Deutsche Ermittler haben eine dritte explosive Drohne nahe dem Flughafen Leipzig/Halle entdeckt, was die Besorgnis über einen mutmaßlichen Drohnenangriff auf einen wichtigen NATO- und ukrainischen Militärlogistikknotenpunkt verstärkt. Die dritte Drohne wurde am 14. August 2026 in Kabelsketal westlich des Flughafens zusammen mit rund 50 Gramm des Militärsprengstoffs Hexogen gefunden. Der Fund folgt auf einen Vorfall vom 4. August, bei dem eine mit Sprengstoff beladene Drohne nahe einer geparkten ukrainischen Antonow An-124 entdeckt wurde, sowie eine zweite Drohne, die möglicherweise ein DHL-Frachtflugzeug getroffen hat.
Was geschah am Flughafen Leipzig/Halle?
Am 4. August 2026 fand ein Flughafenmitarbeiter eine speziell angefertigte Drohne mit Semtex, versiegelt in einer Lebensmitteldose, nahe einer ukrainischen Antonow An-124. Das von Antonov Airlines betriebene Flugzeug war für den Transport militärischer Ausrüstung genutzt worden. Der Zünder versagte offenbar und verhinderte eine katastrophale Explosion an den mit Kerosin gefüllten Tragflächen. Später am selben Tag kollidierte eine zweite Drohne vermutlich mit einer DHL-Frachtmaschine etwa sechs Kilometer vom Flughafen entfernt in rund 400 Metern Höhe. Die DHL-Maschine wich zum Flughafen Hannover aus, wo Schäden am Heck festgestellt wurden, was einen Vogelschlag ausschloss.
Zehn Tage später, am 14. August, fanden Ermittler eine dritte Drohne auf einem Feld in Kabelsketal westlich des Flughafens. Am Folgetag wurden am selben Ort rund 50 Gramm Hexogen – ein hochexplosiver Militärsprengstoff – entdeckt. Weitere Drohnenbauteile, darunter ein Motor und ein Rotor, wurden am 11. August geborgen. Das Ausmaß der Materialien deutet darauf hin, dass die Täter möglicherweise einen weit größeren Angriff geplant hatten, sagten Ermittler deutschen Medien.
Der Vorfall erinnert an den DHL-Paketbomben-Anschlag 2024 am selben Flughafen, als in Paketen versteckte Brandsätze im Logistikzentrum zündeten.
Forensische Beweise und mutmaßliche russische Beteiligung
DNA-Spuren an der ersten Drohne sind zu einer zentralen Spur geworden. Laut Bild und Die Zeit stimmt die DNA mit Beweismaterial vom Brandanschlag auf das DHL-Logistikzentrum in Leipzig am 20. Juli 2024 überein. Das Profil ist in Litauen registriert, wo fünf Männer wegen der Paketkampagne von 2024 vor Gericht stehen. Litauische Staatsanwälte werfen vor, die Operation sei von Personen koordiniert worden, die mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU in Verbindung stehen; alle fünf Angeklagten bestreiten die Vorwürfe.
Deutsche Medien bringen die Funde mit hybrider Kriegsführung des russischen GRU und verdeckten Sabotagekampagnen in ganz Europa in Verbindung. Von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung zitierte Sicherheitskreise vermuten eine Beteiligung russischer Nachrichtendienste, doch Berlin hat bislang keine direkten Anschuldigungen erhoben. Moskau bestreitet jede Rolle. Das Bundeskriminalamt (BKA) ermittelt im Auftrag von Generalbundesanwalt Jens Rommel, der sich zur dritten Drohne nicht äußern wollte.
Deutschlands Reaktion und die größere Sicherheitsbedrohung
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, die Regierung werde bald bekannt geben, wer für den versuchten Angriff verantwortlich sei, und fügte hinzu, die Angreifer werden dafür bezahlen. Vor einer Kabinettsklausur in Neuhardenberg warnte Merz, Deutschland sehe sich sehr realen Bedrohungen durch hybride Angreifer ausgesetzt.
„Deutschland ist zunehmend Ziel hybrider Angriffe“, sagte Merz. „Die Angreifer werden immer rücksichtsloser und nehmen Sachschäden, aber auch Tote und Verletzte in Kauf.“
Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein wichtiger NATO- und EU-Militärlogistikknotenpunkt und schlug 2024 als viertgrößter Frachtflughafen Europas mehr als 1,38 Millionen Tonnen Fracht um. Der Flughafen dient als wichtigstes europäisches Drehkreuz von DHL Aviation und beherbergt militärische Einrichtungen für NATO- und EU-Flugzeuge. Als Reaktion auf die Drohnenbedrohung haben die Behörden Berichten zufolge Abwehrradar eingesetzt, und Deutschland verdoppelt seine Drohnenabwehrkräfte der Bundespolizei.
FAQ: Drohnenangriff am Flughafen Leipzig
Was geschah am Flughafen Leipzig/Halle?
Am 4. August 2026 wurde eine mit Sprengstoff beladene Drohne nahe einer ukrainischen Antonow-Frachtmaschine gefunden. Eine zweite Drohne traf wahrscheinlich ein DHL-Flugzeug, und eine dritte Drohne sowie Hexogen-Sprengstoff wurden am 14. August westlich des Flughafens entdeckt.
Wer wird verdächtigt, den Angriff ausgeführt zu haben?
Deutsche Sicherheitskreise vermuten russische Nachrichtendienste und verweisen auf DNA-Übereinstimmungen mit dem GRU-nahen Paketbombenkomplott von 2024 in Litauen. Berlin hat noch keine formellen Anschuldigungen erhoben, und Moskau bestreitet eine Beteiligung.
Wurde jemand verletzt?
Es wurden keine Verletzungen gemeldet. Der Zünder der ersten Drohne versagte, und das DHL-Flugzeug landete nach dem mutmaßlichen Drohnenschaden sicher.
Warum ist der Flughafen Leipzig/Halle ein Ziel?
Der Flughafen ist ein wichtiger Frachtknotenpunkt für NATO- und ukrainische Militärlogistik, schlägt jährlich Millionen Tonnen Fracht um und dient als europäisches Drehkreuz von DHL Aviation.
Was ist Hexogen?
Hexogen, auch RDX genannt, ist ein starker Militärsprengstoff, der häufig in Munition und improvisierten Sprengvorrichtungen verwendet wird.
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