Die spanische Justiz untersucht Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen den 82-jährigen Musiklegenden Julio Iglesias durch zwei ehemalige Mitarbeiterinnen.
Spanische Justiz untersucht Missbrauchsvorwürfe gegen Musiklegende
Die spanische Staatsanwaltschaft hat eine formelle Untersuchung wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gegen den Sänger Julio Iglesias eingeleitet. Dies stellt eine bedeutende Entwicklung in einem Fall dar, der die Musikwelt erschüttert hat. Der 82-jährige ikonische Künstler, der weltweit über 300 Millionen Tonträger verkauft hat, wird von zwei ehemaligen weiblichen Mitarbeiterinnen beschuldigt, die 2021 auf seinen karibischen Anwesen gearbeitet haben.
Detaillierte Vorwürfe werden bekannt
Laut einer gemeinsamen Untersuchung der spanischen Nachrichtenseite elDiario.es und des US-Senders Univision Noticias beschreiben die Frauen systematischen Missbrauch während ihrer Tätigkeit auf den Anwesen von Iglesias in der Dominikanischen Republik und auf den Bahamas. Eine Frau, die als Rebeca identifiziert wurde, behauptet, sie sei physischer Gewalt und sexuellem Zwang ausgesetzt gewesen. 'Ich fühlte mich wie ein Objekt, ein Sklave im 21. Jahrhundert,' sagte sie den Ermittlern.
Die zweite Anklägerin, bezeichnet als Laura, beschreibt psychologische Manipulation und Einschüchterung am Arbeitsplatz. Beide Frauen behaupten, sie seien gegen ihren Willen zu sexuellen Begegnungen gezwungen worden, wobei eine von ihnen Vorfälle mit mehreren Beteiligten meldet.
Juristisches Verfahren beginnt
Der spanische Oberste Gerichtshof leitete am 5. Januar 2026 eine Voruntersuchung ein, nachdem die Frauen formelle Beschwerden eingereicht hatten. Der Fall wird als potenzielle Untersuchung zu Menschenhandel und sexuellem Missbrauch behandelt, obwohl Details während der anfänglichen Ermittlungsphase vertraulich bleiben.
Die spanische Gleichstellungsministerin Ana Redondo hat sich zu dem Fall geäußert: 'Wir müssen die Unschuldsvermutung respektieren, aber wir müssen auch dem Zeugnis der Frauen mit der Ernsthaftigkeit zuhören, die es verdient.' Das Ministerium hat zu einer gründlichen Untersuchung aufgerufen, während es den Status von Iglesias als kulturelle Ikone anerkennt.
Vermächtnis von Iglesias unter der Lupe
Julio Iglesias, geboren 1943, gilt als kommerziell erfolgreichster spanischer Sänger der Geschichte. Laut Wikipedia hat er mehr als 5.000 Konzerte vor über 60 Millionen Menschen auf sechs Kontinenten gegeben. Seine Karriere umfasst zahlreiche Auszeichnungen, darunter Grammys und Latin Grammys, und er wurde 1989 zum UNICEF-Sonderbotschafter für die darstellenden Künste ernannt.
Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die #MeToo-Bewegung weltweit weiterhin Auswirkungen auf die Unterhaltungsindustrie hat. Wie von The Guardian berichtet, folgte die Untersuchung auf drei Jahre journalistische Arbeit, bei der Telefonaufzeichnungen, Nachrichten und fotografische Beweise untersucht wurden.
Reaktionen aus der Branche und Schweigen
Die Vertreter von Iglesias haben nicht auf mehrere Kommentaranfragen der Medien reagiert. Ein ehemaliger Vorgesetzter verteidigte den Sänger jedoch, indem er Reportern sagte, er sei 'immer respektvoll gegenüber allen Frauen gewesen.' Die Musikindustrie hat sich weitgehend ausgeschwiegen, während sich der juristische Prozess entfaltet.
Der Fall hat die spanische öffentliche Meinung gespalten, wobei einige Politiker ihre Unterstützung für die Untersuchung äußern, während andere die Beiträge von Iglesias zur spanischen Kultur betonen. Die Untersuchung geht weiter, während die Behörden Beweise prüfen und entscheiden, ob formelle Anklagen erhoben werden.
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