
Europäische Union erreicht keinen Konsens über Maßnahmen gegen Israel
Die Außenminister der Europäischen Union haben ihr Treffen in Kopenhagen ohne Einigung über mögliche Sanktionen gegen Israel abgeschlossen, wie der niederländische geschäftsführende Außenminister Brekelmans mitteilte. Der Minister, der nach dem Rücktritt von Caspar Veldkamp auch das Verteidigungsressort führt, erklärte, dass die EU-Mitgliedstaaten trotz monatelanger konkreter Vorschläge in dieser Frage tief gespalten bleiben.
Vorgeschlagene Maßnahmen und diplomatische Pattsituation
Brekelmans berichtete, dass sich die Länder zwar "etwas mehr aufeinander zubewegen", aber keine ausreichende Unterstützung für signifikante Sanktionen besteht. Diese könnten die Aussetzung europäischer Handelsprivilegien für Israel oder die teilweise Einstellung der Zusammenarbeit in wissenschaftlichen Forschungsprogrammen umfassen. Der Minister hatte zuvor gemeinsam mit seinem schwedischen Amtskollegen einen Brief verfasst, in dem gezielte Sanktionen gegen gewalttätige Siedler im Westjordanland und extremistische israelische Minister, die sie schützen, vorgeschlagen wurden.
Wachsende interne Spannungen
Hinter den Kulissen spitzen sich die Spannungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten angeblich zu. Diplomaten stellen bohrende Fragen darüber, wie viele Kinder noch in Gaza sterben oder Journalisten getötet werden müssen, bevor Maßnahmen ergriffen werden. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerte Frustration und warnte, dass die Union das öffentliche Vertrauen riskiert, wenn sie nicht entschlossen handeln kann.
Fundamentale Spaltungen
Die Pattsituation spiegelt tiefe politische Spaltungen innerhalb Europas wider. Länder wie Ungarn und Tschechien halten Sanktionen gegen Israel für undenkbar, während Irland und Spanien für viel stärkere Maßnahmen plädieren. Diese Spaltung spiegelt die breitere öffentliche Meinung in europäischen Gesellschaften bezüglich des israelisch-palästinensischen Konflikts wider.
Rechtlicher Rahmen und internationaler Druck
Die Diskussion findet vor dem Hintergrund eines vertraulichen Berichts statt, der darauf hindeutet, dass israelische Militäraktionen in Gaza das EU-Israel-Assoziierungsabkommen verletzen. Dieses Handelsabkommen enthält Menschenrechtsklauseln, die theoretisch Sanktionen rechtfertigen könnten. Inzwischen arbeitet die EU weiter an ihrem 19. Sanktionspaket gegen Russland, was nach Ansicht einiger Diplomaten eine inkonsistente Anwendung internationaler Prinzipien unterstreicht.
Nächste Schritte
Brekelmans deutete an, dass die Niederlande innerhalb ihrer Regierung die nächsten Schritte besprechen werden, wobei erwogen wird, welche Maßnahmen entweder einzeln oder mit einer kleineren Gruppe gleichgesinnter Länder umsetzbar sein könnten. Der Minister räumte ein, dass der Mangel an qualifizierter Mehrheitsunterstützung unterschiedliche Ansichten in ganz Europa über den anhaltenden Konflikt widerspiegelt.