Iran: Starlink bleibt letzte Verbindung während schwerster Internet-Blackout

Der Iran hat den schwersten Internet-Blackout seiner Geschichte verhängt, um Proteste zu unterdrücken. Starlink von SpaceX bleibt trotz massiver Störversuche des Regimes und politischem Druck die einzige Verbindung zur Außenwelt für Aktivisten und Bürger.

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Sechster Tag beispielloser digitaler Blackout im Iran

Seit sechs Tagen sind 90 Millionen Iraner von der Außenwelt abgeschnitten in dem, was Experten als schwersten Internet- und Telekommunikations-Blackout in der Geschichte des Landes bezeichnen. Das iranische Regime hat nahezu den gesamten Internetzugang und Telefonkommunikation abgeschaltet, um die anhaltenden landesweiten Proteste zu unterdrücken, die Ende Dezember 2025 aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und politischer Unterdrückung begannen.

Starlink: Die letzte Verbindung zur Welt

Inmitten dieser digitalen Dunkelheit bietet nur eine Technologie eine verletzliche Lebensader: Starlink, der Satelliteninternetdienst von Elon Musk. Obwohl der Dienst seit 2025 im Iran illegal ist, mit Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren für den Besitz von Starlink-Terminals, ist der Service für Aktivisten, Journalisten und normale Bürger, die Informationen über die brutale Unterdrückung durch die Regierung teilen wollen, unverzichtbar geworden.

'Starlink ist für Iraner eine der wenigen Möglichkeiten, während des größten Blackouts aller Zeiten im Land noch irgendwie Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen,' sagt Amir Rashidi, ein iranischer Experte für digitale Rechte und Sicherheit bei der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Miaan Group.

Geschmuggelte Terminals und Schwarzmarkt

Die derzeit im Iran befindlichen Starlink-Terminals wurden alle ins Land geschmuggelt, hauptsächlich über kurdische Regionen im Norden und über Dubai. 'Es ist ein großer Schwarzmarkt geworden,' erklärt Rashidi. Schätzungen deuten darauf hin, dass zwischen 50.000 und 100.000 Terminals im Iran in Betrieb sind, obwohl genaue Zahlen aufgrund des Informationsvakuums unmöglich zu verifizieren sind.

Das Regime hat die Bemühungen verstärkt, diese Verbindungen aufzuspüren und zu stören, wobei angeblich militärische Störsender eingesetzt werden, die normalerweise für Kriegsoperationen reserviert sind. Laut der Internet-Überwachungsorganisation NetBlocks versuchen iranische Behörden, Satellitenverbindungen zu stören, was eine neue Eskalation der Zensurkapazitäten darstellt.

Technologischer Kampf und politischer Druck

SpaceX ist in einen technologischen Kampf verwickelt, um den Service aufrechtzuerhalten, wobei Berichte darauf hindeuten, dass der Paketverlust von Starlink durch Störungen zwischen 30-80% variiert. Das Unternehmen hat jedoch mit Aktivistengruppen zusammengearbeitet, um die Verluste auf etwa 10% zu reduzieren. Die Widerstandsfähigkeit des Dienstes ergibt sich aus seiner Konstellation von mehr als 9.400 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn, was es schwieriger macht, sie zu stören als traditionelle Einzelsatellitensysteme.

Starlink ist auch zu einem politischen Instrument geworden. Der US-Präsident Trump hat angeblich mit Elon Musk über die Verbesserung der Servicezuverlässigkeit im Iran gesprochen und baut dabei auf eine Lizenz der Biden-Administration aus dem Jahr 2022 auf, die es amerikanischen Unternehmen erlaubt, Internetdienste während staatlicher Unterdrückung bereitzustellen. 'Die großen Tech-Unternehmen haben alle Werkzeuge in der Hand, um zu helfen,' bemerkt Rashidi und betont, dass politischer Wille aus dem Weißen Haus entscheidend ist.

Menschenrechtskrise im Dunkeln

Menschenrechtsorganisationen warnen, dass der Blackout schwerwiegende Verstöße verbirgt. Amnesty International berichtet, dass zwischen dem 31. Dezember 2025 und dem 3. Januar 2026 mindestens 28 Demonstranten und Zuschauer, darunter Kinder, getötet wurden, wobei Schätzungen anderer Gruppen darauf hindeuten, dass die Zahl der Todesopfer möglicherweise 600 erreicht.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind verheerend, wobei frühere Abschaltungen Unternehmen bis zu 5 Milliarden Rial pro Tag kosten. Der aktuelle Blackout hat sogar das iranische Nationale Informationsnetzwerk lahmgelegt, ein internes Intranet-System, das so konzipiert wurde, dass es funktioniert, während es vom globalen Internet getrennt ist, was darauf hindeutet, dass die Behörden glauben, dass 'ihr Überleben auf dem Spiel steht.'

Während die digitale Belagerung andauert, bleibt Starlink ein entscheidender, wenn auch eingeschränkter Kanal, um Informationen aus dem iranischen Informations-Blackout zu schmuggeln, und dient sowohl als technologische Lebensader als auch als Symbol des anhaltenden Kampfes für digitale Freiheit in autoritären Staaten.

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