai Lama die Suche nach seiner Reinkarnation - ein Kind, das mindestens neun Monate später geboren wird. Historische Nachfolger kamen aus Tibet, Indien und der Mongolei. Der komplexe Identifizierungsprozess umfasst die Prüfung von Zeichen und Visionen vor der formellen Anerkennung.

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